Ex-BVB-Trainer Edin Terzic (r.) mit Kult-Reporter Manni Breuckmann beim Zeltdachfestival in Menden. © Marvin K. Hoffmann
Borussia Dortmund

Ex-BVB-Trainer Edin Terzic spricht über seine neue Rolle – und Erling Haaland

Als BVB-Trainer gewann Edin Terzic den DFB-Pokal, nun ist er als Technischer Direktor im Einsatz. Am Sonntag sprach er erstmals öffentlich über seine neue Rolle - und äußert sich zu den Haaland-Gerüchten.

Hinter Edin Terzic liegt eine verrückte Zeit. Etwas mehr als drei Monate ist es her, da holte er mit Borussia Dortmund den DFB-Pokal. Er, der einst als Fan zu den Schwarzgelben kam, stemmte plötzlich als Cheftrainer die begehrte Trophäe in die Höhe. Wie groß die Liebe zu seinem „Heimatverein“ ist, zeigte er direkt im Anschluss. Statt sich einem anderen Klub anzuschließen – der Pokalsieg weckte Begehrlichkeiten bei einigen Vereinen – suchten Terzic und Borussia Dortmund gemeinsam nach einem neuen Aufgabenfeld. Als Technischer Direktor fungiert er nun unter anderem als Bindeglied zwischen U23 und Profis, ist aktiv an der Kaderplanung beteiligt. Nur eines hat sich nicht verändert.

Ex-BVB-Trainer Edin Terzic spricht über seine neue Rolle

„Mich nennen alle immer noch ‚Edin‘“, verriet Terzic im Rahmen einer Talkrunde des Zeltdachfestivals in seiner Heimatstadt Menden, an der am Sonntagabend auch der Sportreporter Manfred Breuckmann, Ex-Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer und BVB-Legende Jürgen Kohler teilnahmen. „Ich habe ja immer gesagt, dass das mein Heimatverein ist“, so Terzic – und skizzierte seinen traumhaften Werdegang bei Borussia Dortmund.

„Ich habe den Verein zunächst als Fan kennengelernt. Dann war ich auf der Tribüne, das fand ich schon ganz gut. Dann durfte ich auch den Scoutingbereich kennenlernen, die verschiedenen Abteilungen. Dann war ich Co-Trainer, dann Cheftrainer“, sagte Terzic. So viele Bezeichnungen – und „im Endeffekt bin ich immer nur Edin und das fühlt sich einfach nur gut an“.

Edin Terzic über den BVB-Pokalsieg: „Aber ich war im Mai der gleiche Idiot“

„Wir haben den Pokal geholt und uns vier Tage später für die Champions League qualifiziert. Aber ich war im Mai der gleiche Idiot, der gleiche Trainer wie im Februar – nur die Ergebnisse waren eben etwas besser. Es tat auf jeden Fall gut, dass wir gemeinsam so ein Happy End hatten“, sagte Terzic. Der Vollblut-Borusse fühlt sich wohl in seiner neuen Rolle und sei einfach nur froh, „dabei helfen zu dürfen, dass der BVB jeden Tag besser wird.“

Terzic machte also Platz für den neuen BVB-Coach Marco Rose. Eine durchaus brisante Konstellation. Kann das gut gehen: Der Ex und der Neue unter einem Dach? Die Antwort liefert Terzic selbst: Ja, geht. „Das Schöne ist: Wir arbeiten in die gleiche Richtung. Jetzt sieht es halt nur nicht jeder jeden Tag. Aber Marco und ich verstehen uns sehr gut“, erklärte Terzic, der gemeinsam mit dem neuen Cheftrainer am Sonntag auch den Sieg der U23 gegen den MSV Duisburg auf der Tribüne verfolgte. „Es ist ein sehr enger und vertrauensvoller Austausch zwischen uns. Er geht in die gleiche Richtung, damit der BVB erfolgreich ist“, meinte Terzic, der in seiner neuen Rolle als Technischer Direktor in die meisten Entscheidungen mit eingebunden wird.

Edin Terzic ist nun Teil der BVB-Elefantenrunde

Sein neuer Posten brachte dem Trainer der DFB-Pokalsieger nicht nur eine neue Stellenbeschreibung ein, sondern auch einen Platz in der sogenannten Elefantenrunde. Mit BVB-Berater Matthias Sammer, Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, Sportdirektor Michael Zorc und Lizenzspielleiter Sebastian Kehl treibt Terzic unter anderem die Kaderplanung voran. Er weiß also genau, wie es um die sportliche Zukunft von BVB-Stürmer Erling Haaland bestellt ist – und sorgte bei den Zuschauern in Menden für gute Stimmung.

Der Boulevard hatte am Sonntag (mal wieder) ein altes Wechselgerücht aufgewärmt. Angeblich könne Haaland noch in diesem Sommer zu Paris Saint-Germain wechseln. Gar von einem „BVB-Beben“ war die Rede. So ganz wollte sich das Mitglied der Elefantenrunde zwar nicht zu Transfers äußern (Terzic: „Ich habe noch nie einen Elefanten sprechen hören.“). Das Bild mit dem Beben in Dortmund nahm er aber gerne auf. „Der Boden in Dortmund wackelt noch“, versicherte Terzic schmunzelnd, „aber nicht wegen dieser Nachricht, sondern wegen des Ergebnisses vom Freitagabend. Ich bin mir sehr sicher: Selbst wenn sich Messi und Haaland begegnen sollten irgendwo in dieser Saison, werden sie nicht mit dem gleichen Trikot auflaufen.“ Und wenn der „Edin“ das sagt, dann muss es ja stimmen.

Über den Autor
Redakteur
Jahrgang 1993, Dortmunder Junge und Amateurhandballer mit großer Liebe für den Fußball und den Ruhrpott. Studium der Journalistik an der TU Dortmund, nach kurzer Zwischenstation beim Westfälischen Anzeiger in Hamm wieder zurück bei den Ruhr Nachrichten, seit 2020 BVB-Reporter.
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Marvin K. Hoffmann

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