Ewald Lienen: "Dortmund muss Druck ausüben"

Im Interview

Ewald Lienen (57) hat nur zwei Monate beim BVB-Gegner Olympiakos Piräus gearbeitet, ehe ihn das Ausscheiden in der Qualifikation zur Europa League den Trainerjob in Athen kostete. Ein Gespräch über fehlende Geduld, Steuern für Fußballer und die Erkenntnis, dass auch Griechen Fußball spielen können.

DORTMUND

von Von Dirk Krampe

, 31.10.2011, 20:39 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ewald Lienen kennt den BVB-Gegner Olympiakos Piräus.

Ewald Lienen kennt den BVB-Gegner Olympiakos Piräus.

(lacht). Ach so. Ich habe die Partie vor zwei Wochen gesehen. Dortmund muss den Gegner unter Druck setzen. Sie wirken anfällig, wenn sie wenig Zeit haben. Und was noch auffällig war: Der BVB muss die Konter unterbinden. Da sind sie stark.

Olympiakos ist in Griechenland wie der FC Bayern in Deutschland. Die Erwartungen waren immer hoch, der Klub ist zigmal Meister geworden. Allerdings hat mittlerweile ein Umdenken eingesetzt.

Die Fußballklubs müssen regulär Steuern zahlen, das war ein großer Einschnitt. Dadurch wird ein Spieler um ein Mehrfaches teurer als in der Vergangenheit. Deshalb konnte man sich bei Olympiakos einen Albert Riera, der nach Istanbul ging, nicht mehr leisten.

Wie gesagt, ein Umdenkungsprozess ist im Gang. Man findet auch bei Olympiakos jetzt einige griechische Spieler im Kader. Das gab es früher auch selten. Giannis Fetfatzidis ist zum Beispiel ein ganz großes Talent. Olympiakos ist dennoch das Flagschiff des griechischen Fußballs, da herrscht schon die Erwartung, dass man zumindest in der Europa League weiterspielen kann.

Olof Mellberg war schon da, ansonsten haben sie den Kader stark umstrukturiert. Rafik Djebbour, der Dortmund vor enorme Probleme gestellt hat, wollte ich damals holen. Ich kannte ihn von meiner Station bei Panionios. Ein extrem gefährlicher, sehr beweglicher Spieler.

Djebbour ist jünger und schneller. Und er passt perfekt ins 4-2-3-1.

Na, ich glaube schon, dass die BVB-Fans da die Oberhand behalten werden. 3500 Gäste-Fans im Signal Iduna Park, das ist doch eher wie das Piepsen einer Maus in einer riesigen Halle.  

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