Enttäuschender Auftritt gegen Paderborn: BVB-Linksverteidiger Nico Schulz (l.). © imago / Kirchner-Media
Borussia Dortmund

Einzelkritik: Schulz und Piszczek neben der Spur – Haaland rettet den BVB

Borussia Dortmund zieht mit Ach und Krach ins Pokal-Viertelfinale ein. Beim 3:2-Sieg in der Verlängerung gegen Paderborn sind Schulz und Piszczek neben der Spur, Haaland rettet den BVB.

Vier neue Spieler schickte BVB-Trainer Edin Terzic gegen Paderborn (3:2 n.V.) in die Startelf, Lukasz Piszczek und Nico Schulz erlebten dieses Gefühl in dieser Saison bisher selten und offenbarten, warum das so ist. Nach frühen Toren von Emre Can (6.) und Jadon Sancho (16.) stellte der BVB das Fußballspielen ein – und zitterte sich nach 120 Minuten ins Viertelfinale des DFB-Pokals. Die Dortmunder Spieler in der Einzelkritik:

Marwin Hitz: Für die Einleitung des 2:0 gebührte ihm ein Extra-Lob, präzise weite Bälle vom Torhüter sieht man im BVB-Spiel sonst selten (16.). Auch auf der Linie zur Stelle gegen Srbeny (25.), Antwi-Adjei (32.) und Führich (72.), aber unsicher bei einer hohen Freistoßflanke (29.). Beim 2:1 sieht er den Ball erst sehr spät, kein Vorwurf (79.). Sammelte während Bürkis Abwesenheit weiter Pluspunkte für sich. Note: 2,0

Lukasz Piszczek: Mit großen Schwierigkeiten und meist zweiter Sieger, wenn er in die direkten Duelle musste, vor allem bei Drehungen und im Antritt zu langsam. Ließ sich nicht nur vor Antwi-Adjeis Chance eindrehen (32.), auch im Passspiel zu unpräzise. Note: 5,0

Emre Can: Verlängerte den Eckball, der über Umwege wieder vor seinen Füßen landete, und schloss konsequent ab – 1:0 (6). Als Mittelmann in der Dreierkette mit Organisation und Spielaufbau betraut, setzte mit seiner Aggressivität manche Zeichen, was ab dem 2:0 schwerer fiel. Note: 3,0

Manuel Akanji: Mit einem Kopfball nach einer Ecke sorgte er für die erste Chance (6.). Danach unauffälliger, hatte den linken Raum sichtlich besser im Griff als die Kollegen die rechte Seite. Maximal solide. Note: 4,0

Mateu Morey: Nicht ausreichend stellungssicher (25.) und körperlich zu oft unterlegen, sein Gefühl im rechten Fuß muss er offensiv öfter so nutzen wie beim Pass auf Julian Brandt (43.). Nach 45 Minuten machte er Platz für Felix Passlack, ihm sei übel gewesen, teilte der BVB mit. Note: 4,5

Fotostrecke

DFB-Pokal, Achtelfinale: BVB – SC Paderborn 07 3:2 n.V. (2:2, 2:0)

Jude Bellingham: Vom 17-Jährigen darf man nicht verlangen, dass er das fahrige Spiel seiner Mannschaft an sich reißt, auch wenn der Engländer schon bessere Auftritte abgeliefert hat. Note: 4,0

Thomas Delaney: Reus geschont, Hummels angeschlagen – Captain Delaney führte den BVB aufs Feld und sortierte als nominell einziger Sechser die Reihen. Im Spiel gegen den Ball hätte er seine Vorderleute mehr in die Pflicht nehmen können, beim 1:2 fiel er auf eine schlichte Finte von Justvan herein (79.). Note: 3,5

Nico Schulz: Auch frei vor dem nur von Feldspielern verteidigten Tor strahlt er keine Gefahr aus (8.), sein Timing stimmt überhaupt nicht (19.), auch mit guten Ausgangssituationen weiß er wenig anzufangen (36., 40.). Am Ball auch gegen unterlegene Gegenspieler völlig verunsichert, defensiv rettete ihn nur manchmal sein Tempo. Note: 5,0

Umfrage

Mit welcher Schulnote bewerten Sie den BVB-Auftritt gegen den SC Paderborn?
Loading ... Loading ...

Jadon Sancho: Elf Scorerpunkte in den vergangenen 13 Spielen stehen für den weiter erstarkenden Engländer in der Statistik, das 2:0 erledigte er allein auf weiter Flur mit seiner besonderen Leichtigkeit (16.). Nahm danach nur noch situativ am Spiel teil, musste zweimal treffen (90.). „Er hatte immer wieder gute Offensivaktionen“, sagte BVB-Trainer Edin Terzic. Note: 3,5

Julian Brandt: Ein gutes Spiel gegen einen Zweitligisten, um Selbstvertrauen zu tanken? Genutzt hat er diese Gelegenheit nicht, sein Spieltrieb blieb viel zu oft in Ansätzen stecken. Note: 4,5

Erling Haaland: Knapp gescheitert bei seinem ersten Fluchtversuch aus der engen Beschattung (8.), hätte nach robustem Einsatz von Ex-Borusse Uwe Hünemeier gerne einen Strafstoß-Pfiff gehört (20.). Auch mal als Relaisstation mit starker Ballverarbeitung an einem Tor beteiligt (16.). Zwei reguläre Treffer, nur der zweite zählte (90., 95.). Note: 3,5

Felix Passlack: Zehnter (Teilzeit-)Einsatz, das Eigengewächs haderte mit dem Pech: Erst köpfte er den Ball vor dem Anschlusstreffer zurück in die Gefahrenzone (78.), dann verursachte er unabsichtlich den Strafstoß zum 2:2 (90.). Note: 5,0

Giovanni Reyna (65. für Brandt) fand in der Schlussphase schwer in die Partie, der Youngster ist derzeit außer Form. Note: 5,0

Mahmoud Dahoud (74. für Bellingham), Raphael Guerreiro (90. für Schulz) und Marco Reus (116. für Sancho) bleiben ohne Note.

Über den Autor
BVB-Redaktion
Jahrgang 1980, liebt Sport und lebt (meistens) sportlich. Erste journalistische Gehversuche mit 15. Einser-Diplom in Sportwissenschaft an der Universität Hamburg (2006). Heinz-Kühn-Stipendiat. Seit 2007 bei Lensing Media tätig. Seit 2012 BVB-Reporter.
Zur Autorenseite
Avatar

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.