Auf BVB-Trainer Edin Terzic wartet im Januar viel Arbeit. © imago / MIS
Borussia Dortmund

Die Sache mit dem Kopf ist für BVB-Trainer Terzic ein entscheidender Faktor

Borussia Dortmund macht nach dem 2:0 in Braunschweig einen Haken an das Jahr 2020. BVB-Trainer Edin Terzic muss nach der kurzen Pause „die Schwere aus den Köpfen“ bekommen.

Später, am Mannschaftsbus, war die Anspannung der vergangenen zehn Tage endlich mal für einen kurzen Moment verflogen. Edin Terzic lachte, winkte und wünschte fröhliche Weihnachten, bevor es am späten Dienstagabend von der Hamburger Straße in Braunschweig zurück in Richtung Dortmund ging. Der Kurzurlaub im engsten Familienkreis vor Augen löste den Stress beim neuen Dortmunder Cheftrainer.

Ein mühsamer BVB-Erfolg aus der Kategorie Arbeitssieg

Und die Tatsache, dass der BVB bei Eintracht Braunschweig einen weiteren Rückschlag, von denen es in dieser Saison schon zu viele gegeben hat, verhindern konnte. 2:0 bei einem Zweitligisten, das Überwintern im DFB-Pokal gesichert: Es war ein mühsamer Erfolg aus der Kategorie Arbeitssieg, aber die letzte sportliche Aufgabe des Jahres war letztendlich solide gelöst worden.

Dafür verantwortlich waren die Tore von Mats Hummels nach zwölf Minuten und von Jadon Sancho in der Nachspielzeit – und Terzics Fazit fasste die Partie treffend zusammen. „Wir haben heute nicht die Sterne vom Himmel gespielt. Wir wussten, dass es schwer wird. Wir hätten es einfacher haben können, aber das Ergebnis stimmt. Wir nehmen den Sieg so mit und sind glücklich, dass wir das Jahr positiv beenden können.“

BVB-Sportdirektor Michael Zorc: „Hausaufgaben erledigt“

Thomas Delaney, der seit Ende November verletzt gefehlt hatte und dessen kämpferische Herangehensweise auf dem Fußballplatz dem BVB in Braunschweig sichtlich guttat, sah es im Interview mit „Sport1“ ganz ähnlich. „Die erste Halbzeit war ein bisschen zu langsam“, sagte der Däne. „Wir waren kontrolliert, aber haben zu viele Fehler gemacht und waren zu schlecht im Umschaltspiel.“ Die zweite Halbzeit sei dann besser gewesen. Unter dem Strich zähle: „Wir haben verdient gewonnen. Wir müssen trotzdem schneller spielen. Aber der Platz war weich, wir sind alle müde. Am Ende ist das okay.“

Und Michael Zorc, der Dortmunder Sportdirektor, erklärte im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten: „Wir haben unsere Hausaufgaben erledigt, darum ging es in erster Linie. Jetzt wird es uns allen guttun, mal ein paar Tage abzuschalten, um den Kopf frei zu bekommen.“

BVB-Trainer Terzic: „Ein bisschen die Magie verloren“

Die Sache mit dem Kopf ist für Terzic ein ganz entscheidender Faktor. Es sei zuletzt deutlich geworden, meinte der 38-Jährige nach seinem dritten Pflichtspiel auf der BVB-Kommandobrücke, „dass wir vor allem in den letzten Wochen so ein bisschen die Leichtigkeit, so ein bisschen die Magie verloren haben.“ Der Mannschaft seien auf einmal „Dinge schwerer gefallen, die zu Anfang der Saison noch deutlich einfacher waren und besser geklappt haben“.

Darum werde es in der kurzen Vorbereitung auf die Liga-Fortsetzung – der BVB empfängt schon am 3. Januar den VfL Wolfsburg – vordergründig darauf ankommen, „die Schwere aus den Köpfen zu bekommen“, sagte Terzic. Das sei allerdings schwierig und gehe nicht auf Knopfdruck. „Man kann nicht sagen: Spielt mal selbstbewusster und spielt mutiger. Und die Jungs setzen das dann einfach um.“ Es werde vielmehr darum gehen, „gemeinsam einen Weg zu finden“.

Missliche BVB-Lage in der Bundesliga

Dieser Weg soll Borussia Dortmund in der Bundesliga schnellstmöglich wieder in ruhigeres Fahrwasser führen. Im DFB-Pokal und in der Champions League ist der BVB in der Spur, in der Liga ist er es nicht. Rang fünf, der nur für die Teilnahme an der Europa League berechtigen würde, ist das eindrucksvollste Dokument für die missliche Lage im Kerngeschäft der Schwarzgelben.

Ab dem 28. Dezember startet auf dem BVB-Tainingsgelände in Dortmund-Brackel die Vorbereitung auf wegweisende Wochen im Januar. In der Hinrunde geht es noch gegen Wolfsburg, nach Leipzig, daheim gegen Mainz und abschließend zu Bayer Leverkusen, also gegen drei Mannschaften, die aktuell besser im Tableau platziert sind als Borussia Dortmund. Zum Rückrundenauftakt wartet dann prompt ein schweres Auswärtsspiel bei Borussia Mönchengladbach.

Zorc muss spätestens Ende Januar Bilanz ziehen

Zorc erklärte, er sei noch nicht bereit, „Bilanz zu ziehen, weil wir ja noch nicht einmal die Halbserie beendet haben“. Spätestens Ende Januar wird er nicht mehr daran vorbeikommen. Der BVB kann zu Beginn des neuen Jahres – und das gilt auch für Trainer Edin Terzic – viel Boden gutmachen. Er kann aber auch ganz viel verlieren. Ende noch offen.

Über den Autor
BVB-Redaktion
Tobias Jöhren, Jahrgang 1986, hat an der Deutschen Sporthochschule in Köln studiert. Seit 2013 ist er Mitglied der Sportredaktion von Lensing Media – und findet trotz seines Berufes, dass Fußball nur die schönste Nebensache der Welt ist.
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Tobias Jöhren

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