Champions League

„Der Ausgang ist völlig offen“ – so könnte der BVB in Lissabon spielen

Auch beim Champions-League-„Endspiel“ in Lissabon plagen Borussia Dortmund große Personalprobleme. Die Verantwortung lastet auf den Schultern von Marco Reus. So könnte der BVB bei Sporting spielen.
Emre Can (l.) könnte gegen Lissabon neben Manuel Akanji in die BVB-Innenverteidigung rücken. © imago / GlobalImagens

Auf Unentschieden spielen? Das, sagt Marco Rose mit kräftiger Stimme, „kann man ja gar nicht. Also spielen wir auf Sieg.“ Die Konstellation vor dem vorletzten Gruppenspiel der diesjährigen Champions League lässt für Borussia Dortmund nur wenig Spielraum für Spekulationen. Nach den beiden verlorenen Partien gegen Ajax Amsterdam und den gleichzeitigen Siegen des Gegners am Mittwoch bringt die Partie bei Sporting im Estadio José Alavalade eine Art Endspiel für die Borussia, die auf keinen Fall verlieren darf, wenn sie ihre Chancen aufs Achtelfinale wahren will.

BVB-Trainer Rose muss mit immer neuen Rückschlägen leben

Auch vor dieser Dienstreise des BVB rissen die personellen Hiobsbotschaften für Rose nicht ab. Thorgan Hazard (Covid-Infektion) fehlt ebenso wie der rotgesperrte Mats Hummels, Youngster Youssoufa Moukoko setzen immer noch die Folgen einer Augenentzündung zu. Ob das Medikament, mit dem der 17-Jährige behandelt worden ist, den Doping-Richtlinien entspricht, ist noch nicht abschließend geklärt, also blieb Moukoko in Dortmund.

„Wir planen mit denen, die spielen können“, sagt Rose dazu lapidar, „wir haben genau hingeschaut und eine Idee, wie wir spielen wollen.“ Klagen will er auch weiterhin nicht, doch man merkt ihm schon an, dass die ständigen Rückschläge auch ein wenig nerven. Vor allem in der Offensive wird der BVB-Trainer auch am Mittwoch improvisieren müssen, einmal mehr lastet das Gros der Verantwortung auf dem Kapitän.

Wer verteidigt beim BVB neben Akanji: Zagadou oder Can?

Marco Reus sei auch schon wichtig gewesen, als BVB-Stürmer Erling Haaland noch gesund war. „Jetzt ist er es erst Recht.“ Und zur Zufriedenheit des Trainers hat sich das Dortmunder Urgestein zu einer echten Führungspersönlichkeit emporgeschwungen. „Jetzt bestätigt sich, was ich schon immer über ihm gesagt habe“, sagt Rose. „Er ist unglaublich wichtig.“

Vorne wird es dünn, hinten hat Rose zumindest auf den ersten Blick Alternativen für Hummels. Dass Dan-Axel Zagadou schon bereit sei für einen Startelf-Einsatz, soweit möchte Dortmunds Coach aber nicht gehen. „Er war so lange verletzt. Wir sind froh, dass er da ist und fit, aber er hat keine Matchpraxis.“ Tendenz: Der Franzose wird zunächst auf der Bank sitzen, Emre Can könnte nach überstandener Muskelverletzung die erste Option sein.

„Noch einmal weiterentwickelt“ – Rose lobt BVB-Gegner Sporting

Für den Gegner, den die Borussia im Heimspiel mit 1:0 besiegen konnte, gibt es reichlich Lob vom Dortmunder Trainer. „Klare Spielidee, gut bei Standards“, sagt Rose. „Sie haben sich im Vergleich zum Spiel in Dortmund auch noch einmal weiterentwickelt.“ Ob er denn glaube, dass in Lissabon die Entscheidung über das Weiterkommen fallen werde, wird Rose noch von einer portugiesischen Journalistin gefragt. „Alles ist möglich“, sagt der 45-Jährige. „Der Ausgang ist völlig offen.“


So könnte der BVB in Lissabon spielen:

Kobel – Meunier, Akanji, Can, Guerreiro – Witsel – Brandt, Bellingham – Reus – Tigges, Malen

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