Erneut verletzt – So könnte der BVB auf Zagadous Ausfall reagieren

mlzBorussia Dortmund

Dass Dan-Axel Zagadou erneut wochenlang verletzt fehlt, ist bitter für den jungen Verteidiger und hart für den BVB. Wie fängt Dortmund den Ausfall des Hünen auf? Es gibt mehrere Optionen.

Dortmund

, 15.04.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vom Verletzungspech verfolgt. Das muss spätestens jetzt rot unterstrichen in der Spielerakte Dan-Axel Zagadous stehen. Im Training des BVB zog sich der 20-Jährige einen Außenbandschaden im linken Knie zu, der ihn zu mehreren Wochen Pause zwingt. Womöglich muss der Franzose sogar den gesamten Saisonendspurt im Lazarett verbringen. Nicht zum ersten Mal bremst den Linksfuß eine Verletzung.

Dan-Axel Zagadou verletzt: Nicht sein erster Rückschlag

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Seit er im Sommer 2017 ablösefrei von Paris Saint-Germain zu Borussia Dortmund wechselte, musste er schon einige Rückschläge verkraften. Im März 2018 war es ein Muskelbündelriss – sieben Ligaspiele Pause. Im Vorjahr musste Zagadou insgesamt elf Partien aussetzen, wegen einer Mittelfußprellung und Knieproblemen. In dieser Saison war es zunächst eine angerissene Muskelfaser, jetzt also ist es das lädierte Außenband.

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Immer wieder kämpfte sich der fast zwei Meter große Verteidiger beherzt zurück in den Kader und zuletzt sogar in die Stammelf. Von den jüngsten 13 Ligaspielen absolvierte er elf. Er bewährte sich als linker Teil der Dortmunder Dreier-Abwehrkette neben Boss Mats Hummels. Zagadou bestach mit Bärenruhe am Ball, Robustheit im Zweikampf und niedriger Fehlerquote. Er avancierte zu einem Gesicht der verbesserten Stabilität der Borussia. Und während sich „Zaga“ nun erneut durch eine Reha quälen muss, beginnt für BVB-Cheftrainer Lucien Favre die Bastelarbeit an einer Elf ohne den zuletzt gesetzten Franzosen.

Dreierkette mit Zagadou gab dem BVB Sicherheit

Mehr Sicherheit und bessere Balance zwischen Defensive und Attacke verlieh den Schwarzgelben zum Jahresende die Umstellung auf eine Dreierkette. Favre wird an diesem System also festhalten wollen. Erster Anwärter, die Zagadou-Lücke zu füllen, wäre Manuel Akanji. Der Schweizer zählte trotz einiger Patzer lange Zeit zu Favres Lieblingsschülern, zuletzt fristete Akanji jedoch ein Dasein als Teilzeitkraft. Zagadou spielte links neben Hummels, Routinier Lukasz Piszczek rechts. Es winkt ihm plötzlich also eine Chance, sich den verlorenen Stammplatz zurückzuerobern. Eine weitere Option: Favre zieht Emre Can aus dem zentralen Mittelfeld nach hinten in die Abwehrformation. Can kennt die Position aus der Nationalmannschaft, er beherrscht sie, spielte sie einst auch im Trikot des FC Liverpool, verfügt über die nötige Zweikampfstärke.

Entscheidet sich der BVB-Coach für Can in der Kette, müsste ein neuer Antreiber, ein Mittelfeldkämpfer her. Einer, der fleißig Löcher stopft und sich nicht zu schade für die Drecksarbeit ist. Der gleichzeitig dynamisch und klug den Ball nach vorn treibt. Und exakt so einen hat die Borussia gerade jetzt nach langer Zeit wieder Gewehr bei Fuß stehen: Thomas Delaney. Der furchtlose Däne lechzt nach seinem Comeback, schließlich fiel er viereinhalb Monate verletzt aus (Bänderriss, Knieprobleme), er wäre nun passend wieder fit. Aber ob Favre Delaney nach einer so langen Zeit ohne Spielpraxis direkt wieder eine zentrale Rolle überträgt? Fraglich.

BVB-Aufstellung: Brandt für Can, Can für Zagadou

Also kommt Julian Brandt ins Spiel. Der Nationalspieler, der seit seinem Wechsel aus Leverkusen im vergangenen Sommer schon nahezu auf allen Offensivpositionen im BVB-Trikot wirken durfte, böte sich an für den Platz Cans neben Axel Witsel. Bevor Can im Winter aus Turin kam, wusste Brandt als offensiver Teil der Doppelsechs schon zu überzeugen, blühte nach blassem Saisonstart regelrecht auf. Im 3-4-3-System wäre es für seine Qualitäten, aus der Tiefe mit nach vorn zu stoßen, sogar die ideale Position. Und offensiv könnte vor ihm das Trio Jadon Sancho, Thorgan Hazard und Erling Haaland wirbeln.

Und was wäre mit einer Überraschung? Mo Dahoud erhält neben Witsel im zentralen Mittelfeld das Vertrauen oder Youngster Leonardo Balerdi neben Hummels in der Innenverteidigung? Da Lucien Favre bislang eher auf Sicherheit statt auf Experimente gesetzt hat, ist zumindest das quasi auszuschließen. Alle anderen Optionen aber werden in Favres Gedanken-Puzzle eine Rolle spielen.

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