Rassismus-Eklat im „Doppelpass“: Ex-BVB-Profi Freund entschuldigt sich

Borussia Dortmund

Der ehemalige BVB-Spieler und Fußball-Experte Steffen Freund sorgt im „Doppelpass“ für einen Rassismus-Eklat. Später ärgert er sich darüber und entschuldigt sich.

Dortmund

, 29.11.2020, 15:29 Uhr / Lesedauer: 2 min
Hat sich deutlich im Ton vergriffen: Steffen Freund.

Hat sich deutlich im Ton vergriffen: Steffen Freund. © imago / Eibner

Der ehemalige BVB-Profi und Fußball-Experte Steffen Freund hat in der Sport1-Sendung „Doppelpass“ für einen Rassismus-Eklat gesorgt. Der 50-Jährige hat sich zur aktuellen Lage auf Schalke geäußert – und eine mehr als fragwürdige Erklärung gefunden. Der S04 sah sich im Anschluss gezwungen, Stellung zu beziehen.

Ex-BVB-Profi Freund wegen rassistischer Aussagen in der Kritik

Steffen Freund absolvierte in seiner Profi-Karriere die meisten Spiele für den BVB. Von 1993 bis 1998 stand er bei Borussia Dortmund unter Vertrag, kickte zuvor für den FC Schalke 04. Iin der englischen Premier League war er unter anderem für Tottenham aktiv, seine Profi-Karriere ließ er beim 1. FC Kaiserslautern ausklingen. Mit seinen rassistischen Aussagen im „Doppelpass“ könnte jetzt zumindest seine zweite Karriere als TV-Experte einen Knacks bekommen - denn auch seine erste Entschuldigung ging eher nach hinten los.

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Freund hatte sich zur aktuellen Lage auf Schalke geäußert. Die Suspendierung der beiden Problem-Profis Nabil Bentaleb und Amine Harit führte er auf deren „Wurzeln“ zurück. „Nabil Bentaleb kenne ich persönlich von Tottenham“, erklärte Freund, der dort als Co-Trainer arbeitete. „Er hat unglaublich viel Talent, ist im Endeffekt dann bei Schalke gelandet. Aber er ist französisch-algerischer Herkunft. Da muss ein Kaderplaner auch wissen, dass da eine gewisse Aggressivität herrscht und auch die Disziplinlosigkeit schnell kommt“, sagte Freund. Seine Aussagen zu Harit waren noch eine Spur kruder.

Rassismus im TV: Ex-BVB-Profi Freund kritisiert S04-Profis

„Auf Schalke muss man malochen“, so Freund. „Da bin ich bei Harit - auch das kann der nicht mit seinen Wurzeln. Also wurden da falsche Spieler gekauft. Allerdings nicht von der individuellen Klasse her.“ Wenig später reagierte der FC Schalke 04 via Twitter.

In den sozialen Medien braute sich ein Shitstorm gegen Freund zusammen, seine rassistischen Aussagen wurden hart verurteilt. Der S04 schrieb daraufhin: „Die Denkpause für Harit und Bentaleb hat nichts mit deren Wurzeln zu tun! Sowas hat für uns grundsätzlich nichts mit der Herkunft zu tun.“

Rassismus-Eklat: Ex-BVB-Profi Freund will sich erklären

Ex-BVB-Profi Steffen Freund versuchte, seine Äußerungen zu relativieren. Mit wenig Erfolg. „Einen Punkt muss ich noch sagen, weil ich gerade in den öffentlichen Medien gehört habe, dass das rassistisch rübergekommen ist. Das war natürlich nicht so gemeint. Ich habe nur die algerisch-französische Herkunft von Nabil Bentaleb und die Armut gemeint, die einfach eine Rolle spielt, wie du als Mensch aufwächst und wie deine Mentalität ist. Das muss man einfach wissen und den Typ einordnen, bevor du ihn verpflichtest“, sagte Freund. In der breiten Öffentlichkeit sorgte dieser Erklärungsversuch allerdings eher für noch mehr Unverständnis.

Am späten Sonntagnachmittag folgte eine weitere Entschuldigung von Freund via Twitter. „Jeder, der mich und meine Karriere als Spieler und als Trainer ein wenig kennt, weiß, dass ich jede Form von Rassismus zutiefst verabscheue. Natürlich sind weder Hautfarbe, Glaube oder Herkunft für die Leistungen eines Spielers im Training und auf dem Platz entscheidend“, schrieb der ehemalige BVB-Profi. Für seine Aussagen im „Doppelpass“ entschuldigte er sich zudem und ärgert sich über sich selbst: „Niemand ärgert sich darüber mehr als ich, dass ich mich in der Live-Sendung Dopa leider so missverständlich ausgedrückt habe. Dafür möchte ich mich aufrichtig entschuldigen.“

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