Borussia Dortmund

Ex-Profi Anderbrügge stellt neues Buch vor – BVB-Präsident Rauball stört nur eine Sache

Der frühere BVB-Spieler Ingo Anderbrügge stellt im Fußballmuseum sein Buch vor. Auch BVB-Präsident Reinhard Rauball ist zu Gast - und hat etwas an Anderbrügge zu bemängeln.

„Ausverkauft“ war die erste Meldung des Abends, selbst überbracht vom Protagonisten Ingo Anderbrügge. Darauf sei er sehr stolz, sagte der ehemalige Spieler von Borussia Dortmund und Schalke 04, gerade weil es im Vorfeld keine großen Werbeaktionen rund um seine Talk-Veranstaltung gegeben habe. Dennoch waren knapp 200 Zuschauer im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund anwesend, um Anderbrügge und seinen Mitstreitern zuzuhören. „Das Runde lehrt das Leben“, so der Titel des Buches, dreht sich um die Verbindung zwischen Sport und gesellschaftlichen Werten.

Ex-BVB-Spieler Anderbrügge erlebt Karrierebeginn in Dortmund

Anderbrügges Karriere startete bei Borussia Dortmund. Von 1984 bis 1988 trug er das Dortmunder Trikot, ehe es ihn zum Erzrivalen nach Gelsenkirchen zog. Dr. Reinhard Rauball, auch heute BVB-Präsident, war 1984 derjenige, der dem damals 20-Jährigen Anderbrügge seinen ersten Profivertrag bescherte. Damit gab der 74-Jährige, den Anderbrügge noch immer mit „Herr Präsident“ anspricht, sozusagen den Startschuss für die Karriere des späteren Europapokalsiegers. Und deshalb gehört Rauball auch das erste Kapitel des neuen Buches. Dazu später mehr…

Anderbrügge und sein Autorenteam um Peter Oßwald und Stephanie Schick zeigen in dem Buch auf, wie gesellschaftliche Werte durch den Sport vermittelt werden können. Dem Ex-Fußballer ist es enorm wichtig, dass Prinzipien wie „Aufstehen, Disziplin, Respekt aus dem Fußball“ auf die Gesellschaft übertragen werden.

Dazu hat er sich eine Reihe von prominenten Unterstützern hinzugeholt, die in seinem Buch alle ein eigenes Kapitel bekommen haben. Zu Gast waren am Donnerstagabend neben Reinhard Rauball auch Matthias Killing, der die Veranstaltung moderierte, der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende des FC Schalke 04 Clemens Tönnies, Trainerikone Huub Stevens, Kommentatorenlegende Werner Hansch, Ex-BVB- und heutiger Gladbachprofi Matthias Ginter, die ehemalige Dressurreiterin Nicole Uphoff und Unternehmer Thomas Hagedorn.

BVB-Präsident Rauball hat gute Erinnerungen an Anderbrügge

Als Rauball als erster der Co-Autoren auf die Bühne kommt, tauscht er dort die Plätze. Denn: Im Rücken der Protagonisten sind Trikots des BVB und des FC Schalke aufgestellt. Rauball „verschiebt“ Killing und Anderbrügge jeweils einen Platz weiter nach rechts, um selbst vor dem schwarzgelben Trikot seines Klubs sitzen zu können. Als Rauball gefragt wird, warum er bei dem Buchprojekt mitgemacht habe, antwortet er, dass er bis heute nur positive Erinnerungen an Anderbrügge habe. „Mit einer Ausnahme: Er lädt mich nicht oft genug zu den Benefizspielen ein, wo ich eigentlich als schräg abkippende Acht eingeplant wäre“. Natürlich ein Scherz von Rauball, dessen Wille zu spielen aber trotzdem groß sei, vor allem, wenn es um den guten Zweck geht. Bei den von den „Ruhrpotthelden e.V.“, einer Gruppe ehemaliger Sportler, die sich für gemeinnützige Zwecke einsetzen, organisierten Benefizspielen ist auch Ingo Anderbrügge immer dabei.

Nach und nach kamen dann auch die weiteren Gäste einzeln auf die Bühne. Anderbrügge, der 76 Mal in der Liga für den BVB auflief, las zu jedem seiner Mitautoren eine für ihn markante Stelle aus dem Buch vor – und immer war die Verbindung zwischen Sport und Gesellschaft herauszuhören. Dass der Sport, insbesondere der Fußball, bei dem Buchprojekt aber doch nicht ganz beiseite gelegt wurde, stellt Anderbrügge auch klar: „Ich wollte eine ganze Mannschaft haben und bekam keine Absage. Das macht mich besonders stolz“, erklärte der 57-Jährige und fügt an: „Da ist keiner dabei, nur weil er eine tolle Geschichte hat. Es geht um den Menschen“. Die Gäste heben immer wieder Anderbrügges Menschlichkeit und dessen besondere Art hervorgehoben. BVB-Boss Rauball spricht gar von einer „Menschlichkeit, die seinesgleichen sucht“.

Anderbrügge hat Zeit beim BVB nicht vergessen

Und das, obwohl Anderbrügge zuvor verraten hat, dass sein „Blut ein bisschen mehr blau“ als schwarzgelb sei. Die Zeit beim BVB habe er dennoch „nicht vergessen“, schließlich war es der Beginn seiner erfolgreichen Karriere.

In Dortmund erlebte Anderbrügge aber auch turbulente Zeiten, erinnert sich Rauball und führt die Anekdote des legendären Relegationsspiels des BVB 1986 an. Nachdem man im Hinspiel gegen Fortuna Köln 0:2 verloren hatte und im Rückspiel noch in der letzten Minute lediglich mit 2:1 führte, sah alles nach einem Dortmunder Abstieg aus. Anderbrügge war es dann, der in der Nachspielzeit die Vorlage zum 3:1 durch Jürgen Wegmann gab und damit ein drittes Entscheidungsspiel erzwang – das gewann der BVB letztlich deutlich mit 8:0. Torschütze zum 3:0: Ingo Anderbrügge.

Trotz der ereignisreichen Zeit bei der Borussia ist zu bemerken, dass Anderbrügge etwas mehr Königsblau in sich trägt. 19,97Euro kostet das Buch, in Anlehnung an den Europapokaltriumph der Schalker „Eurofighter“ rund um Anderbrügge 1997. 97 Cent pro Buch gehen an die „Ruhrpotthelden e.V.“. „Das Runde lehrt das Leben“ und die Buchvorstellung in Dortmund standen im Zeichen der Verbindung zwischen Sport und gesellschaftlichen Werten. Ingo Anderbrügge und allen seinen Begleitern ist es wichtig, diese Werte zu vermitteln. Anderbrügge bringt es im Fußballmuseum auf den Punkt: „Die digitale Welt kann sich weiter entwickeln, aber die Werte sollten immer bleiben“.

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