Nach schwierigen Monaten zurück auf dem Platz: BVB-Talent Patrick Osterhage. © Bielefeld
Borussia Dortmund II

Ein klares Statement: BVB-Talent Patrick Osterhage feiert Comeback

Borussia Dortmunds U23 begrüßt beim 2:2 gegen Oberhausen einen Rückkehrer: Patrick Osterhage steht erstmals seit rund anderthalb Jahren wieder auf dem Platz - und überzeugt.

Zuerst war da Alaa Bakir, er sprang ihm in die Arme. Dann kamen in kurzer Abfolge Tobias Raschl und Dominik Wanner hinzu, sie nahmen ihn lachend in ihre Mitte. Und ein wenig später hatten sich auch die übrigen Kollegen um Patrick Osterhage gesellt, sie beglückwünschten ihn, schrien ihm die Freude geradewegs ins Gesicht. Soeben hatte der 20-jährige Osterhage sein erstes Pflichtspieltor für den BVB II erzielt. Im ersten Pflichtspiel bei den Senioren. Nach 563 Tagen Zwangspause.

Es war das 1:1 gegen RW Oberhausen, wenig später bereitete Osterhage noch die 2:1-Führung vor. Ein malerischer, perfekter Einstand also, wäre nicht diese 90. Minute gewesen, in der RWO das 2:2 gelang. „Der Ärger über den Ausgleich überwiegt“, sagte Osterhage deshalb, ehe er kurz Auskunft darüber gab, wie es denn nun gewesen sei auf dem Platz nach dem so langen Spielstopp, für den insbesondere hartnäckige Hüftprobleme verantwortlich zeichneten.

BVB-Talent Patrick Osterhage freut sich über sein Comeback

Osterhage berichtete davon, dass er die 45-minütige Vorstellung „gut weggesteckt“ habe, er habe sich natürlich „sehr gefreut und nicht damit gerechnet, sofort ein Tor zu machen“, aber es sei „schön“ gewesen, könne ihm „Auftrieb“ geben. Und klar: Die Zeit fernab des Fußballs sei „nicht einfach“ gewesen, doch er blicke jetzt „positiv in die Zukunft“, wolle „fit bleiben“, denn das sei „das Wichtigste“. Punkt. Dann schlenderte Osterhage in die Kabine.

Zugegeben, der Unterhaltungswert dieser Aussagen hielt sich in engen Grenzen, doch das eigentlich wichtige Statement hatte Osterhage – freilich als Mittelfeldspieler angestellt und kein hauptamtlicher Büttenredner – zuvor auf dem Platz entsendet, kraftvoll und mit Verve. Trainer Enrico Maaßen durfte sich also bestätigt fühlen. „Patti“, sagte er, „hat in den Trainingseinheiten gezeigt, dass er brennt. Wir wollten einen neuen Impuls bekommen.“ So wurde Osterhage zur zweiten Hälfte reingeworfen.

Patrick Osterhage bringt dem BVB II einen neuen Impuls

Maaßen hatte sich zuvor gründlich überlegt, wie und wann er ihn bringen könne. Zum einen sah er mit Verzücken, wie sich Osterhage in den Übungseinheiten präsentierte, zum anderen blickte er mit Sorge auf dessen Krankenakte. Keine einfache Entscheidung, zumal Testspiele erst einmal nicht in Sicht sind. Weil die Borussia gegen RWO jedoch Probleme hatte, ihr Angriffsspiel zu entfalten und Marco Hober, da manngedeckt, aus dem Spiel genommen wurde, kam Osterhages Dreiviertelstunde.

„Patti ist einer, der anschiebt“, meinte Maaßen, er sei ein „dynamischer Spieler, der torgefährlich ist“ – im Gegensatz zu Hober, der seine Qualitäten darin besitzt, die Mitspieler mit Pässen über die Kurz- und Langdistanz in Position zu bringen, ohne selbst viele schnelle Läufe zu absolvieren. Kurzum: Hober ist der umsichtigere Mittelfeldmann, Osterhage der schnellkräftigere und offensiv geradlinigere. Dies verlangte Maaßen – und sein langzeitverletzter Joker ließ wenige Wünsche offen.

BVB-Trainer Enrico Maaßen lobt Patrick Osterhage

„Beim ersten Tor sieht man den Willen, das Tor zu machen“, lobte Maaßen Osterhages Lauf bis in den Strafraum, wo er von Alaa Bakir bedient zum Ausgleich einschoss. Und vor dem zweiten BVB-Tor zeigte Osterhage seinen guten Antritt, er lief fünfzehn, zwanzig Meter, stocherte den Ball durch die Abwehrkette – mit etwas Glück landete die Kugel bei Schütze Steffen Tigges. „Ich freue mich ungemein für den Jungen“, sagte Maaßen später. Und: „Patti hat uns heute total geholfen.“

Am Ende bemerkte Dortmunds Trainer zwar, „dass die Kräfte weniger wurden“. Doch wie sollte es auch anders sein nach rund anderthalbjähriger Pause ohne einen einzigen Einsatz? Darum betonte Maaßen, „insgesamt ein ganz tolles Debüt“ von Osterhage gesehen zu haben. Dies, so sagte der Coach, habe sich sein zentraler Mittelfeldspieler verdient. Und auf diesen Eindrücken kann aufgebaut werden – zwanglos und bedacht.

Patrick Osterhage ist eine vielversprechende BVB-Alternative

Denn Osterhage jetzt mit Spielminuten zu überfrachten, wäre gewiss kontraproduktiv. Um ihm guten Gewissens eine tragende Rolle anvertrauen zu können, muss noch mehr Zeit verstreichen. Positiv: Immerhin eine vielversprechende Alternative ist der junge Mann mittlerweile wieder. Das hat er gegen Oberhausen gezeigt – sein 45 Minuten andauernder Vortrag war ein erstes Statement.

Über den Autor
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Schreibt seit 2015. Arbeitet seit 2018 für die Ruhr Nachrichten und ist da vor allem in der Sportredaktion und rund um den BVB unterwegs.
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Leon Elspaß

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