Der Rückfall und die Folgen: BVB gegen Lazio in der Pflicht

Champions League

Für eine tiefgehende Analyse des 1:2 gegen Köln bleibt dem BVB kaum Zeit. In der Champions League geht es gegen Lazio um das Ticket fürs Achtelfinale. Dortmund steht in der Pflicht.

Dortmund

, 02.12.2020, 12:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
BVB-Trainer Lucien Favre (l.) sagt: „Wir sind Tabellenführer in der Gruppe, wir wollen es auch bleiben.“

BVB-Trainer Lucien Favre (l.) sagt: „Wir sind Tabellenführer in der Gruppe, wir wollen es auch bleiben.“ © Groeger

Am Montag durften die Profis von Borussia Dortmund den Ball beiseite legen. Der erste freie Tag seit Längerem bot die Chance, auf andere Gedanken zu kommen und abzuschalten - was manchem nach dem 1:2 gegen den 1. FC Köln immer noch frustierten Fan vielleicht die Zornesröte ins Gesicht treiben wird, aus medizinischer Sicht aber sicher angeraten war.

Gefühl von großer Enttäuschung beim BVB nach dem 1:2 gegen Köln

Auch die mentale Regeneration sei wichtig, merkte Mittelfeldspieler Thomas Delaney am Dienstag an. „Manchmal bringt es mehr, sich mal einen Tag nicht zu sehen und zu entspannen.“ Es sei „für den Kopf“ enorm wichtig, „auch mal abzuschalten.“ Kräfteverschleiß stört sich nicht an Ergebnissen. Analyse der Köln-Pleite, Vorbereitung auf Lazio Rom, das fand komprimiert am Dienstag und in den Stunden vor dem Spiel am Mittwochvormittag statt.

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Das Abschlusstraining des BVB vor dem Lazio-Heimspiel

Die Bilder des BVB-Abschlusstrainings vor dem Champions-League-Heimspiel gegen Lazio Rom.
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In der Mannschaft, daran ließ Delaney keinen Zweifel, habe die überraschende Niederlage vom Samstag aber natürlich das Gefühl von großer Enttäuschung hinterlassen. „Natürlich waren auch wir unzufrieden“, meinte der Däne und sagte fast beschwörend: „Trotzdem sind wir in Form!“

Die BVB-Profis stehen aus doppeltem Grund in der Pflicht

Weil der böse Ausrutscher aus dem Nichts kam, tat er besonders weh. Borussia Dortmund steht unter verschärfter Beobachtung, wenn heute Abend Lazio Rom im letzten Gruppenheimspiel der Champions League im Signal Iduna Park (21 Uhr, live bei Sky) erscheint. Die Mannschaft ist aus doppeltem Grund in der Pflicht: Sie muss die schlechten Gedanken, die am Wochenende erneut am Himmel aufgezogen sind, so schnell wie möglich wieder vertreiben. Und da ist ja auch noch die Wiedergutmachung für die 1:3-Hinspielpleite in Rom im ersten Gruppenspiel, die vor sechs Wochen schon Schlimmes befürchten ließ. Es war ein Spiel, wie Delaney sagt, „bei dem ich auf dem Platz das Gefühl hatte, dass wir immer einen Schritt hintendran waren.“

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Mehr Biss und Aggressitivät gegen den Ball, mehr Tempo und Tiefe im eigenen Offensivspiel, und natürlich mehr Konzentration bei gegnerischen Standards - das Rezept für die 90 Minuten heute Abend ist schnell aufgeschrieben. Der BVB spielt nicht nur gegen ein immer gefährliches Lazio, er spielt auch gegen die Pessimisten, die das 1:2 gegen Köln wieder auf den Plan gerufen hat - und gegen die erneut aufkommenden Zweifel an einer Weiterentwicklung hin zu einer Mannschaft, die eine echte Bayern-Konkurrenz darstellen kann.

Borussia Dortmund gegen Lazio ohne Meunier und Can

Noch ist die Unruhe nur latent spürbar, sie würde aber bei einer Niederlage heute unweigerlich zunehmen. Es ist eine Situation, in der nicht nur die Mannschaft einen klaren Kopf bewahren muss. „Wir sind Tabellenführer in der Gruppe, wir wollen es auch bleiben“, sagte Trainer Lucien Favre am Dienstag lapidar. Er muss neben Thomas Meunier auch Emre Can ersetzen. Ein Schlag aufs Fußgelenk aus dem Köln-Spiel sorgt für anhaltende Schmerzen. Raphael Guerreiro hingegen kann wohl spielen.

Zwei verlorene Pflichtspiele in Serie, das passierte Borussia Dortmund unter dem Trainer Favre erst zweimal. Zuletzt im Februar dieses Jahres, als dem Ausscheiden im DFB-Pokal in Bremen (2:3) in der Bundesliga ein 3:4 in Leverkusen folgte. Das nächste Kapitel in dieser Serie käme zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt.

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