Das Ende eines Missverständnisses beim BVB

Immobile-Wechsel

Die harte Landung in Dortmund, die den Asien-Trip des BVB mit einem Ruck beendete, erlebte Ciro Immobile schon gar nicht mehr mit. Der Italiener hatte den schwarzgelben Tross bereits bei der Zwischenlandung in Zürich verlassen, um zu seiner Familie zu reisen. Eine Rückkehr nach Dortmund wird es auch nicht geben.

DORTMUND

, 12.07.2015, 15:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der glücklose Stürmer zieht nach nur einem Jahr beim BVB weiter nach Spanien. Er wechselt zum Europa-League-Sieger FC Sevilla – zunächst auf Leihbasis bis zum Ende der Saison 2015/2016. Die Leihgebühr beträgt nach Informationen aus Spanien drei Millionen Euro.

Erwartungen nicht erfüllt

Immobiles Abgang ist das Ende eines großen Missverständnisses. Als Favorit vom damaligen BVB-Trainer Jürgen Klopp im vergangenen Sommer als Torschützenkönig der Serie A verpflichtet, konnte der fast 20 Millionen Euro teure Stürmer die in ihn gesteckten Erwartungen zu keiner Zeit erfüllen.

Zehn Tore nur erzielte der 25-Jährige in seinen 34 Pflichtspieleinsätzen, einen Stammplatz erarbeitete er sich nie. Immobile wirkte zwölf Monate lang wie ein Fremdkörper in einer ohnehin mit sich fremdelnden Mannschaft - und beschwerte sich öffentlich darüber, dass er nie von einem seiner Mitspieler zum Essen eingeladen wurde.

Autogrammstunde verschlafen

Trotz des Trainerwechsels von Klopp zu Thomas Tuchel war Immobiles Motivation, an seinem Außenseiter-Status etwas zu ändern, nach einem enttäuschenden Jahr auf dem Tiefpunkt angekommen. Während der Asienreise des BVB bemühte er sich gar nicht erst, seine schlechte Laune zu überspielen. Er schottete sich ab, verschlief eine Autogrammstunde und meldete sich vor den Testspielen verletzt ab.

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Tuchels Reaktion darauf dürfte ihn noch weiter gekränkt haben: Der neue BVB-Trainer ignorierte den in der Schmollecke sitzenden Immobile schlicht, in seinen Planungen spielte Adrian Ramos von vornherein ohnehin eine wesentlich größere Rolle. Immobiles Abgang ist demnach folgerichtig.

Mehr Chancen für Ramos

Um einen Ersatz für den italienischen WM-Teilnehmer wird sich der BVB - Stand jetzt - nicht bemühen. Hinter Pierre-Emerick Aubameyang, der sich in Asien in bestechender Frühform präsentierte, soll Ramos stärker als im Vorjahr eingebunden werden.

Auch Marco Reus ist eine Option für die vorderste Stelle im bislang präferierten 4-1-4-1 Tuchels. Gegen Kawasaki Frontale (6:0) und die Johor Southern Tigers (6:1) überzeugte der 26-Jährige als „falscher Neuner“, der sich immer wieder zurückfallen ließ und so Räume für die nachrückenden Shinji Kagawa oder Gonzalo Castro eröffnete.

Vierter Abgang

Nach Mitchell Langerak (Stuttgart), Milos Jojic (Köln) und Sebastian Kehl (Karriereende) ist Immobile der vierte Abgang des BVB in dieser Transferperiode. Weitere - etwa Moritz Leitner - könnten bis zum 31. August noch folgen.

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