„Einfach unglaublich“: BVB-Talent Bafounta meldet sich nach 18 Monaten zurück

mlzBorussia Dortmund

Kamal Bafounta durchlebt bei den BVB-Junioren die schwierigste Zeit seiner jungen Karriere. Eine Knieverletzung setzt den Franzosen 18 Monate lang außer Gefecht. Jetzt meldet er sich zurück.

Dortmund

, 18.11.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ende September. Es ist der Tag vor dem Supercup-Spiel der BVB-Profis beim FC Bayern München. Dauerregen und leichter Nebel hängen über Dortmund-Brackel. Die Trainingsplätze sind verwaist, rund 20 Journalisten warten auf den Beginn der - Corona-bedingt - improvisierten Medienrunde mit Kapitän Marco Reus.

Für BVB-Talent Bafounta endet eine lange Leidenszeit

Anzeige


Fast unbemerkt beendet Kamal Bafounta zur gleichen Zeit seinen Arbeitstag und macht sich auf den Weg Richtung Kabine. Unter Anleitung von Reha-Trainer Heiko Bias hat der Franzose eine individuelle Einheit absolviert. Für den Mittelfeldspieler ist es das Ende einer langen Leidenszeit. Im Februar 2019 hatte sich Bafounta einen Meniskusschaden im rechten Knie zugezogen und wurde wenige Wochen später von Knie-Spezialist Prof. Dr. Peter Angele in Bad Griesbach operiert.

Im April 2020 allein im BVB-Jugendhaus: Kamal Bafounta kurz nach seiner zweiten Knie-Operation.

Im April 2020 allein im BVB-Jugendhaus: Kamal Bafounta kurz nach seiner zweiten Knie-Operation. © Groeger

Doch der Weg zurück auf den Fußballplatz entwickelte sich für den 18-Jährigen, der im Sommer 2018 vom FC Nantes zu Borussia Dortmund gewechselt war, zum Marathonlauf. Nach mehreren Rückschlagen folgte im März dieses Jahres eine weitere Operation. Zu Beginn der Corona-Pandemie saß Bafounta plötzlich alleine im BVB-Jugendhaus fest. „Meine Familie war immer da. Ich habe sie zwar nicht oft gesehen, aber wir haben häufig telefoniert. Ich musste einfach stark bleiben“, sagt er im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten.

Bafounta vor Rückkehr ins BVB-Training: „Wir sind sehr zufrieden“

Gut sechs Monate später kann Bafounta wieder kleine Teile des Mannschaftstrainings bei der U19 absolvieren. „Ich habe lange darauf gewartet und hart dafür gearbeitet. Jetzt ist es einfach unglaublich. 1,5 Jahre weg zu sein von einem Fußballplatz ist wirklich schwer.“ Er habe trotz der Rückschläge immer daran geglaubt, „wieder mit der Mannschaft zu trainieren. Es gab keine Alternative“.

Jetzt lesen

In den vergangenen Wochen habe es „sehr positive Fortschritte“ gegeben, erklärt Sebastian Märker, leitender Physiotherapeut im Nachwuchsleistungszentrum des BVB. „Seit Mitte Oktober sind wir auch im athletischen Bereich bei den Belastungsspitzen. Kamal reagiert aktuell gar nicht auf die Belastung - es gibt keine Schwellungen oder Schmerzen. Wir sind wirklich sehr zufrieden.“

Bafounta will sich langsam an sein altes BVB-Niveau herantasten

Märker und Bias haben seit dem Sommer nahezu täglich mit dem Spieler zusammengearbeitet. „Bei Kamal ging es darum, für eine Stabilität zu sorgen, dass er sich mit seinem Knie wohlfühlt, seinem Knie vertraut. Wir haben mit Kleinzielen gearbeitet, einem sogenannten Return-To-Algorithmus“, erklärt Bias. „Daran haben wir uns entlang gehangelt. So hat der Spieler ein Erfolgserlebnis, wenn er ein Level bestanden hat. Level zwei berechtigt beispielsweise zum Joggen, da darf man dann auch schon mit dem Ball anfangen. Das bringt einen sehr großen Motivationsschub.“

Jetzt lesen

Bafounta will sich in den kommenden Wochen langsam an sein altes Niveau heranarbeiten. „Ich weiß, dass ich lange verletzt war und es sicherlich nicht sofort perfekt laufen wird. Ich möchte mich gut in die Mannschaft integrieren, nach einiger Zeit auch wieder das komplette Training mitmachen. Mein großer Dank gilt den BVB-Mitarbeitern, in erster Linie natürlich Sebastian und Heiko. Sie haben mich sehr gut vorbereitet.“

Bafounta hat die Zwangspause beim BVB „sehr gut verpackt“

Bias erläutert: „Es erfolgt ein enger Austausch mit den Athletiktrainern, da wir auch mit Pulswerten arbeiten und dann genau abschätzen können, auf welchem Niveau sich die Mannschaft befindet und wo der zuvor verletzte Spieler steht. Optimal ist es, wenn der Unterschied nicht so groß ist.“

Jetzt lesen

Auch der psychische Bereich muss bei einer solch langwierigen Verletzung berücksichtigt werden. „Kamal hat das sehr gut verpackt. Der Kopf spielt nach so einer langen Pause natürlich eine große Rolle, das können wir im Training nur teilweise konstruieren“, meint Märker. Kamal Bafounta sagt selbstbewusst: „Ich bin nicht nervös.“

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt