"Erwürgtes Tor" von Großkreutz erleichtert BVB

Sieg in Marseille

Zwischen Fußball-Himmel und - Hölle lagen für den BVB nur wenige Minuten. Doch Kevin "Überall" Großkreutz bescherte Dortmund ein Happy End - und einen weiteren denkwürdigen Champions-League-Abend. Der kam nach Rückschlägen auf nationaler Bühne gerade recht.

Marseille (dpa)

12.12.2013, 10:14 Uhr / Lesedauer: 2 min
"Erwürgtes Tor" von Großkreutz erleichtert BVB

Kevin Großkreutz sicherte dem BVB mit seinem "erwürgtem Tor" den Sieg gegen Olympique Marseille.

Das erste Bierchen und die ersten Gesänge gab es bereits in der Kabine. Und auch bei der anschließenden Happy Hour im Mannschaftshotel gewährte der ungewohnt generöse Trainer Jürgen Klopp seinen Profis den einen oder anderen Schlummertrunk."Geniales Gefühl" Das 2:1 (1:1) im nervenaufreibenden Thriller von Marseille löste die Anspannung der vergangenen Tage. Im Mittelpunkt der Spontanparty stand Kevin Großkreutz. "Das ist ein geniales Gefühl", kommentierte der Dortmunder Multifunktionsspieler den Schuss ins Glück. Ähnlich euphorisch ließ Klopp die Schlüsselszene aus der 87. Minute Revue passieren: "Wir haben das Schicksal durch ein erwürgtes Tor erzwungen."

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Champions League, 6. Spieltag: Olympique Marseille - BVB 1:2 (1:1)

Borussia Dortmund hat sich ins Achtelfinale der Champions League gezittert. Dank eines Treffers von Kevin Großkreutz drei Minuten vor Schluss gewann die Mannschaft von Jürgen Klopp am Mittwochabend 2:1 (1:1) beim punktlosen Schlusslicht Olympique Marseille und sicherte sich zum Abschluss der Gruppenphase gerade noch das Weiterkommen.
11.12.2013
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Die BVB-Spieler feiern in der Fankurve.© Foto: DeFodi
BVB-Trainer Jürgen Klopp jubelt über den Einzug ins Achtelfinale© Foto: DeFodi
Die BVB-Spieler feiern in der Fankurve.© Foto: DeFodi
Die BVB-Spieler feiern in der Fankurve.© Foto: DeFodi
Die BVB-Spieler feiern in der Fankurve den Einzug ins Achtelfinale der Champions League.© Foto: DeFodi
Die BVB-Spieler feiern in der Fankurve.© Foto: DeFodi
Sebastian Kehl (l.) und Nuri Sahin (M.) im Duell mit Florian Thauvin.© Foto: DeFodi
Dimitri Payet (l.) stoppt Jakub Blaszczykowski per Foul.© Foto: DeFodi
Dimitri Payet (r.) sieht nach seiner Schwalbe die Gelb-Rote Karte.© Foto: DeFodi
Erik Durm (r.) im Duell mit Saber Khalifa.© Foto: DeFodi
BVB-Jubel um Torschütze Robert Lewandowski (2.v.l.).© Foto: DeFodi
Souleymane Diawara (r.) trifft per Kopf zum 1:1.© Foto: DeFodi
Marian Sarr (r.) gab in Marseille sein Champions-League-Debüt.© Foto: DeFodi
Robert Lewandowski (r.) setzt sich gegen Lucas Mendes durch.© Foto: DeFodi
Duell zwischen Erik Durm (l.) und Florian Thauvin.© Foto: dpa
Marco Reus (l.) verfolgt Rod Fanni.© Foto: dpa
Robert Lewandowski (l.) bejubelt seinen Treffer zum 1:0.© Foto: DeFodi
BVB-Trainer Jürgen Klopp vor dem Anpfiff.© Foto: dpa
BVB-Fans in Marseille.© Foto: dpa
Schlagworte Borussia Dortmund, BVB

Nach bedenklichem Chancenwucher seiner Mitstreiter nahm sich Großkreutz ein Herz und beförderte den Ball im Fallen von der Strafraumgrenze in das untere Tor-Eck - auf kuriose Art und Weise. "Eigentlich habe ich den Ball gar nicht richtig getroffen", gestand der gebürtige Dortmunder, der nach seinem Treffer den Zaun vor der schwarzgelben Fan-Tribüne erklomm und sich feiern ließ.

Die aus der Not geborene Idee von Klopp, den zunächst als Außenverteidiger eingesetzten Großkreutz in den letzten Minuten auf seine eigentlich angestammte Angriffsposition zu beordern, erwies sich als Volltreffer. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke war voll des Lobs für den Coach: "Zunächst habe ich mich ein wenig gewundert. Aber es war ein genialer Schachzug. Kevin ist einer, der diesen unfassbaren, unbändigen Willen hat." Aus Frust wurde Lust. Nach den verlorenen Spitzenspielen gegen den FC Bayern und Bayer Leverkusen in der Bundesliga gab es endlich wieder etwas zu feiern. "Wir hatten ein paar weniger schöne Tage, heute ist ein schöner Tag. Den nehmen wir gerne mit", sagte Klopp. Watzke nutzte die Gelegenheit, um sich die Kritiker der vergangenen Wochen zur Brust zu nehmen: "Viele haben uns ja schon am Scheideweg oder vor dem Börsen-Crash gesehen oder ähnlichen Unfug. Jetzt haben wir diese Gruppe sogar als Sieger abgeschlossen - und das ist ein echtes Ausrufezeichen."

Erstmals in der Geschichte der Champions League blieb einem Team mit zwölf Punkten der Einzug in das Achtelfinale verwehrt. Dabei wähnte sich der SSC Neapel bis kurz vor dem Abpfiff der Partie gegen den FC Arsenal (2:0) noch am Ziel. Schließlich schien den Dortmundern nach dem frühen Treffer von Robert Lewandowski (4.) und dem Ausgleich durch Souleymane Diawara (14.) im Duell mit Olympique Marseille die Zeit davon zu laufen. Doch Großkreutz schoss die Italiener im Fernduell aus dem Wettbewerb. "Von der Spannung her hatte das Malaga-Qualität", befand Klopp in Anspielung auf den erst in der Nachspielzeit gesicherten Sieg über Malaga im Viertelfinale der vorigen Saison. Nicht nur bei der taktischen Maßnahme mit Großkreutz bewies der Coach Geschick. Auch das Risiko, mit Marian Sarr einen sowohl in der Bundesliga als auch in der Champions League bisher nicht eingesetzten Spieler in die Startelf zu beordern, machte sich bezahlt.

Der zu Jahresbeginn von Bayer Leverkusen verpflichtete 18 Jahre alte Debütant verblüffte mit einem tadellosen Auftritt in der Innenverteidigung. Dem Jungstar, der noch nicht einmal den Führerschein hat, gebührte ein Sonderlob des Trainers: "Das war cool. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass er einen Zweikampf verloren hat." Die Erleichterung aller Beteiligten, bei der Auslosung noch in einem der Töpfe zu sein, war riesengroß. Als mögliche Gegner kommen der AC Mailand, Olympiakos Piräus, Galatasaray Istanbul, Manchester City und Zenit St. Petersburg infrage. Watzke atmete tief durch: "Zur Auslosung der Europa League wäre ich nicht gefahren. Das hätte ich bis Montag emotional nicht geschafft."

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