Die BVB-U23 hat am Samstag den Drittliga-Aufstieg sportlich fix gemacht. Aber wie genau geht es jetzt weiter? © Thomas Bielefeld
Fußball-Regionalliga

Die BVB-U23 ist sportlich Regionalliga-Meister – aber wie geht es jetzt weiter?

Sportlich hat die BVB-U23 am Samstag den Drittliga-Aufstieg bereits perfekt gemacht. Doch offiziell ist der Aufstieg erst, wenn das Sportgericht des WDFV mehrere Einsprüche verhandelt hat. Ein Überblick.

Ein Punkt hätte der BVB-U23 am Samstag beim Wuppertaler SV bereits gereicht, um den Regionalliga-Titel und somit den Aufstieg in die 3. Liga perfekt zu machen. Am Ende sind es nach dem 2:1-Sieg sogar drei geworden. Was folgte, war eine große Meisterparty auf dem Rasen im Stadion am Zoo. Aber wie geht es nun weiter? Wir haben beim Westdeutschen Fußballverband (WDFV) nachgefragt und geben einen Überblick.

Wie ist der aktuelle Stand der Dinge?

Borussia Dortmund II ist am Samstagnachmittag mit einem 2:1-Erfolg beim Wuppertaler SV aus sportlicher Sicht Regionalliga-Meister der Saison 2020/21 geworden. Mit 93 gesammelten Zählern rangiert der BVB – drei Punkte vor RW Essen – auf Platz eins der Tabelle. Der BVB kassierte in der gesamten Saison über nur eine Niederlage (1:2 gegen den SV Rödinghausen), hat zudem die meisten Tore erzielt (94) und – gemeinsam mit RW Essen – die meisten Siege eingefahren (27). Sebastian Kehl, Leiter der Lizenzspieler-Abteilung beim BVB, sagte im Ruhr-Nachrichten-Interview: „Ich glaube, dass es sportlich keinen Zweifel gibt, dass sich diese Mannschaft den Aufstieg absolut verdient hat.“ Fix ist der Aufstieg aber deshalb noch nicht, weil RW Essen und der SV Bergisch Gladbach Einsprüche gegen die Wertung dreier BVB-Spiele eingelegt haben.

Worum geht es bei den Einsprüchen?

RW Essen soll gegen die Wertung der BVB-Partien in Straelen (3:1) und Rödinghausen (0:0) Einspruch eingelegt haben. Der Protest zum 3:1 der Dortmunder U23 gegen den SV Bergisch Gladbach sei vom eigentlich bereits als Absteiger feststehenden Klub beim Westdeutschen Fußballverband eingegangen. Es geht aus Dortmunder Sicht also um sieben Punkte, die im schlimmsten Urteilsfalle abgezogen werden würden. Klar ist mittlerweile, dass die Einsprüche aufgrund der vom BVB beim Verband gemeldeten Kaderliste getätigt wurden. So wird angezweifelt, dass den Dortmundern während der Quarantänezeit nach drei Corona-Fällen nicht mehr als 16 Spieler zur Verfügung standen, die zur Weiterführung des Spielbetriebs notwendig sind. Und somit der BVB hätte antreten müssen. Die drei betroffenen Partien der Schwarzgelben (Straelen, Rödinghausen, Bergisch Gladbach) wurden jedoch verlegt.

Wann und wo findet die Verhandlung statt?

Dazu machte der Westdeutsche Fußballverband trotz mehrfacher Nachfrage – mutmaßlich aus Sicherheitsgründen – bislang keine Angaben. Nach Informationen dieser Redaktion wird es in dieser Woche zur Verhandlung kommen.

Wer übernimmt die Verhandlung?

„Das macht das Sportgericht des Westdeutschen Fußballverbandes“, sagt Manfred Schnieders, Ausschussvorsitzender Fußballausschuss. Wer genau Teil des Gremiums bei der Verhandlung sein wird, wollte Schnieders allerdings nicht verraten.

Wie läuft die Verhandlung ab?

„Die beteiligten Vereine werden als Zeugen geladen, ebenso die Kläger. Alle werden befragt. Der WDFV ist auch beteiligt. Wir werden dann versuchen, ein Urteil zu finden“, sagt Schnieders.

Wann ist ein Ergebnis der Verhandlungen zu erwarten?

Manfred Schnieders zeigte sich optimistisch, dass es in dieser Woche ein Urteil geben werde. Endgültig rechtskräftig sei dies aber noch nicht. „Es wird Einspruchsmöglichkeiten geben. Die jeweiligen Vereine könnten in Berufung gehen“, sagt Schnieders.

Wie realistisch ist es, dass dem BVB noch Punkte abgezogen werden?

Die Gefahr des Punkteabzugs besteht weiterhin, doch der BVB hat zuletzt immer wieder betont, dass er bezüglich der beim Verband gemeldeten Kaderliste eng mit dem WDFV zusammengearbeitet habe.

Über den Autor
Sportredaktion Dortmund
Ist bereits seit Kindesbeinen an von Ballsportarten – insbesondere Fußball – fasziniert. Stets neugierig auf der Suche nach Geschichten, auch abseits des Ballsports. Die Liebe zum Journalismus entdeckte er über sein großes Hobby: Fotografie. Gebürtig aus Selm, mittlerweile in Lünen wohnhaft.
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Patrick Schröer

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