Mehr Traditionsduell im Pokal geht nicht: Das ist der Gegner des BVB

Borussia Dortmund

Borussia Dortmund trifft in der ersten Runde des DFB-Pokals auswärts auf den MSV Duisburg. Mehr Traditionsduell geht nicht. Der RN-Gegnercheck.

Dortmund

, 26.07.2020, 18:49 Uhr / Lesedauer: 3 min
Das Objekt der Begierde: der DFB-Pokal.

Das Objekt der Begierde: der DFB-Pokal. © picture alliance/dpa

Einmal kurz auf der A40 das Gaspedal gen Boden gedrückt – und schon ist sie bewältigt, die kurze Reise von Dortmund zur Schauinsland-Reisen-Arena. Hier, wo in Duisburg zuvor die Mauern des ehrwürdigen Wedaustadions standen, nur knapp 58 Kilometer entfernt von der heimischen Strobelallee, muss der BVB zum Ruhr-Derby antreten in der ersten Runde des DFB-Pokals 2019/20.

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Denn die Auslosung am Sonntagabend in der ARD-Sportschau förderte eines der ältesten Duelle im deutschen Fußball zutage: Der MSV Duisburg empfängt Borussia Dortmund, mehr Tradition geht kaum. Fußball-Nostalgikern wird bei dieser Paarung ohne Zweifel gleich warm ums Herz, denn beide Klubs zählten 1963 zu den Gründungsmitgliedern der Fußball-Bundesliga. Die Duisburger firmierten damals noch als Meidericher SV. Der Trainer, der den MSV in die neue höchste deutsche Spielklasse führte, hieß Willi „Fischken“ Multhaup. Drei Jahre später lenkte eben dieser Multhaup den BVB an der Seitenlinie zum legendären Sieg im Europapokal der Pokalsieger.

Gegründet im Jahre 1902 schnürten im Laufe der Jahrzehnte etliche herausragende Fußballer wie Ewald Lienen oder Bachirou Salou ihre Schuhe für die „Zebras“. Der Allergrößte von ihnen: Bernard „Ennatz“ Dietz, der die deutsche Nationalelf 1980 in Rom als Kapitän zum EM-Titel führte. Der 72-Jährige ist heute Ehrenmitglied und Teil des MSV-Ehrenrates, das Klubmaskottchen trägt seinen Namen. Nach der großen Ära von Dietz ging es mit den Duisburgern jedoch bergab, fortan begegneten die traditionsreichen Ruhrpott-Klubs einander kaum noch auf Augenhöhe: 10 Mal stieg der MSV in den vergangenen 38 Jahren ab, 8 Mal stieg er in dieser Zeit auf. Im Jahr 2013 konnten die „Zebras“ den totalen finanziellen Kollaps gerade noch verhindern und starteten in der 3. Liga einen Neuaufbau. Beinahe wären sie in der gerade beendeten Saison in die 2. Bundesliga zurückgekehrt, sie verspielten jedoch im Endspurt den Aufstieg und kamen als Tabellenfünfter ins Ziel.

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Eigentlich hätte das nicht für den Einzug in die erste DFB-Pokalrunde gereicht, doch das Team von Trainer Torsten Lieberknecht hatte Glück: Da der Meister der 3. Liga, die zweite Mannschaft des FC Bayern, nicht für den Pokal startberechtigt ist, rückte Duisburg nach. Und zog jetzt prompt das große Derby-Los BVB.

Ein Spaziergang wartet in Duisburg-Wedau am Wochenende 11. bis 14. September sicher nicht auf die Schwarzgelben, denn der MSV schloss die Saison als heimstärkstes Team der 3. Liga ab. Von 19 Partien in der Schauinsland-Reisen-Arena gingen nur zwei verloren. Aufpassen muss der BVB auf Vincent Vermeij, dem niederländischen Torjäger gelangen für den MSV 19/20 stolze 14 Treffer. Zentrale Figur auf dem Rasen ist aber ein gebürtiger Duisburger: Moritz Stoppelkamp. Der 33-jährige Routinier ist der Kapitän, bester Scorer und Rekordhalter: Vor sechs Jahren gelang Stoppelkamp in der Bundesliga im Trikot des SC Paderborn gegen Hannover ein Treffer aus 82,3 Metern Torentfernung. Es bedeutete Rang zwei bei der Wahl zum Tor des Jahres, nur Mario Götzes WM-Finaltreffer bekam noch mehr Stimmen als Stoppelkamp. Borussia Dortmund sollte also gewarnt sein vor dem Außenseiter, der noch immer seinem großen Pokaltraum nachjagt: Noch nie durfte der MSV die Trophäe in den Himmel recken. Viermal stand der Klub zwar im Finale, jedes Mal schritt er jedoch als Verlierer vom Rasen.

BVB trifft in der ersten Runde des DFB-Pokals auf den MSV Duisburg

Erstmeldung: Borussia Dortmund spielt in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen einen Rivalen aus dem Ruhrgebiet. Die Schwarzgelben treffen auf den MSV Duisburg.

DFB-Pokal: BVB in der ersten Runde gegen den MSV Duisburg

Die Duisburger bilden eine kleine Ausnahme. „Die sind deshalb dabei, weil Bayern II in der 3. Liga Meister geworden ist. Deswegen darf der Fünftplatzierte noch mitmachen“, erklärt DFB-Präsident Fritz Keller.

Die erste Runde des DFB-Pokals findet vom 11. bis 14. September statt. Wir aktualisieren diesen Text.

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Die erste Runde des DFB-Pokals in der Übersicht:

  • 1. FC Nürnberg - RB Leipzig
  • Schleswig-Holsteinischer FV - VfL Osnabrück
  • NFV Pokalsieger 3. Liga & RL - Mainz 05
  • Sächsischer FV - TSG Hoffenheim
  • Bayerischer Pokalsieger - Eintracht Frankfurt
  • Thüringer FV - SV Werder Bremen
  • SV Wehen Wiesbaden - 1. FC Heidenheim
  • FV Mittelrhein - FC Bayern München
  • NFV Pokalsieger Amateure - FC Augsburg
  • Südbadischer FV - Holstein Kiel
  • Eintracht Braunschweig - Hertha BSC
  • LFV Mecklenburg-Vorpommern - VfB Stuttgart
  • MSV Duisburg - Borussia Dortmund
  • Hessischer FV - SV Sandhausen
  • Württembergischer FV - FC Erzgebirge Aue
  • SG Dynamo Dresden - Hamburger SV
  • FV Rheinland - VfL Bochum
  • Badischer FV - SC Freiburg
  • LFV Brandenburg - VfL Wolfsburg
  • Bremer FV - Borussia Mönchengladbach
  • Saarländischer FV - FC St. Pauli
  • Hamburger FV - Bayer 04 Leverkusen
  • FC Würzburger Kickers - Hannover 96
  • FLV Westfalen 2. Teilnehmer - SPVGG Greuther Fürth
  • Süddeutscher FV - SSV Jahn Regensburg
  • Berliner FV - 1. FC Köln
  • FV Niederrhein - Arminia Bielefeld
  • Bayerischer FV Bester Amateur - FC Schalke 04
  • FC Ingolstadt - Fortuna Düsseldorf
  • Karlsruher SC - 1. FC Union Berlin
  • 1. FC Magdeburg - SV Darmstadt 98
  • FLV Westfalen 1. Teilnehmer - SC Paderborn
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