Der Sieg beim 1. FC Köln sollte für den BVB eine Warnung sein

mlzKommentar

Der BVB gewinnt in Köln, obwohl es lange nicht danach aussieht. Die Partie sollte eine Warnung sein, gibt aber auch Rückenwind. Tobias Jöhren kommentiert.

Köln

, 24.08.2019, 01:31 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der Mixed Zone wurde nach dem Spiel ordentlich am Phrasenschwein gerüttelt. Wer solche Spiele gewinnt, war im Kreis der versammelten Journalisten zu vernehmen, der wird am Ende auch Deutscher Meister. Diese Floskel ist fast so alt wie der Fußball selbst.

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Nun schreiben wir den zweiten Spieltag. Das Phrasenschwein wird noch 32 Spieltage in der Bundesliga überstehen müssen. Aber tatsächlich kann Borussia Dortmund früh in der Saison für sich reklamieren, ein Spiel gewonnen zu haben, das lange Zeit eigentlich nicht den Eindruck vermittelte, als würde der BVB als Sieger vom Platz gehen. Es sei die „erwartet schwere“ Partie gewesen, gab Trainer Lucien Favre zu Protokoll, zumindest das Ergebnis stimmte ihn zufrieden. „Wir sind sehr glücklich über diesen Sieg.“

Der BVB wirkt im erstem Durchgang überfordert

Favre war glücklich über drei Punkte, die zwei wichtige Erkenntnisse lieferten. Zum einen die weniger erfreuliche, wenn man es mit Schwarzgelb hält, dass der BVB in Köln mit Basistugenden des Fußballs aus dem Tritt zu bringen war. Der Effzeh investierte mehr in das Spiel, war über weite Strecken aggressiver, war couragierter als Borussia Dortmund - und der BVB schien damit überfordert zu sein.

Die von Sportdirektor Michael Zorc im Vorfeld angemahnte Schärfe brachten die Gastgeber auf den Platz, nicht der Vizemeister. Die deutlich erfreulichere Erkenntnis war, dass der BVB den Hebel im Laufe der Partie noch umlegen konnte, im zweiten Ligaspiel zum zweiten Mal einen Rückstand in einen Sieg umwandelte und sich die Breite im Kader erstmals auszahlte.

Brandt betreibt Werbung in eigener Sache

Julian Brandt belebte das stockende Offensivspiel des BVB deutlich, als er nach einer guten Stunde den Rasen in Müngersdorf betrat, Achraf Hakimi wurde durch sein spätes Kopfballtor zum 2:1 zum umjubelten Matchwinner. Favre bewies ein gutes Händchen, wartete mit seinen Einwechslungen nicht so lange, wie er es häufig in der vergangenen Saison getan hatte, stellte taktisch um und ging ins Risiko, als er einen defensiven Mittelfeldspieler für mehr Durchschlagskraft in der Offensive opferte.

Und so stehen unter dem Strich vier Siege in vier Pflichtspielen, der BVB ist direkt auf Reise-Flughöhe unterwegs in der jungen Saison. Die Partie in Köln sollte ein Warnschuss sein, dass Turbulenzen nicht lange auf sich warten lassen, wenn das vorhandene sportliche Potenzial nicht komplett abgerufen wird. Sie darf aber durchaus auch als Mutmacher dafür dienen, dass der hart erkämpfte, vermutlich sogar schmeichelhafte Sieg weiteren Rückenwind gibt.

Köln ist die Blaupause für Union Berlin

Am kommenden Wochenende wartet das nächste Auswärtsspiel beim nächsten Aufsteiger. Spätestens seit Freitagabend dürfte der BVB eine ziemlich genaue Vorstellung davon haben, was ihn bei Union Berlin am nächsten Samstag erwartet - und was es braucht, um den guten Saisonstart weiter zu veredeln.

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