Doll trifft alte Liebe

DORTMUND Am Dienstag um 20 Uhr steigt die Premiere: Zum ersten Mal in seiner Karriere tritt Borussia Dortmunds Trainer Thomas Doll (41) gegen den Hamburger SV an, für den er selbst lange als Spieler und Trainer gearbeitet hat.

von Von Sascha Fligge

, 24.09.2007, 19:11 Uhr / Lesedauer: 1 min
Thomas Doll wehrt sich gegen Indiskretionen.

Thomas Doll wehrt sich gegen Indiskretionen.

„Das ist ein besonderes Spiel für mich“, betont Doll, der im Februar nach einer Pleitenserie in Hamburg die Koffer packen musste: „Ich habe die Mannschaft damals auf einem schlechten Tabellenplatz an Huub Stevens übergeben. Trotzdem habe ich für meine Arbeit Wertschätzung erfahren.“

Gute Laune hat Doll vor dem Duell des Sechsten (10 Punkte, 6:5 Tore) beim Neunten (9 Punkte, 11:10 Tore) nicht. Das 2:3 in Berlin liegt ihm noch schwer im Magen: „Die Gegentore haben wir ja fast selbst geschossen!“ Als Pressesprecher Josef Schneck ihn am Montag fragt, ob es neue Verletzte zu beklagen gibt, raunzt Doll: „In Berlin konnte sich ja keiner verletzen.“ Gelächter überall – nur nicht bei Doll selbst. Der Mangel an Aggressivität im Olympiastadion hat ihn schwer getroffen. Doll: „Ich will gegen Hamburg ein ganz anderes BVB-Team sehen!“

Der Klub aus seiner Heimat ist Deutschlands Fußball-Minimalist: In allen Saisonspielen reichte es stets nur zu einem Tor. HSV-Coach Stevens muss bedingt durch die Virus-Infektionen von Boateng und Guerrero eventuell kurzfristig umbauen. „Wir hoffen auf Besserung bis morgen“, sagte der Niederländer nach dem Abschlusstraining. Für Guerrero könnte Zidan auflaufen. In der Abwehr gehen die Alternativen aus, weil Demel, Atouba (gesperrt) und Kompany (verletzt) fehlen.

Beim BVB wird sich personell wenig tun. Philipp Degen fällt weiterhin aus. „Die Untersuchung bei Leistenspezialist Dr. Karl-Heinz Bauer hat ergeben, dass ich nicht operiert werden muss. Aber die Leiste braucht einige Tage absolute Ruhe“, sagte Degen am Montag Nachmittag.

Für ihn wird Florian Kringe (Doll: „Auf Flo ist immer Verlass“) übernehmen. Ob der Trainer dem in Berlin enttäuschenden Marc Kruska die Überwachung Rafael van der Vaarts überlassen wird – oder aber dem gegen Bremens Diego starken Tinga – stand am Montag nicht fest. Eine Ausrichtungs-Änderung im Mittelfeld erscheint jedenfalls unwahrscheinlich. Doll meint: „Meine Mannschaft fühlt sich mit der Raute am wohlsten.“

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