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Borussia Dortmund

Einlassprobleme gegen Mainz: Der BVB reagiert – und will etwas ändern

Endlich wieder mehr als 60.000 Zuschauer im Stadion - doch beim Einlass gibt es zeitweise massive Probleme. Viele Fans verpassen den Anpfiff gegen Mainz. Jetzt reagiert der BVB.

Als Marco Reus‘ Geschoss im Mainzer Tor einschlug, standen viele BVB-Fans noch wartend vor dem Stadion. Am Südosteingang des Signal Iduna Parks gab es am Samstag massive Probleme bei der Einlasskontrolle. Sie hörten den Torjubel, der drinnen die Ränge zum Beben brachte. 1:0 für den BVB. Sie aber standen draußen, die Eintrittskarte in der Hand – und steckten noch im Gedränge vor dem Stadioneingang fest. Hunderte Fans schafften es teils erst 15 Minuten nach dem Anpfiff durch die Kontrollen. Frust machte sich breit.

BVB gegen Mainz: Fans berichten von Problemen

Fans berichteten unseren Reportern, dass sie mehr als eine Stunde angestanden hätten. Sprachen von „Katastrophe“ und „Desaster“. Dicht an dicht, Bauch an Rücken, zu Hunderten. Die Mehrheit von ihnen bis kurz vor den Stadiontoren ohne Maske. In Corona-Zeiten verstörende Bilder.

„Das war nicht zufriedenstellend, es tut uns sehr leid für die betroffenen Fans“, erklärte Borussias Stadionchef Dr. Christian Hockenjos am Sonntag den Ruhr Nachrichten. Der BVB, so Hockenjos, werde die Einlass-Prozesse nach den Erfahrungen des Samstags schnellstens durchleuchten, um mögliche BVB-seitige Fehler abzustellen.

BVB-Heimspiel gegen Mainz deckt Probleme auf

Kein Zweifel: Dass zum ersten Mal nach eineinhalb Jahren wieder mehr als 60.000 Zuschauer zu einem BVB-Heimspiel in den Signal Iduna Park durften, deckte am Samstag einige Probleme deutlich auf. Probleme, die teils schon weit vor den Stadiontoren begannen – aufgrund von Staus vor den umliegenden Parkplätzen, über die der BVB keine Hoheit hat. Deutlich mehr Menschen als in Zeiten vor Corona reisten per Pkw an. Die Bundesliga-Klubs hatten dies ihren Fans zu vorherigen Spielen, als noch weniger Fans in die Stadien durften, empfohlen, um vollgestopfte Züge oder Busse zu vermeiden.

Das erhöhte Pkw-Aufkommen erwies sich am Samstag aber mit mehr als 60.000 Fans als erste große Anreise-Bremse. Sogar die Mannschaftsbusse der Mainzer und Dortmunder Profis erreichten das Stadion deutlich verspätet. Nur dank spontaner Straßensperrungen der Polizei fuhren sie überhaupt mit ausreichend Vorlauf bis zum Anpfiff in der Strobelallee vor.

BVB-Heimspiel gegen Mainz: Stau auf den Straßen, Chaos an den Parkplätzen

Staus auf den Zufahrtstraßen und mitunter Chaos an den Parkplätzen, auch denen des Betreibers Westfalenhallen, ließen einige hundert Fans in einer Welle erst nach ihren auf den Tickets vorgegebenen Zeitfenstern am Stadion ankommen. Und das Gedränge vor allem am eng umbauten Zugang Südost wuchs ab 14.40 Uhr schnell an.

Während es an anderen Stadioneingängen im Norden nahezu reibungslos lief, stieg hier der Druck auf die Kontrolleure minütlich. Auch, weil die „GGG-Kontrolle“ deutlich mehr Zeit pro Person kostete, als kalkuliert. Ein Grund: Fans hatten ihren Impfnachweis oder Personalausweis nicht sofort griffbereit. Andere hatten sich am Südosteingang angestellt, obwohl sie auf ihren Tickets einen anderen Eingang zugewiesen bekommen hatten. Sogar Mainzer Anhänger waren darunter. Wieder andere hatten ihren auf dem Ticket vorgegebenen, früheren Zeitslot schlicht ignoriert. Dies verschärfte die Einlasslage, die durch den erhöhten Kontrollbedarf ohnehin eng bemessen war.

Der BVB hat viele erfahrene Ordner verloren

Ein weiteres Problem: Der BVB hat in der Pandemiezeit rund 200 erfahrene Ordnungskräfte verloren, noch längst nicht alle Stellen konnten bislang neu besetzt werden. Neu angeworbene Kräfte stecken laut Christian Hockenjos noch im Trainingsmodus. Eine ausreichende Zahl an Ordnern sei durch extern hinzugebuchtes Personal am Samstag jedoch im Einsatz gewesen.

Die Szenen am Südosteingang untermauerten dies: Als dort zehn Minuten vor dem Anpfiff das Kontrolltempo zur Entspannung des Staus dringend erhöht werden musste, kamen Ordner aus anderen Bereichen des Stadions zur Hilfe. Die Körperkontrolle, so schilderte es Fan Michael Dörlemann, sei „nur noch ein kurzes, oberflächliches Abtasten“ gewesen. Einige Abläufe des Ordnungspersonals saßen noch nicht. „Dass es erst einmal ruckeln würde, war uns klar, wenn nun wieder mehr als 60.000 Zuschauer ins Stadion kommen. Das ist ein Lernprozess für alle“, sagte Christian Hockenjos, der „an allen nötigen Stellschrauben bis zum nächsten Heimspiel drehen“ will.

Auch die Fanwege im Stadion müssen dringend unter die Lupe. Denn als das Spiel schon lief, strömten die verspätet eingelassenen Zuschauer auf die Tribüne – und mussten dann nicht selten andere Plätze als die gebuchten einnehmen.

Über den Autor
Sportredaktion Dortmund
Sascha Klaverkamp, Jahrgang 1975, lebt im und liebt das Münsterland. Der Familienvater beschäftigt sich seit mehr als 20 Jahren mit der Sportberichterstattung. Einer seiner journalistischen Schwerpunkte ist Borussia Dortmund.
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Sascha Klaverkamp

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