Ab in den Winkel! Jadon Sancho erzielt gegen Brügge den Treffer zum 2:0. © imago / Uwe Kraft
Borussia Dortmund

Ein Schritt Richtung Topform: BVB-Torschütze Sancho dankt Team und Trainer

Hinter Jadon Sancho liegen schwierige Wochen. Beim 3:0 gegen Brügge macht der BVB-Dribbler einen wichtigen Schritt Richtung Topform - und dankt anschließend Team und Trainer.

Lucien Favre schaute sich das Kunstwerk an und schlug die Hände über dem Kopf zusammen. Ihm gefiel, was er sah, und der BVB-Trainer, immerhin 63 Jahre alt, grinste anschließend wie ein kleiner Junge, der sich über einen gelungenen Streich freut. Jadon Sancho hatte soeben den Ball aus 18 Metern gefühlvoll über die Mauer des Gegners hinweg in den linken Winkel des Tores gezaubert, das mit dem Streich kam in diesem Fall von streicheln.

BVB-Dribbler Jadon Sancho: „Es war ein fantastisches Tor“

Es war ein Traumtor, dieses 2:0 des BVB gegen den FC Brügge kurz vor der Halbzeitpause, das für Borussia Dortmund die Weichen entscheidend in Richtung Achtelfinale der Königsklasse stellte. Doch es sorgte nicht nur wegen der nun weit aufgerissenen Tür zur K.o-Phase für Freude im schwarzgelben Lager, sondern auch, weil Sancho dieser Treffer sichtlich guttat. „Ich glaube, es war ein fantastisches Tor“, sagte der 20-jährige Engländer später. Er trainiere diese Freistöße regelmäßig und er sei froh, „dass der Ball so reingegangen ist“.

Wichtiger als der Treffer selbst war das gute Gefühl, mit dem Sancho am Dienstagabend vom Platz ging. Er hatte über weite Strecken des Spiels mal wieder das gezeigt, was er selbst und mittlerweile die gesamte Fußballwelt im Drei-Tages-Rhythmus von ihm erwartet. Ein Tor, eine Vorlage: Der BVB-Topscorer der vergangenen Saison, als er wettbewerbsübergreifend an 40 Toren beteiligt gewesen war, sammelte gegen Brügge seine Torbeteiligungen sechs und sieben in der laufenden Spielzeit.

Hinter Jadon Sancho liegen „etwas härtere Zeiten“ beim BVB

Das ist beileibe kein schlechter Wert, Sancho hat in dieser Saison bislang zehn Pflichtspiele absolviert, aber die Messlatte für den englischen Nationalspieler liegt seit der Sommerpause mindestens da, wo die Weltklasse anfängt. Das liegt zum einen an den vielen Spekulationen des Sommers über einen möglichen 120-Millionen-Euro-Wechsel Sanchos zu Manchester United, der schlussendlich nie konkret wurde, zum anderen aber freilich auch an Sanchos spektakulärer Vorsaison.

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Der Spieler selbst macht gar keinen Hehl daraus, dass es zuletzt für ihn persönlich nicht perfekt lief. „Ich bin glücklich, dass der Trainer und das Team an mich glauben“, sagte er. Es seien jüngst „etwas härtere Zeiten für mich“ gewesen. „Ich will wieder zu den Topleistungen zurückkehren, die ich schon gezeigt habe“, erklärte er. Es komme nämlich darauf an, „wie man wieder zurückkommt“.

Hummels über Sancho: „Wird noch besser und noch stärker“

Lob für Sanchos Auftritt gegen Brügge gab es von Sebastian Kehl, der ebenfalls nicht verschwieg, dass Sancho „zuletzt sicherlich eine schwierige Phase“ gehabt habe, in der er manche Dinge auf dem Platz nicht so gut gelöst bekommen habe. „Heute hat er insgesamt aber ein gutes Spiel gemacht“, sagte der Leiter der Dortmunder Lizenzspielerabteilung. „Die Leistung wird ihm hoffentlich Auftrieb geben. Wir brauchen Jadon, er ist ein fantastischer Spieler.“

Abwehrchef Mats Hummels lobte: „Jadon hat viel für die Mannschaft gearbeitet und ist damit in viele aussichtsreiche Situationen gekommen. Er wird in den nächsten Wochen noch besser und noch stärker werden. Wenn die anderen sehen, dass die Künstler auf dem Platz arbeiten, dann springt der Funke über und alle geben Gas. Das versuche ich diesen Jungs immer wieder zu vermitteln, dass sie sehr, sehr viel auf dem Platz ausstrahlen können.“

Jadon Sancho verfolgt mit dem BVB ambitionierte Ziele

Auch Trainer Favre bescheinigte seinem Schützling eine gute Leistung. „Er ist viel gelaufen, und ich freue mich, dass er ein sehr schönes Tor erzielt hat.“ Das habe geholfen. „Es war speziell für Jadon in diesem Sommer, er musste das verdauen“, erklärte der Schweizer. Doch Sancho werde nach und nach zurückfinden zu seiner alten Leistungsstärke. Deswegen sei er, Favre, ganz ruhig. „Ich weiß, wie die Spieler sind. Sie können nicht ein ganzes Jahr in Topform sein. Das ist unmöglich.“

Zumindest ein Schritt zurück zur erhofften Topform ist Sancho am Dienstag gelungen. Um seine Ziele mit dem BVB zu erreichen, wird er weitere gehen müssen. Er hoffe schließlich, erklärte Sancho noch, „dass wir einen Titel gewinnen können“. Er wolle zwar nur von Spiel zu Spiel denken und nicht zu weit in die Zukunft blicken, aber: „Wenn wir so weitermachen, können wir auch die Meisterschaft gewinnen.“ Das klang schon wieder sehr stark nach dem Sancho aus der Vorsaison.

Über den Autor
BVB-Redaktion
Tobias Jöhren, Jahrgang 1986, hat an der Deutschen Sporthochschule in Köln studiert. Seit 2013 ist er Mitglied der Sportredaktion von Lensing Media – und findet trotz seines Berufes, dass Fußball nur die schönste Nebensache der Welt ist.
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Tobias Jöhren

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