DAZN-Moderator Alexander Schlüter: Beim BVB ziehen nicht alle Spieler an einem Strang

mlzGastkolumne

Beim BVB ist die Lage angespannt. DAZN-Moderator Alexander Schlüter sieht Emre Can in dieser Phase als wichtigen Faktor - doch ein großes Problem bleibt.

von Alexander Schlüter

Dortmund

, 13.02.2020, 17:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Situation bei Borussia Dortmund ordne ich in diesen Tagen irgendwo zwischen spannend und schwierig ein. Es stehen entscheidende Wochen an, in denen der BVB viel verspielen kann. Der Pokal ist weg, in der Champions League ist ein Ausscheiden gegen Paris St. Germain alles andere als ausgeschlossen - und in der Liga besteht die Gefahr, den Anschluss an die Tabellenspitze zu verlieren.

Die Lage beim BVB ist angespannt und kompliziert

Mein Gefühl sagt mir, dass der BVB in zwei Wochen nicht mit völlig leeren Händen dasteht, aber die Tatsache, dass es überhaupt möglich ist, zeigt eigentlich ganz gut, wie angespannt und kompliziert die Lage bei Borussia Dortmund ist. Dazu kommen die Verletzungen eines Marco Reus und Julian Brandt. Die Gefahr, aktuell viel zu verlieren, ist deutlich größer als die Chance, etwas zu gewinnen.

Der Pay-TV-Sender DAZN übertägt das Spiel zwischen Borussia Dortmund und Eintracht Frankfurt am Freitagabend exklusiv. Alexander Schlüter moderiert und hat Ralph Gunesch als Experten an seiner Seite, die Partie kommentiert Marco Hagemann. Besonderheit: Reporter-Legende Werner Hansch wird in einer zweiten Tonauswahl gemeinsam mit Daniel Günther das Spiel kommentieren. Die Vorberichterstattung beginnt um 20.10 Uhr.

Ausgerechnet jetzt kommt Eintracht Frankfurt, eine Mannschaft, die über die Möglichkeiten verfügt, die Dortmunder Probleme in der Defensive gnadenlos zu nutzen. Es gibt wahrlich angenehmere Aufgaben im Moment - und der BVB wird deutlich weniger Räume anbieten müssen als zuletzt in Bremen oder in Leverkusen, um wieder zurück in die Erfolgsspur zu finden.

Can kann ein wichtiger Faktor im BVB-Spiel werden

Spätestens seit der 3:4-Niederlage des BVB in Leverkusen ist offensichtlich, wie groß die Probleme in der Dortmunder Defensive noch immer sind. Der Hype um Erling Haaland hat sie zu Beginn der Rückrunde vielleicht ein wenig verschleiert, aber er hat die Schwächen aus der Hinrunde freilich nicht einfach weggewischt.

Vielleicht leistet Emre Can nun Abhilfe beim konsequenten Verteidigen. Er ist jedenfalls ein Spieler, der vorangehen kann und auch will, weil er ein geborener Führungsspieler ist. Can kann ein Element im BVB-Spiel werden, das gefehlt hat. Die Frage aber ist, wie lange er braucht, um seine Rückstände nach der spielarmen Hinrunde bei Juventus Turin aufzuholen.

Der BVB fährt regelmäßig in der Achterbahn

Unter dem Strich bleibt der BVB für mich die Mannschaft mit der größten Form-Achterbahnfahrt in dieser Saison. Dabei ist gewiss nicht alles schlecht in Dortmund, aber es gibt immer wieder unerwartete Einbrüche. Das Gefühl, das überwiegt, ist, dass es am absoluten Willen beim BVB ein bisschen fehlt.

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Am Ende arbeiten nicht alle Spieler konsequent genug gegen den Ball. Das ist nicht nur ein Problem der Abwehrspieler, sondern der gesamten Mannschaft. Mats Hummels spielt für mich beispielsweise eine gute Saison, aber um ihn herum gibt es einfach zu viele Aussetzer - und dann darf und muss man bei so viel Qualität im Kader schon die Frage stellen, warum offenkundig nicht alle in dieser Mannschaft an einem Strang ziehen.

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