Der BVB reagiert erleichtert auf die EM-Verlegung – doch das nächste Terminproblem droht

mlzBorussia Dortmund

Bei Borussia Dortmund sorgt die Verlegung der Fußball-EM für große Erleichterung – allerdings passt eine Idee der Uefa überhaupt nicht zum BVB-Plan.

Dortmund

, 18.03.2020, 15:24 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Dienstag brachte zumindest ein bisschen Planungssicherheit für Borussia Dortmund. Die Verschiebung der Europameisterschaft in den Sommer 2021 wegen des sich ausbreitenden Coronavirus schenkt der Bundesliga Zeit, um die aktuell unterbrochene Saison vielleicht doch noch zu einem regulären, wenn auch zeitverzögerten Ende zu führen. Ohne Zuschauer zwar, aber immerhin ein Ende nach 34 Spieltagen.

Entsprechend groß ist die Erleichterung beim BVB über die Entscheidung der Uefa, die paneuropäische EM ein Jahr später als geplant stattfinden zu lassen. Die Verlegung der EM sei alternativlos und völlig richtig, so der Tenor, egal wo man bei Schwarzgelb nachfragt. Die nationalen Ligen müssten in diesem besonderen Fall Vorrang genießen. Ursprünglich hätte die Europameisterschaft, an der auch viele BVB-Spieler teilgenommen hätte, vom 12. Juni bis 12. Juli dieses Jahres in zwölf unterschiedlichen Ländern ausgetragen werden sollen, nun soll sie vom 11. Juni bis 11. Juli des kommenden Jahres gespielt werden, immer noch in zwölf Ländern.

Wann gibt es wieder Bundesliga-Fußball mit Borussia Dortmund?

Das verschafft der Bundesliga Luft. Wie viel genau, weiß aktuell allerdings niemand seriös zu prognostizieren. Noch ist völlig unklar, wann und ob der 26. Spieltag, der eigentlich für das vergangene Wochenende angesetzt war, tatsächlich angepfiffen werden kann. In der letzten März-Woche wird erneut beraten, ob der „Tag X“, wie DFL-Chef Christian Seifert den Tag, an dem wieder Bundesliga-Fußball gespielt werden kann, nennt, genauer zu datieren ist. Aktuell ruht der Spielbetrieb in der Liga erst einmal bis zum 2. April, es gilt allerdings als wahrscheinlich, dass sich die ausgerufene Pause noch verlängern wird.

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Unendlich viel Zeit, so viel ist trotzdem klar, verschafft die EM-Verlegung nicht. Das klare Wunschszenario der Vereine und auch des BVB lautet, die aktuelle Spielzeit irgendwie bis zum 30. Juni 2020 über die Bühne zu bekommen. Alles andere sei gleich auf mehreren Ebenen sehr schwer realisierbar und überaus kompliziert, heißt es bei Borussia Dortmund hinter vorgehaltener Hand.

BVB auch betroffen: Verträge laufen aus, Kader verändert sich

Der Hintergrund ist schnell erklärt: Ab dem 1. Juli startet in der Fußball-Zeitrechnung ein neues Jahr, eine neue Saison. Viele Verträge laufen am 30. Juni aus, Leihgeschäfte enden, neue Verträge gelten ab dem 1. Juli. Die Kader der Klubs verändern sich, Trainerposten werden womöglich neu besetzt.

Der späteste mögliche Zeitpunkt für eine Fortführung könnte daher das erste Mai-Wochenende sein, sofern auch die europäischen und nationalen Pokalwettbewerbe sowie die Relegationsspiele in gewohnter Weise zu Ende gespielt werden sollen. Sollten die Champions League und Europa League verkürzt werden, indem beispielsweise auf Rückspiele verzichtet werden würde, oder gar abgebrochen werden, wäre auch ein noch späterer Wiederanpfiff in der Bundesliga möglich.

Aufgrund der vorprogrammierten Terminenge im Sommer sorgt daher eine Idee der Uefa, die am Dienstag im Zuge der EM-Verlegung fast ein bisschen unterging, für großes Unverständnis beim BVB. So sollen die abgesagten Länderspiele und auch die Playoff-Spiele für die EM, die eigentlich Ende März angesetzt waren, nun Anfang Juni stattfinden. Deutschland würde dann beispielsweise gegen Spanien und Italien antreten – und das womöglich mitten im Saison-Endspurt der Bundesliga-Saison, was beim BVB aktuell schlichtweg als Irrsinn betrachtet wird.

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