Borussia Dortmund

Erfolgreiches Terzic-Debüt beim BVB: Harte Arbeit statt Spaßfußball

Edin Terzic durchlebt turbulente Tage bei Borussia Dortmund. In Bremen sieht der neue BVB-Trainer harte Arbeit statt Spaßfußball - die Erleichterung ist nach dem 2:1 dennoch spürbar.
Edin Terzic (hinten) bedankt sich bei BVB-Kapitän Marco Reus. © dpa

Das Abenteuer Bundesliga beginnt für den Trainer-Novizen Edin Terzic um 20.28 Uhr. Es ist nasskalt im Bremer Weserstadion, Terzic erscheint an der Seite von Sebastian Kehl im Innenraum, Borussia Dortmunds neuer Mann an der Seitenlinie begrüßt herzlich seinen Trainerkollegen Florian Kohlfeldt. So kurz vor dem Anpfiff ist noch Zeit für einen kleinen Plausch, Terzic lacht, aber natürlich ist ihm die Anspannung anzusehen.

Youssoufa Moukoko steht erstmals in der BVB-Startelf

Seine neue Mannschaft hat er nur auf einer Position verändert im Vergleich zum desolaten Auftritt beim 1:5 gegen Stuttgart. Er schickt den 16-Jährigen Youssoufa Moukoko erstmals von Beginn an in ein Bundesliga-Spiel, einen besseren Zeitpunkt gibt es kaum, denn alle Kameras richten sich natürlich auf den 38-jährigen Terzic, der Borussia Dortmund die Leichtigkeit zurückbringen will und auch den Mut, offensiv Fußball zu spielen.

Sein Credo dokumentiert Terzic durch einen Systemwechsel. Er kehrt zur Viererkette zurück, das schafft Platz für einen zusätzlichen offensiven Spieler. Zudem besetzt Axel Witsel die Sechs allein, Jude Bellingham bekleidet die Acht auf einer Höhe mit Maro Reus, der sich von der Zehn oft etwas fallen lässt. Davor soll eine Dreierreihe Druck ausüben auf den Bremer Aufbau.

BVB-Trainer Edin Terzic kehrt zur Viererkette zurück

Terzic ist von Beginn an lebhaft dabei. „Sofort da sein!“, ruft er aufs Feld, „Druck, Druck“, als die Bremer bei einem eigenen Einwurf in Bedrängnis kommen. Es gibt Applaus für Moukoko, als der sich spielerisch aus einer Umklammerung löst.

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Und der 16-Jährige wäre in seinem ersten Startelf-Einsatz beinahe gleich auf der Anzeigetafel aufgetaucht. Reus leitete einen von Manuel Akanji abgefangenen Ball direkt aus der Drehung weiter in den Lauf von Giovanni Reyna, dessen Querpass vorbei an Werder-Torhüter Jiri Pavlenka von Moukoko trotz einer beherzten Grätsche knapp verpasst wurde (5.).

Raphael Guerreiro bringt den BVB in Bremen früh in Führung

Dortmund ist sofort gut im Spiel, das ist anders als in den vergangenen Wochen, wo sich die Mannschaft immer schwertat zu Beginn. Und BVB-Tore vor der Pause gab es auch nicht allzu oft, diesmal aber schon. Mats Hummels scheiterte zunächst noch nach Sanchos Freistoß, über Reyna landete der Ball dann in der Mitte wieder bei Sancho, Ömer Toprak fungierte als Bande, den Abpraller versenkte Raphael Guerreiro (12.). Terzic an der Seitenlinie klatschte auf der BVB-Bank wirklich alle ab.

Werder tut sich schwer, kommt aber unter Mithilfe der Borussia mit der ersten Chance zum Ausgleich. Manuel Akanji leistet sich einen Fehlpass in den Fuß von Yuya Osako, über Gebre Selassie und Maxi Eggestein landet der Ball bei Kevin Möhwald – und dessen platzierter Ball genau im Eck. 1:1 (28.)

Das Gegentor zeigt bei Borussia Dortmund Wirkung

Ein Tor, das erkennbar Wirkung zeigt beim Gast. Ein Rettungsversuch von Bremens Groß klatscht zwar an den Pfosten (32.), doch die Dominanz der Borussia und auch die Klarheit im eigenen Spiel schwindet. Es dauert bis zur 41. Minute, bis ein toller Freistoß von Reus mit viel Effet bei Akanji landet, der nur den Fuß in die Flugkurve hält – Pavlenka wehrt mit einem tollen Reflex ab. Doch auch Roman Bürki muss sich bei Augustinssons Schlenzer noch strecken (43.).

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Bundesliga, 12. Spieltag: Werder Bremen – Borussia Dortmund 1:2 (1:1)

„Dran bleiben“, ruft Terzic nach dem Wiederanpfiff und sieht gleich die zweite Großchance für Moukoko, der den Ball nach einer scharfen Hereingabe von Reus über das Bremer Tor schießt (50.). Acht Minuten später zerstört der korrekte Abseitspfiff von Schiedsrichter Robert Schröder Terzics Jubel nach dem schönen Tor von Sancho.

Der BVB zeigt großen Willen, aber längst nicht alles funktioniert

Weil Bremen defensiv nun besser steht, tut sich Dortmund schwer. Die Mannschaft will, das ist erkennbar, aber längst nicht alles funktioniert. Vor allem kommt der BVB nicht mehr entscheidend durch – 20 Minuten vergehen ohne eine weitere echte Chance.

Es fehlte die zündende Idee, die sollte der gebürtige Bremer Julian Brandt liefern, der Bellingham nach 72 Minuten ablöste. Kurz zuvor zwang der Flugkopfball von Reus Pavlenka zu einer weiteren Glanztat. Ausgerechnet Bremens Bester half dem BVB dann in die Siegesspur. Ein dummes Foul des Tschechen gegen Akanji ahndete Schiedsrichter Schröder mit Elfmeter, und dann musste Terzic erstmals gleich das Glück strapazieren. Erst im Nachschuss verwandelte Reus zum 2:1 (78.). Der große Jubel war auch Ausdruck von Erleichterung.

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