Der vertraute Unbekannte: BVB-Torjäger Haaland trifft auf Ex-Coach Marco Rose

mlzBorussia Dortmund

Erling Haaland trainierte in Salzburg ein halbes Jahr lang unter dem heutigen Gladbach-Coach Marco Rose. Der Durchbruch gelang dem BVB-Torjäger erst später. Jetzt treffen sie sich wieder.

Dortmund

, 06.03.2020, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Verletzungssorgen, Anpassungsprobleme im fußballerischen und körperlichen Bereich, dazu starke Konkurrenz: Trainer Marco Rose fand kaum Verwendung für den Neuzugang aus Norwegen, den der Verein ihm da in den Kader geschickt hatte. Knapp 150 Spielminuten verteilt auf sechs Partien, immerhin ein Tor, aber eine große Hilfe stellte der lange Blonde nicht dar in seinem ersten halben Jahr in Österreich. Erling Haaland (19) verlieh der Wechsel zu RB Salzburg nicht automatisch Flügel. „Am Anfang waren alle anderen so viel besser als ich“, erinnert er sich. Ich war nicht austrainiert.“

Haaland tat das, was ihn auch heute noch auszeichnet: Er schuftete hart. Physisch, um den Rückstand aufzuholen, Norwegen ist schließlich nicht Österreich und erst recht nicht Deutschland. Außerdem feilte er an seiner mentalen Stärke. „Nach einem halben Jahr war ich in einer viel besseren Verfassung und bereit, um durchzustarten“, sagt Haaland. Danach, ab Sommer 2019, schoss er die Tornetze in der österreichischen Bundesliga und in der Champions League in Fetzen und macht damit seit Januar beim BVB nahtlos weiter.

Rose lobt BVB-Torjäger Haaland in den höchsten Tönen

Am Samstagabend trifft Haaland auf seinen ehemaligen Trainer Rose, der ihn im ersten halben Jahr im Ausland nicht von der Leine ließ. Gladbachs Coach war schon damals beeindruckt vom Norweger, und ist es noch heute. „Er war von Anfang an sehr fokussiert“, erklärt Rose, „er hat aber auch ein paar Wochen gebraucht, um die Spielweise zu adaptieren.“ Von der Mentalität habe sich Haaland vorbildlich präsentiert. „Was ihn richtig stark macht, ist, wie er als Typ tickt. Diese Willenskraft, diese Wucht, diese Torgefährlichkeit.“

Jetzt lesen

Rose und die anderen Ex-Salzburger in Gladbach - wie Rechtsverteidiger Stefan Lainer und die Co-Trainer Rene Maric und Alexander Zickler - kennen Haaland aus dem Effeff. Borussia Dortmunds Torgaranten zu stoppen, wird die Borussia vom Niederrhein jedoch vor große Probleme stellen. Weil es nicht allein auf den Zielspieler ankommt, sondern auch auf die Passgeber.

BVB-Neuzugang Haaland ist „danach einfach explodiert“

„Erling hat ein gutes Näschen, Tempo und Wucht - zudem bewegt er sich in der Box extrem stark. Es geht aber nicht nur um ihn, sondern auch um die Zulieferer drumherum, die ihn immer wieder freispielen“, meint Rose. „Wenn man sieht, wie Erling seine Tore erzielt, ist wahrscheinlich die Hälfte aus Pässen in die Mitte entstanden, bei denen er nur noch den Fuß hinhalten musste. Also sollte man bis dahin schon gut und fleißig verteidigen.“

Groll gegen Rose, der ihn als 18-Jährigen meist auf der Bank oder der Tribüne schmoren ließ, hegt Haaland nicht. Mit lautem Lachen erklärt er seine phänomenale Leistungssteigerung in der RB-Zeit nach Rose so: „Nachdem der Klub mich so lange zurückgehalten hat, bin ich danach einfach explodiert.“ Internationale Aufmerksamkeit zog Haaland bei der U20-WM im Sommer 2019 auf sich, als er groß auftrumpfte und beim 12:0 der Norweger gegen Honduras unglaubliche neun (!) Treffer erzielte - und sich ärgerte, dass es nicht zehn waren. Zurück in Salzburg hob dann Roses Nachfolger Jesse Marsh sein Spiel „auf ein anderes Level“, meint der Norweger.

Erling Haaland trifft für den BVB alle 45 Minuten

Dank seiner Dynamik und Torgefahr warte auf Haaland „eine große Karriere“, vermutet Rose. Im BVB-Trikot mit der Nummer 17 erzielte sein ehemaliger Schützling alle 45 Minuten ein Tor. Gewarnt ist Rose allemal.

Lesen Sie jetzt