„Es fehlt ein wenig das Spielerische“

Zu lange Ausfall-Liste

DORTMUND Als alles vorbei war, versuchte Dr. Reinhard Rauball erst gar nicht, seine Enttäuschung zu verbergen. „Ich hoffe, dass es diesmal nicht ganz so viele Unentschieden werden wie im letzten Jahr“, sagte Borussia Dortmunds Präsident: „Wir haben es verpasst, endlich den Sprung zu machen, den viele erwartet hatten – ich muss zugeben: Ich auch.“

von Von Sascha Fligge

, 22.11.2009, 13:39 Uhr / Lesedauer: 2 min
Felipe Santana (M.).

Felipe Santana (M.).

Markus Feulner, der sich selbst als reiner „Sechser“ betrachtet und gegen Mainz als Startelf-Debütant hinter den Spitzen wirbeln sollte, konnte seinen Einsatz nicht rechtfertigen. Lucas Barrios wartete lange vergeblich auf jene Zuspiele von Feulner oder Nelson Valdez, die er so dringend benötigt hätte, um im sechsten Ligaspiel hintereinander zu treffen. „Ohne Training ist Fußball schwierig“, urteilte BVB-Trainer Jürgen Klopp nach dem ersten Aufeinandertreffen mit jenem Klub, dessen sportliche Entwicklung er 18 Jahre lang bestimmt hatte. Mit Blick auf die lange Ausfall-Liste (Kehl, Dede, Hajnal, Tinga, Bender, Rangelov, Le Tallec, Öztekin), die dazu führte, dass in Sahin, Blaszczykowski und Owomoyela angeschlagene Akteure auf dem Rasen stehen mussten, ergänzte Klopp: „Die Mannschaft hat gelitten. Dennoch bleiben wir in der Spur. Wir sind gut organisiert, egal in welcher körperlichen Konstitution sich die Jungs über den Platz schleppen.“

Klopp schlug am Samstagabend womöglich ein neues BVB-Kapitel auf, als er um 20.16 Uhr dem hochtalentierten U17-Europameister und Regisseur Mario Götze seine ersten Bundesligaminuten verschaffte. Schon die Dortmunder Startelf war geprägt vom Jugendstil. Ihr Durchschnittsalter: 24,6 Jahre. Jünger war der BVB zuletzt im Mai 2006, damals noch unter der Leitung des Niederländers Bert van Marwijk. Klopps Mainzer Gegenüber Thomas Tuchel durfte sich nach dem ersten Zu-Null der Saison auf fremdem Geläuf wie ein Sieger fühlen. Mainz bleibt Sechster, vor Etablierten wie Stuttgart, Wolfsburg, Dortmund oder Berlin. Nie startete ein FSV-Team so gut in eine Erstliga-Saison. Auch in der Ära Klopp nicht. „Es gibt Spiele“, sagte Tuchel, „die einem vor Augen führen, was man bisher geleistet hat.“ Für ihn war das so ein Spiel.

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