Doppelpack gegen Mainz: BVB-Rückkehrer Erling Haaland. © imago / RHR-Foto
Borussia Dortmund

Einzelkritik: Haaland zelebriert seine Rückkehr – Meunier zeigt beste BVB-Leistung

Die BVB-Rückkehr des Erling Haaland beim 3:1 gegen Mainz wird zur großen Show. Thomas Meunier zeigt seine beste Leistung im Dortmunder Trikot. Die Einzelkritik.

Große Dominanz strahlte der BVB vor der Pause gegen Mainz aus. Borussia Dortmund verpasste es allerdings, diese Überlegenheit nach dem frühen 1:0 durch Marco Reus in weitere Großchancen umzumünzen. Erling Haalands Elfmeter zum 2:0 (54.) brachte schnell Beruhigung auf den Platz und „Spitzenreiter-Sprechchöre“ von der Tribüne. Die BVB-Spieler nach dem verdienten 3:1-Heimsieg in der Einzelkritik:

Gregor Kobel: Komplett beschäftigungslos in den ersten 45 Minuten. Seine Abwehrkette ließ nichts bis zum Tor durch. Auch später musste er nicht eingreifen – bis zur 76. Minute, als er sich ganz lang machte und einen Schuss von Boetius aus dem unteren Eck fischte. Hing beim 1:2 (87.) von Burkardt aus kurzer Distanz allerdings klar mit drin, weil er den Ball zuvor schlecht geklärt hatte. Note: 3,5

Thomas Meunier: Der rechte Außenverteidiger, dessen Einsatz bis zuletzt auf der Kippe gestanden hatte, war an der Entstehung des 1:0 durch seine Hereingabe, die die Mainzer nicht klären konnten, entscheidend beteiligt. Zielte aus 18 Metern knapp am linken Pfosten vorbei (22.). Ein Aktivposten, gute Flanken, ging häufig mutig mit nach vorn. Einer der besten Borussen. Weitere starke Hereingabe (49.), gute Laufwerte, sein bestes Spiel bisher im Trikot der Borussia. Note: 2,0

Manuel Akanji: Die aufmerksame Pass-Maschine der Partie – und 91 Prozent seiner Zuspiele kamen beim Mitspieler an. Defensiv nur selten gefordert. Überragende Rettungsgrätsche im eigenen Strafraum gegen Onisiwo (51.), die ihm sogar Applaus der Kollegen einbrachte. Hellwach, exzellentes Stellungsspiel. Note: 2,0

Mats Hummels: Kluge Zuspiele in die vorderste Reihe, eines gar kunstvoll per Hacke (44.), das die Mainzer nur mit Mühe zu klären wussten. Kontrollierte und lenkte mit Akanji die Partie von hinten heraus. Herrscher in Luftduellen. Und offensiv gefährlich: Traf per Kopfball den linken Pfosten nach einer Brandt-Ecke (66.). Bekam nach 67 Minuten seine wohlverdiente Pause, Marin Pongracic ersetzte ihn. Note: 2,5

Nico Schulz: Sah schon nach 13 Minuten aufgrund eines Fouls die Gelbe Karte. Er setzte damit ein erstes Zeichen. „Schuuuulz“-Rufe hallten durchs Rund, weil er sich etwas zutraute, über die linke Seite ordentlich ackerte und auch defensiv stabil agierte. Mehr als 100 Ballkontakte dokumentieren, dass er sich gegen Mainz für weitere Aufgaben empfahl. Note: 2,5

Emre Can: Sehr zweikampfstark vor der Pause am Boden und in der Luft. Das Stadion feierte ihn für robusten Körpereinsatz, als er vor der Südtribüne einen Ball abschirmte (38.). Nach einer Stunde ließen beim Sechser merklich Kraft und Konzentration nach, so dass ihn BVB-Trainer Marco Rose nach 85 Minuten vom Feld holte. Note: 3,0

Julian Brandt: Ein engagierter Auftritt des Mittelfeldspielers, der sich nicht nur auf den Flügeln, sondern phasenweise auch zentral austobte. War stets anspielbar, viel Produktives gelang in der Offensive allerdings nicht. Präziser Eckstoß (66.) auf den Kopf von Hummels, den dieser an den Pfosten köpfte. Note: 3,0

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Marco Reus: Was für ein Strahl! Der Kapitän hämmerte den Ball zum 1:0 aus 15 Metern in den rechten Winkel (3.). Ein Unhaltbarer, der das Stadion schnell auf Betriebstemperatur hochfuhr. Kassierte Szenenapplaus für eine freche Balleroberung an der Mainzer Torauslinie (34.). Hatte Pech bei einigen Vorstößen, die in der Mainzer Deckung hängenblieben. Note: 2,5

Jude Bellingham: Der junge Engländer wusste gegen Mainz nicht die prägende Rolle für das BVB-Spiel einzunehmen, die er schon häufiger innehatte. Er führte viele Zweikämpfe, er spulte wie gewohnt viele Kilometer ab, doch wichtige Impulse zu setzen, das gelang ihm nur selten. Auffällig hohe Fehlpassquote vor der Pause, stabilisierte sich dann. Bellinghams Pässen fehlten gegen Mainz zu oft die Präzision. Dann aber doch noch ein besonderer Moment, als er sich im Zweikampf beherzt durchtankte und für Haaland das 3:1 auflegte. Note: 3,5

Erling Haaland: Gutes Auge bei der Torschussvorlage für Meunier (22.). Der Norweger, der seine Oberschenkelprellung auskuriert hatte, besaß in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs die große Chance zum 2:0, er scheiterte aber an 05-Keeper Zentner. Legte dann den Abpraller per Kopf vors Tor, doch Bellinghams Schuss kratzten die Gäste von der Torlinie. Schnappte sich selbstbewusst den Handelfmeter in der 54. Minute, schon während seines Anlaufs brüllten die Fans „Örling!“ im Chor – und er lieferte: mit 108 km/h mitten ins Tor zum 2:0. Haalands achter Saisontreffer. Dem er kurz vor dem Abpfiff noch den neunten folgen ließ – eiskalter Abschluss zum 3:1. Vollführte mit einem BVB-Fan, der sich nach dem Abpfiff sein Trikot ergatterte, noch ein Tänzchen vor der Süd. Note: 2,0

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Donyell Malen: Fleißig, viel unterwegs, ließ sich ab und an ins Mittelfeld zurückfallen. Wenn er mit dem Ball am Fuß Tempo aufnahm, wurde es gefährlich. Baute nach der Pause deutlich ab. Marco Rose nahm ihn nach 67 Minuten vom Rasen. Note: 3,5

Marin Pongracic kam für Mats Hummels (67.), Thorgan Hazard ersetzte Donyell Malen (67.), in der 78. Minute durfte Marius Wolf für Julian Brandt aufs Feld. Marco Reus ging für Reinier vom Platz, Axel Witsel löste Emre Can ab (85.). Alle bleiben ohne Note.

Über den Autor
Sportredaktion Dortmund
Sascha Klaverkamp, Jahrgang 1975, lebt im und liebt das Münsterland. Der Familienvater beschäftigt sich seit mehr als 20 Jahren mit der Sportberichterstattung. Einer seiner journalistischen Schwerpunkte ist Borussia Dortmund.
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Sascha Klaverkamp

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