Ex-BVB-Spieler Mario Götze: „Habe einen Trainer, der mir vertraut“

Borussia Dortmund

Mit dem Umzug nach Eindhoven schließt Mario Götze das Kapitel Borussia Dortmund endgültig ab. Der Neustart in den Niederlanden ist geglückt - das liegt auch am neuen Trainer.

Dortmund

, 16.11.2020, 13:56 Uhr / Lesedauer: 3 min
Neustart in Eindhoven geglückt: Ex-BVB-Profi Mario Götze.

Neustart in Eindhoven geglückt: Ex-BVB-Profi Mario Götze. © imago / Pro Shots

Die Koffer sind gepackt. In dieser Woche bricht Familie Götze ihre Zelte am Dortmunder Phoenixsee ab und vollzieht den Umzug nach Eindhoven. Der Start bei seinem neuen Klub ist dem ehemaligen BVB-Spieler - trotz zuletzt durchwachsener Ergebnisse - geglückt.


Im Interview mit „Sport1“ sprach Mario Götze über ...


… seinen Start in Eindhoven:
„Ich bin sehr zufrieden, abgesehen von den drei Niederlagen. Wenn man bedenkt, wie schnell alles abgelaufen ist: Der Wechsel, die wenigen Trainingseinheiten mit der Mannschaft. Ich habe sofort gespielt, ich habe getroffen und hatte einen Einfluss auf die Spiele. Das alles ist sehr zufriedenstellend in den ersten Wochen.“


… seine Form nach zuletzt wenig Spielpraxis: „Ich wusste, dass ich fit bin und ein gutes Level habe. Aber natürlich ist es etwas anderes, mit der Mannschaft zu trainieren, Spiele und Englische Wochen zu haben. Das war ein ganz schönes Mammutprogramm. Anfangs habe ich meinen Körper an der einen oder anderen Stelle gemerkt, weil alles sehr schnell ging - und musste daher auch mal aussetzen.“

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… die Hilfe seiner deutschen Teamkollegen: „Sie haben mir sehr geholfen. Fitnesstrainer Yann-Benjamin Kugel kenne ich auch schon lange aus der Nationalmannschaft. Roger Schmidt, sein Trainerteam und die Jungs kommen auch aus Deutschland. Das macht es einfacher als irgendwo hinzukommen, wo man niemanden kennt und die Sprache nicht spricht. Das ist eine große Hilfe für mich.“


… seine erste Station im Ausland: „Ich muss zugeben, dass es sich hier nicht komplett nach Ausland anfühlt. Denn der Schlag Mensch und die Kultur sind relativ ähnlich zu Deutschland. Ich war zuvor auch schon privat ein paar Mal in Holland. Ein Wechsel weiter entfernt von Deutschland wäre sicher etwas anderes gewesen.“


… seine Stoffwechselerkrankung: „Ich habe zu viel trainiert und mir nie Ruhephasen gegönnt. Mein Körper hatte einfach zu viele Einflüsse von außen. Das war aber nur temporär und hat sich wieder gelegt. Dieses Thema ist seit zweieinhalb Jahren Geschichte, gedanklich total abgehakt und begleitet mich nicht mehr. Die Erkrankung wurde durch mich ausgelöst und ich selbst konnte das wieder korrigieren.“


… neuen Spaß am Fußball: „Ich habe in der letzten Saison sehr wenig gespielt und stand in den vergangenen vier Wochen wieder regelmäßig auf dem Platz, spiele international und habe einen Trainer, der mir vertraut. Das macht mich als Fußballer sehr glücklich. Das alles plus meine familiäre Situation, meine Partnerin und mein Sohn, diese Kombination spiegelt mich derzeit wider. Daher kann ich meine Freude derzeit schlecht verbergen.“

… seine neue Rolle als Vater: „Ich war immer sehr auf Fußball fokussiert. Alles drehte sich um die Spiele und Regeneration. Dann kam der Moment der Schwangerschaft und die Geburt meines Sohnes. Auf einmal ist alles andere egal und es wird einem klar, dass es wichtigere Themen als Fußball gibt. Da hat ein Prozess in mir stattgefunden, der mich lockerer auf den Fußball schauen lässt.“


… über eine mögliche Trainer-Laufbahn: „Wenn man automatisch ein guter Trainer wird, nur weil man gute Trainer hatte, dann mache ich das auf jeden Fall. Spaß beiseite: Ich mache mir zwar Gedanken, aber ich kann jetzt noch nicht sagen, dass ich in zehn oder 20 Jahren Trainer sein möchte. Aber warum nicht? Ich bin schon zehn Jahre dabei und vorstellbar ist vieles. Wenn ich ein paar Facetten meiner bisherigen Trainer mitnehme, könnte das ganz gut werden. Jetzt will ich aber noch meine aktive Karriere genießen.“

… die Rückkehr ins DFB-Team: „Für mich ist wichtig, was gerade in Eindhoven passiert. Dass ich fit bin, spiele und Leistung bringe ist das A und O. Alles andere kann ich nicht beurteilen. Wenn die Leistung im Verein stimmt, kommen automatisch die nächsten Schritte. Joachim Löw hat sich jetzt dazu geäußert, das ist das Wichtigste. Denn er ist der Trainer und entscheidet es am Ende. Ich nehme wahr, dass er meine Leistungen positiv bewertet.“


… die aufkommende Kritik an der Nationalmannschaft: „Die Mannschaft befindet sich in einem Prozess, man muss ihr Zeit geben. Man darf auch nicht vergessen, wo man herkommt. Ein Umbruch braucht Zeit - das Problem im Fußball ist nur, dass man die normalerweise nicht hat. Die Nationalmannschaft ist auf einem sehr guten Weg.“

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