DFL präsentiert Vier-Punkte-Plan - Saison bis 30. Juni beenden

Fußball-Bundesliga

Die 36 Profi-Klubs stimmen der Bundesliga-Aussetzung bis Ende April zu. Die DFL präsentiert einen Vier-Punkte-Plan - und will die Saison bis zum 30. Juni beenden.

Dortmund

, 31.03.2020, 15:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Frühestens im Mai wird im Dortmunder Signal Iduna Park wieder der Ball rollen.

Frühestens im Mai wird im Dortmunder Signal Iduna Park wieder der Ball rollen. © imago / Hans Blossey

Auf der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) haben die 36 Profi-Klubs am Dienstag in einer Videokonferenz der Aussetzung des Spielbetriebs bis zum 30. April zugestimmt. „Die Liga stand noch nie enger zusammen als in diesen Tagen. Alle Beteiligten wissen um ihre Verantwortung“, erklärte Liga-Boss Christian Seifert.

DFL will die Saison 2019/20 bis zum 30. Juni beenden

Es gehe, so Seifert weiter, „ohne Wenn und Aber um den Schutz der Risikogruppen. Dennoch wird mit Hochdruck daran gearbeitet, wie wir nach dieser Krise weitermachen können. Dafür braucht es Pläne. Pläne, die Flexibilität erfordern.“ Die DFL präsentierte zudem einen Vier-Punkte-Plan - mit der Zielsetzung, die Saison bis zum 30. Juni zu beenden:


01.) Der Bundesliga-Spielbetrieb bleibt bis zum 30. April ausgesetzt, ein Mannschaftstraining soll bis mindestens 5. April unterbleiben. „Das heißt nicht, dass am 6. April 36 Klubs ins volle Training einsteigen“, erklärte Seifert. „Wie es dann weitergeht, ist zunächst den Klubs überlassen. Wir hätten gerne gewisse Rahmenbedingungen.“


02.) Es werden Produktionskonzepte ausgearbeitet, die mit minimalem Aufwand die Fortsetzung der Saison 19/20 gewährleisten können.

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03.) Entwicklung eines verbindlichen medizinischen Leitfadens, unter welchen Bedingungen der Spielbetrieb gewährleistet werden kann. „Das ist eine unabdingbare Voraussetzung“, sagte Seifert. „Man muss mit großem Demut an diese Frage herangehen. Es ist unsere Aufgabe, allen das Gefühl zu geben, dass sie bestmöglich gesichert sind. Es wird unsere Aufgabe sein, Antworten zu finden.“


04.) Der Abzug bis zu neun Punkten bei einer Insolvenz wird ausgesetzt. „Es gibt keine Sanktionen in Form eines Punktabzugs geben“, erklärte Seifert. Bei einer Insolvenz in der kommenden Saison werden drei statt der üblichen neun Punkten abgezogen. Hinsichtlich der Lizenzierung für die kommende Saison verzichtet die DFL auf die Prüfung der Liquidität. Die kommende Prüfung werde von Oktober auf September vorgezogen.


Die DFL, so Seifert weiter, behalte sich vor, Anpassungen vorzunehmen. „Viele Menschen würden sich über die Rückkehr der Bundesliga freuen - auch ohne Zuschauer. Andere Emotionen täten sehr gut. Derzeit ist dafür aber noch nicht der richtige Zeitpunkt. Wir freuen uns, den Menschen etwas Normalität zurückzubringen würden.“


Außerdem sprach Christian Seifert über ...


… die Liquidität der Bundesliga-Klubs: „Die Vereine mussten Extremstszenarien erstellen - das kostet Überwindung. Ich spreche nicht über den Zustand einzelner Klubs. Aber: Einige Vereine könnten im Mai und Juni in eine existenzbedrohende Situation kommen, wenn Saison abgebrochen werden müsste.“


… ein zeitliches Limit: „Alle Ligen beschäftigen sich damit. Die UEFA hat ebenfalls Erfordernisse - wie Champions League, Europa League und Länderspiele. Wir streben weiterhin an, die Saison am 30. Juni zu beenden. Es kann eine Situation geben, dass eine Saison mit in den Juli verlängert wird. Aber irgendwann muss auch die Saison 2020/21 beginnen. Wir werden auch über Änderungen des Transferfensters sprechen müssen.“

… die 20-Millionen-Euro-Spende der Champions-League-Teilnehmer: „Wir haben heute kurz darüber gesprochen, das Präsidium hat sich damit aber noch nicht weiter befasst. Das werden wir in einer der nächsten Sitzungen tun.“


… den Verlust durch fehlende Zuschauereinnahmen: „Das treibt alle Sportarten und Unternehmen um. Stand heute ist davon auszugehen, dass die Spiele für einige Zeit ohne Zuschauer stattfinden werden. Das muss einkalkuliert werden. Niemand mag Spiele ohne Zuschauer, aber es wäre eine Möglichkeit, die Situation abzufedern.“


… ein Turnier-Modell für die Bundesliga: „Wir denken über unterschiedlichste Pläne nach. Es gibt Überlegungen - aber nicht den einen Plan.“

… den Kontakt zur Politik: „Wir sind in engem Kontakt, ich werde darüber aber nicht öffentlich berichten. Wir stimmen uns natürlich mit der Politik ab, wollen aber keine Extra-Wurst. Jedem ist klar, dass wir am Ende ein Wirtschaftsunternehmen sind.“

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