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Die Fan-Grenze verläuft quer durchs Ruhrgebiet - die Anspannung steigt vorm Revierderby

mlz177. Revierderby

Sage, wo du herkommst, und die Statistik weiß, wessen Fan du bist. Mitten durch das Ruhrgebiet verläuft die Grenze. Borusse oder Schalker? Alle fiebern dem Derby entgegen.

Dortmund

, 07.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Schwarzgelb oder Königsblau, das ist fast eine Frage der Fußball-Religion – und eben der Herkunft. In und um Dortmund wohnen die Dauerkarteninhaber von Borussia Dortmund, mit großen Ausläufern in Richtung Nord, Ost und Süd.

Westlich von Dortmund allerdings verläuft der Nord-Süd-Meridian, die Grenze zum Schalker Land. In Gelsenkirchen, Herne, Recklinghausen und Umgebung sitzt die königsblaue Stammkundschaft.

„Man wird beim Bäcker oder an der Tankstelle permanent von den Leuten darauf angesprochen, weil dieses Spiel den Fans und dem Umfeld so viel bedeutet.“
Michael Zorc

„Ich erlebe das seit 50 Jahren mit“, sagt BVB-Sportdirektor Michael Zorc zu den besonderen Tagen vor einem Derby: „Man wird beim Bäcker oder an der Tankstelle permanent von den Leuten darauf angesprochen, weil dieses Spiel den Fans und dem Umfeld so viel bedeutet.“ Selbst ein Derby-Debütant wie BVB-Trainer Lucien Favre kann sich dem nicht entziehen. „Alle sagen mir es, dass es ein wichtiges Spiel ist. Derbys sind speziell. Zwischen beiden Städten liegen nur 20 Minuten mit dem Bus. Diese Rivalität gehört dazu, das weiß ich.“

Tedesco hat mit Schalke noch kein Revierderby verloren

Sein Gegenüber Domenico Tedesco, der noch keinen Kohlenpott-Klassiker mit Schalke verloren hat (4:4; 2:0), betont: „Wenn ich jetzt sage, dass wir im Derby mehr abrufen als sonst, stimmt das nicht. Wir wollen in jedem Spiel das Maximum aus uns herausholen.“ Aber auf die besondere Atmosphäre, „darauf freue ich mich“, sagt Tedesco.

Deutlich martialischer wird sein Innenverteidiger Naldo, im Vorjahr mit Treffern in beiden direkten Duellen der Derby-Spieler der Saison. Auch wenn er sportlich keine Hauptrolle spielt derzeit, will er helfen. „Indem ich vielen Spielern vermittele, wie wichtig diese Partie ist. Wir müssen kämpfen. Es kann passieren, dass wir verlieren – aber dann müssen wir vor Erschöpfung fast tot sein!“

Großes Interesse auch im Ausland

Das „Derby de la Ruhr“, wie es zum Beispiel in Frankreich heißt, gehört auch international zu den bekanntesten Nachbarschaftsduellen. Wie „Old Firm“ in Glasgow oder das Derby an der Merseyside zwischen dem FC Liverpool und dem FC Everton.

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Delaney: "Vom Derby erwarte ich ein bisschen mehr"

In Dänemark hat Borusse Thomas Delaney nach eigener Berechnung von zwölf Duellen mit dem FC Kopenhagen gegen Bröndby nur eines verloren. Auch mit Bremen gegen Hamburg hat er heiße Stimmung erlebt. Auf Schalke erwartet er „noch mehr“ Rivalität, Aggressivität, hitzige Atmosphäre. „Ich finde das geil.“

Schmelzer klärt beim BVB über die Bedeutung des Derbys auf

Delaney und die anderen neuen Jungs „kommen von alleine und fragen nach, wie wichtig das Spiel ist, ob es wichtiger ist, das Derby zu gewinnen als ein anderes Spiel“, berichtet BVB-Urgestein Marcel Schmelzer. „Alleine das zeigt, dass es kein normales Spiel werden wird.“

Die Fan-Grenze verläuft quer durchs Ruhrgebiet - die Anspannung steigt vorm Revierderby

Verteilung der Dauerkartenbesitzer von Borussia Dortmund und Schalke 04 im Ruhrgebiet und angrenzenden Gebieten nach Postleitzahlenbezirken (Daten aus der Saison 2012/13). © von Ebert, Ralf; van Ooy, Uwe; Feirer, Martina

Wer wem die Daumen drückt, für wen das Herz schlägt, das wird vererbt, eingebimst, von der Geburt an per Mitgliedsurkunde von heißblütigen Eltern festgelegt. Und ablesen lässt es sich eben auch mit hoher Wahrscheinlichkeit an der Postleitzahl.

„Es kann ja keiner leugnen, dass dieses Spiel etwas Besonders ist und die Anspannung etwas größer ist“, sagt Zorc. Trotzdem sollten wir uns auf das Spiel konzentrieren. Wir müssen gut Fußball spielen, dann sieht es auch am Samstagabend gut aus.“

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