Tottenhams Superstars Kane und Alli fehlen zumindest im Achtelfinal-Hinspiel der Königsklasse verletzt. Genügend Grund zur Sorge gibt es trotzdem für den BVB. Heung-min Son spielt mit.

Dortmund

, 13.02.2019, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist noch gar nicht so lange her, als die Fußballwelt dabei zusah, wie Heung-min Son bittere Tränen der Enttäuschung und Verzweiflung weinte. Am 23. Juni des vergangenen Jahres war das. Die südkoreanische Nationalmannschaft hatte bei der WM in Russland soeben 1:2 gegen Mexiko verloren und besaß nach der zweiten Niederlage im zweiten Vorrundenspiel nur noch sehr theoretische Chancen auf den Einzug ins Achtelfinale. Für Son war das nicht nur sportlich eine traurige Nachricht, sondern auch privat. Dem besten südkoreanischen Fußballer drohte, diese Geschichte ist um die Welt gegangen, der Wehrdienst in seinem Heimatland statt der Premier League in England - umgerechnet 240 Euro pro Monat statt 95.000 Euro pro Woche.

Die Tränen sind getrocknet

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Der Hintergrund ist schnell erzählt: Für alle südkoreanischen Männer gilt eine mindestens 21 Monate dauernde Wehrpflicht, die spätestens mit Ablauf des 27. Lebensjahres anzutreten ist. Südkoreanische Sportler mit besonderen Erfolgen werden von ihr befreit, doch Son hatte, zumindest mit der Nationalmannschaft, keine vorzuweisen. Ein Achtelfinal-Einzug hätte als ein solcher Erfolg gewertet werden können, aber der Plan war so gut wie gescheitert. Es sah nicht wirklich gut aus für Son.

Dortmund gegen Tottenham - der BVB hat da Son Problem

Im September 2018 gewann Son (M.) mit der südkoreanischen Nationalmannschaft die Goldmedaille bei den Asienspielen. © imago

Knapp acht Monate später sind Sons Tränen getrocknet, es sieht jetzt deutlich besser aus - und wahrscheinlich wird er am 8. Juli, seinem 27. Geburtstag, über die Bilder vom vergangenen Sommer lachen können. Denn Son muss nicht zum Militär, das steht mittlerweile fest. Der Star aus der Premier League hat noch einen Ausweg gefunden, trägt weiterhin Trikot statt Uniform und verdient auch weiter 95.000 Euro pro Woche statt 240 Euro pro Monat. Im September hat er mit der Nationalmannschaft die Goldmedaille bei den Asienspielen gewonnen, das genügte, um der Armee vom Panzer zu springen.

Rückkehr als strahlender Sieger

Bei seinem Klub Tottenham Hotspur verpasste Son, der 2015 für 30 Millionen Euro Ablöse von Bayer Leverkusen an die White Hart Lane wechselte, zu Saisonbeginn wegen der Asienspiele drei Spieltage. Die „Spurs“ schluckten die Kröte, besser drei verpasste Spiele als fast zwei verpasste Jahre - und am Ende ging es ja tatsächlich gut aus. Son kehrte als strahlender Sieger und im wahren Wortsinn befreit zurück nach England. Der 26-Jährige bedankt sich seitdem regelmäßig mit Toren für das Vertrauen seines Arbeitgebers - elf Mal war er in dieser Premier-League-Saison bereits erfolgreich, sechs weitere Treffer bereitete Son vor.

Dortmund gegen Tottenham - der BVB hat da Son Problem

Schon zu HSV-Zeiten traf Son (r.) besonders gerne gegen den BVB. © dpa

In der laufenden Champions-League-Saison dagegen wartet Son noch auf ein Tor. Aus Sicht von Borussia Dortmund ist allerdings irgendwie zu befürchten, dass sich daran bald etwas ändern wird. Denn Son trifft ausgesprochen gerne und auffallend oft gegen den BVB. Das war schon so, als er und der Hamburger SV noch in der Bundesliga spielten - und es ist bis heute so geblieben.

Acht Tore in zehn Spielen gegen Dortmund

Insgesamt war Son in zehn Spielen gegen Borussia Dortmund achtmal erfolgreich, viermal für den HSV, einmal für Leverkusen und dreimal für Tottenham. Der BVB ist Sons Lieblingsgegner, das hat sich seit seinem Wechsel auf die Insel nicht geändert. In den vergangenen drei Partien zwischen Dortmund und Tottenham tauchte Son immer unter den Torschützen auf. In der Saison 2015/2016, als der BVB durch einen 3:0-Heimsieg und einen 2:1-Auswärtssieg das Viertelfinale in der Europa League perfekt machte, erzielte Son zumindest das Ehrentor für die Engländer.

In der vergangenen Saison, als der BVB in der Gruppenphase der Champions League zweimal gegen den Klub aus dem Norden Londons unterlag (1:3 in London, 1:2 in Dortmund) traf Son im Hinspiel zum 1:0 und im Rückspiel zum 2:1-Siegtreffer.

Es scheint wirklich so, als habe der BVB hat da irgendwie Son Problem.

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