Die böse Fratze des Fußballs

DFB-Pokal

Die Bilanz liest sich erschreckend: 17 verletzte Personen, 15 Festnahmen, Sachschäden in Höhe von 150.000 Euro. Die DFB-Pokalpartie zwischen Borussia Dortmund und Dynamo Dresden (2:0) lieferte im Anschluss fast nur Negativ-Schlagzeilen. Über Sport wurde nur noch wenig geredet.

DORTMUND

von Von Thomas Schulzke

, 26.10.2011, 22:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Dresdner Fans vermummten sich, um nicht erkannt zu werden.

Die Dresdner Fans vermummten sich, um nicht erkannt zu werden.

Dreimal musste Schiedsrichter Peter Gagelmann die Begegnung unterbrechen. Zahlreiche Bengalische Feuer und Rauchbomben wurden auf der Nordtribüne gezündet, auf der die Gästefans standen. Zudem setzten die Dresdner Laserpointer ein, blendeten sowohl den Referee als auch die BVB-Spieler. In der 80. Minute versuchten gewaltbereite Gäste-Anhänger schließlich die Dortmunder Tribüne zu stürmen und bewarfen BVB-Profis mit Gegenständen. Viele Eltern mit Kindern verließen aus Angst vorzeitig das Stadion. Erschreckend: Die Polizei vermeldete 15 Festnahmen und 17 verletzte Personen. Der DFB ermittelt jetzt gegen den Zweitligisten. „Wir haben uns wirklich gut gegen den Meister verkauft. Und worüber wird in den kommenden Tagen gesprochen? Über die Dresdner Chaoten auf der Tribüne. Und das auf solch einer Bühne. Bei einem Live-Spiel. Das ist wirklich traurig. So etwas darf einfach nicht passieren“, sagte Dynamos geschockter Mittelfeldspieler David Solga, der in Dortmund geboren wurde. Ähnlich sah es Loose: „Das war über das Maß hinausgeschossen!“

BVB-Coach Jürgen Klopp übte ebenfalls harsche Kritik: „Ich liebe emotionale Stimmung. Aber wenn Polizisten und Fans gefährdet werden, hört der Spaß auf. Diese Gewaltbereiten machen keinen Spaß!“ Borussias KGaA-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sagte: „Wenn Dschingis Khan vor hunderten von Jahren hier einmarschiert wäre, hätte es nachher auch nicht anders ausgesehen.“ Watzke zufolge prüft der BVB jetzt juristische Schritte. „Es kann nicht sein, dass wir auf den Kosten alleine sitzen bleiben. Und die Kosten betragen durch Sachbeschädigungen im Stadion immerhin rund 150 000 Euro.“ Über den sportlichen Verlauf der Partie wurde übrigens auch geredet. Klopp sprach davon, dass seine Mannschaft die Begegnung zu jeder Zeit kontrolliert habe. Und mit dem Treffer zum 2:0 (65.) hätte sein Team die Gäste gehindert, im zweiten Abschnitt noch einmal richtig Lust auf die Partie zu bekommen.

Gegen Dresden überzeugte Ersatztorhüter Mitchell Langerak in den wenigen Szenen, in denen er geprüft wurde und zeigte Klopp, dass er sich auf ihn verlassen kann. Ganz stressbefreit ging der Australier nicht in das Spiel. „Natürlich war ich vor dem Anpfiff nervös. Aber nach einer Minute war alles vorbei. Es gehört zu meinem Job, Ruhe auszustrahlen!“

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