Erik Durms "kleines WM-Märchen" geht weiter

BVB-Linksverteidiger

Für Senkrechtstarter Erik Durm ist mit der WM-Teilnahme ein „kleines Märchen“ wahr geworden - und in Brasilien könnte es noch viel besser kommen. Nachdem BVB-Vereinskollege Marcel Schmelzer aus dem Kader gestrichen wurde, steht der 22 Jahre alte Durm zwei Wochen vor dem Ernstfall gegen Portugal plötzlich als größter deutscher WM-Gewinner da.

DORTMUND

02.06.2014, 22:10 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bundestrainer Joachim Löw (l.) setzt bei der WM auf Erik Durm.

Bundestrainer Joachim Löw (l.) setzt bei der WM auf Erik Durm.

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Fußball-Länderspiel: Deutschland - Kamerun 2:2 (0:0)

Das war noch nicht WM-reif! Im vorletzten WM-Test nach dem Trainingslager hat sich deutsche Fußball-Nationalmannschaft mit einem 2:2 (0:0) gegen Kamerun begnügen müssen.
01.06.2014
/
Marco Reus (r) im Duell mit Nicolas Nkoulou. In der Anfangsphase hatte die deutsche Elf die deutlich besseren Chancen.© dpa
Dazu trug auch Thomas Müller bei (hier gegen Alexandre Song (l-r), Henri Bedimo und Eric Choupo-Moting), der hinter Mario Götze auf der Zehner-Position spielte.© dpa
Sami Khedira rieb sich wie schon im Champions-League-Finale mit Real Madrid in vielen Zweikämpfen auf.© dpa
Toni Kroos (l) bekam nach einem nicht geahndeten Foul in der Anfangsphase einiges auf die Knochen. Hier entwischt er Alexandre Song.© dpa
Bundestrainer Joachim Löw beim Beruhigen der Gemüter. Die hohe Foulspiel-Quote der Kameruner bereitete ihm etwas Sorgen.© dpa
Danach flachte das Spiel ab, hier steigt Per Mertesacker (l) Benjamin Moukandjo zum Kopfball hoch.© dpa
Selbst Mesut Özil (M), sonst eher filigran unterwegs, ging mal zur Grätschte runter, hier gegen Moukandjo (l) und Stephane Mbia.© dpa
Der zweite Teil der ersten Hälfte gefiel Kameruns Trainer Volker Finke deutlich besser.© dpa
Höhepunkt war die Riesen-Chance von Benjamin Moukandjo, der hier an Roman Weidenfeller scheitert.© dpa
Auch in der zweiten Halbzeit lief es nicht besser, Bundestrainer Löw wechselte daraufhin aus: Für Mario Götze kam André Schürrle. Kurz nach dem 0:1 für Kamerun (62. Eto'o) wechselte Löw auch noch Lukas Podolski für Mesut Özil ein.© Rolf Vennenbernd (dpa)
Roman Weidenfeller (l) kann nur noch hinterherschauen, Benjamin Moukandjo braucht nicht mehr einzugreifen: Samuel Eto'o erzielt das 1:0 für die Gäste.© Rolf Vennenbernd (dpa)
Erzielte nach Vorlage von Jerome Boateng das 1:1: Thomas Müller.© dpa
Die zwischenzeitliche Führung: André Schürrle drückt eine Hereingabe von Lukas Podolski über die Linie.© dpa
Nach dem Spiel mit vielen Hausaufgaben: Bundestrainer Joachim Löw und Co-Trainer Hansi Flick. Sie sahen zwar noch eine 2:1-Führung (Tore Müller und Schürrle), aber auch den zweiten Gegentreffer durch Choupo-Moting.© Bernd Thissen (dpa)

Der ungleich erfahrenere Schmelzer, der mit sechs Einsätzen noch Linksverteidiger Nummer eins in der WM-Qualifikation gewesen war und in der abgelaufenen Saison auch beim BVB in der Hierarchie vor Durm stand, stürzte dagegen umgekehrt von eins auf drei ab. "Auf der linken Seite sehe ich Erik Durm, der gegen Kamerun auch ein gutes Spiel gemacht hat. Und Benny Höwedes kann da spielen", sagte Löw am Montag zur Doppelbesetzung der linken Seite im WM-Kader. 

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Fußball-Länderspiel: Deutschland - Kamerun 2:2 (0:0)

Das war noch nicht WM-reif! Im vorletzten WM-Test nach dem Trainingslager hat sich deutsche Fußball-Nationalmannschaft mit einem 2:2 (0:0) gegen Kamerun begnügen müssen.
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Dazu trug auch Thomas Müller bei (hier gegen Alexandre Song (l-r), Henri Bedimo und Eric Choupo-Moting), der hinter Mario Götze auf der Zehner-Position spielte.© dpa
Sami Khedira rieb sich wie schon im Champions-League-Finale mit Real Madrid in vielen Zweikämpfen auf.© dpa
Toni Kroos (l) bekam nach einem nicht geahndeten Foul in der Anfangsphase einiges auf die Knochen. Hier entwischt er Alexandre Song.© dpa
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Höhepunkt war die Riesen-Chance von Benjamin Moukandjo, der hier an Roman Weidenfeller scheitert.© dpa
Auch in der zweiten Halbzeit lief es nicht besser, Bundestrainer Löw wechselte daraufhin aus: Für Mario Götze kam André Schürrle. Kurz nach dem 0:1 für Kamerun (62. Eto'o) wechselte Löw auch noch Lukas Podolski für Mesut Özil ein.© Rolf Vennenbernd (dpa)
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Erzielte nach Vorlage von Jerome Boateng das 1:1: Thomas Müller.© dpa
Die zwischenzeitliche Führung: André Schürrle drückt eine Hereingabe von Lukas Podolski über die Linie.© dpa
Nach dem Spiel mit vielen Hausaufgaben: Bundestrainer Joachim Löw und Co-Trainer Hansi Flick. Sie sahen zwar noch eine 2:1-Führung (Tore Müller und Schürrle), aber auch den zweiten Gegentreffer durch Choupo-Moting.© Bernd Thissen (dpa)

Eine Rückkehr von Kapitän Philipp Lahm auf die linke Seite hatte der Bundestrainer schon am Vorabend in Mönchengladbach "definitiv" ausgeschlossen. „Es kann nicht sein, dass er alle zwei Jahre bei einem Turnier von einem Tag auf den anderen von der einen Seite auf die andere wechselt. Er spielt entweder im defensiven Mittelfeld oder rechts“, sagte Löw zu seinen WM-Plänen mit dem 30-jährigen Lahm.

Das WM-Aus für den 16-maligen Nationalspieler Schmelzer war die bemerkenswerte Ansage von Löw bei der Reduzierung des WM-Kaders von 26 auf 23 Akteure. Auch den Hoffenheimer Angreifer Kevin Volland und Innenverteidiger Shkodran Mustafi von Sampdoria Genau erwischte es. Durm hat hingegen seine Chance genutzt. Gegen Kamerun wartete er mit einem ansprechenden 84-Minuten-Debüt im Nationaltrikot auf. „Seine Aufgabe hat er gut gelöst, er hat mitgespielt, er war sehr aufmerksam“, lobte Löw. Der vielseitig verwendbare Höwedes ist nun Durms Konkurrent. 

Schon im BVB-Dress konnte der neue Hoffnungsträger gerade in der Champions League gegen Real Madrid mit erstaunlicher Abgeklärtheit auch Tribünengast Löw beeindrucken. "Real war ein Highlight, aber das heute hat noch einmal einen höheren Stellenwert", sagte Durm überglücklich nach seiner Länderspiel-Premiere gegen Kamerun. Durm könnte davon profitieren, dass bei der WM in Mats Hummels neben ihm in der Abwehr und in Marco Reus vor ihm auf dem linken Flügel zwei BVB-Kollegen auflaufen könnten, mit denen er eingespielt ist. Löw scheint bereit, das Risiko mit Auf- und Umsteiger Durm zu wagen: "Er hat ja noch nicht allzu häufig auf dieser Position gespielt, ist so irgendwie ein bisschen ein gelernter Offensivspieler. Aber gegen Kamerun hat er seine Sache auf jeden Fall gut gemacht."

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