DFB-Pokal

Der BVB zaubert sich nach Berlin – Sorgen um Morey und Haaland

Borussia Dortmund genügen gegen Kiel 45 furiose Minuten für den Einzug ins Pokalfinale. Die BVB-Stimmung ist aber alles andere als ausgelassen - denn Morey und Haaland sind verletzt.
Gedämpfte BVB-Vorfreude aufs Pokalfinale: Mats Hummels (l.) und Edin Terzic. © imago / firo

Sogar der Torjäger mit der herausragenden Trefferquote staunte mit großen Augen: Tor um Tor erzielte Borussia Dortmund in der ersten halben Stunde des DFB-Pokal-Halbfinals gegen Holstein Kiel, sprühte vor Spielfreude und legte eine Konsequenz und Kaltschnäuzigkeit an den Tag, die auch Erling Haaland verblüffte. Der nahm überraschend nur auf der Tribüne Platz, wo er mit geballter Faust das 5:0-Schützenfest seiner Mitspieler feierte und den insgesamt zehnten Einzug ins Endspiel der Borussia.

Haaland soll dem BVB gegen Leipzig wieder zur Verfügung stehen

„Erling hat einen Schlag in Wolfsburg bekommen, ist dann ins Training eingestiegen, konnte aber die Belastung nicht tolerieren“, erklärte BVB-Sportdirektor Michael Zorc Haalands Ausfall. „Unter der Woche war es sehr schmerzhaft für ihn. Wir haben alles versucht und dann heute früh gemeinsam entschieden, dass die Situation einen Einsatz nicht zulässt“, ergänzte Trainer Edin Terzic. Zorc gab aber gleich Entwarnung: „Wir gehen davon aus, dass er uns nächste Woche wieder zur Verfügung steht.“

Verfolgte das Spiel gegen Kiel von der Tribüne aus: BVB-Torjäger Erling Haaland (r.). © dpa © dpa

Dass nach Haaland auch noch die Lausprecheranlage im Signal Iduna Park zeitweise passen musste, war dann zunächst die letzte schlechte Nachricht für Borussia Dortmund. Der ambitionierte Zweitligist Holstein Kiel, in den vergangenen sechs Wochen zweimal in 14-tägiger Quarantäne, wählte eine durchaus selbstbewusste Herangehensweise. Doch als der BVB nach einer Viertelstunde das Tempo anzog, den Ball in der Offensive von Fuß zu Fuß prallen ließ wie beim Flipper-Automaten, da waren die Gäste schlicht überfordert.

BVB zeigt Kiel mit Bilderbuch-Kombinationen die Grenzen auf

Mit Bilderbuch-Kombinationen kamen die Borussen zu Chancen und Toren, vorzugsweise über die starke linke Seite mit Raphael Guerreiro und Jadon Sancho. Als die Kieler einmal zu sehr auf diese beiden Gefahrenquellen schauten, bot sich Giovanni Reyna an der Strafraumkante etwas Platz, der überlegte Rechtsschuss schlug unhaltbar neben dem Pfosten ein (16.). Der Favorit führte mit 1:0, und legte sofort nach. Über den spielfreudigen Marco Reus und Guerreiro fiel der Ball vor die Beine von Reyna, 2:0 (23.). Nach feinem Lupfer über die Abwehr von Emre Can fand auch Reus das Tor, 3:0 (26.).

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Innerhalb von zehn Minuten machten die Schwarzgelben aus einem potenziellen Pokalkrimi eine extrem einseitige Fußballgala mit technischen und kreativen Leckerbissen. Zirkusreife Vorstellung am Tag der Arbeit. Und die Kieler? Die waren konsterniert. Einen fehlgeleiteten Rückpass von Jonas Meffert erlief der als Mittelstürmer eingesetzte Thorgan Hazard, der eines Haaland-Vertreters würdig überlegt und konzentriert abschloss (32.). Selbst mit dem 4:0 begnügten sich die Borussen nicht: Holstein bekam nicht einmal im Strafraum Zugriff auf den ballführenden Dortmunder, Sancho legte ab für Jude Bellingham, dessen Schuss aus 16 Metern, von Simon Lorenz abgefälscht, unhaltbar über die Linie flutschte (42.).

BVB-Machtdemonstration in den ersten 45 Minuten gegen Kiel

5:0 zur Pause, eine Machtdemonstration. Dortmunds flexibles, variantenreiches und flottes Kombinationsspiel zeigte Holstein die Grenzen auf. Dass auch die Kieler mit zwei Distanzschüssen durch Fabian Reese (27., Pfosten) und Ahmet Arslan (44., Hitz parierte) zum Abschluss kamen, geriet angesichts der Effizienz des BVB (neun Torschüsse, fünf Tore) zur Randnotiz.

Zum zweiten Durchgang gönnte Trainer Edin Terzic Julian Brandt (für Reyna) Spielpraxis, nach 60 Minuten durften auch Mateu Morey, Thomas Delaney und Reinier (für Piszczek, Can und Reus) mitkicken. Das Niveau der Partie ließ deutlich nach, doch viel mehr beschäftigte die Borussen die 72. Minute: Morey kam bei einem Zweikampf an der Außenlinie schräg mit dem rechten Fuß auf, die Aufprallkräfte schossen dem 21-jährigen Spanier voll ins rechte Knie. Die lauten Schmerzensschreie von Morey, der auf einer Trage in die Kabine und anschließend ins Krankenhaus gebracht wurde, ließen sofort schlimme Befürchtungen einer schweren Knieverletzung aufkommen. Weitere Untersuchungen werden Klarheit über die Ausfallzeit bringen.

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