Ex-Zenit-Sportchef Beiersdorfer: „Witsel war schon damals ein toller Spieler“

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Wenn der BVB in der Champions League St. Petersburg empfängt, trifft Axel Witsel auf seinen Ex-Klub. Der ehemalige Zenit-Sportchef Dietmar Beiersdorfer lobt den Belgier in den höchsten Tönen.

Dortmund

, 27.10.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Daniel van Buyten, Nigel de Jong, David Jarolim, Jerome Boateng und Raphael van der Vaart. All diese Spieler lotste Dietmar Beiersdorfer einst zum Hamburger SV. Einen aber bekam der Sportdirektor der Rothosen trotz allen Buhlens damals nicht: Axel Witsel. Der junge Belgier hatte es Beiersdorfer angetan. Aus gutem Grund. Im Trikot von Standard Lüttich ließ der Youngster, der heute im BVB-Mittelfeld die Fäden zieht, seine Klasse aufblitzen.

Beiersorfer über BVB-Spieler Witsel: „Immer verlässlich“

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„Witsel war schon damals ein toller Spieler. Ein echter Stratege, der mit viel Leidenschaft auf dem Rasen agiert hat“, erinnert sich Beiersdorfer (56) im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten. Doch der HSV blitzte ab. Wenige Jahre später schlug Beiersdorfer aber doch zu. 2012, als Sportdirektor von Zenit St. Petersburg. Ausgestattet mit einer prallvollen Transferkasse sprach er bei Benfica Lissabon vor, legte 40 Millionen Euro auf den Tisch und überzeugte den 23-jährigen Axel Witsel von einem Wechsel nach Russland. Die Investition zahlte sich schnell aus. „Witsel war sehr wertvoll für unser Team. Er hat immer verlässlich und konstant seine Leistung gebracht, ohne Dellen“, sagt Beiersdorfer.

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Wenn Borussia Dortmund am Mittwochabend Zenit St. Petersburg in der Champions League empfängt, trifft BVB-Profi Axel Witsel auf den Klub, für den er fünf Jahre lang auflief, bevor er nach China weiterzog. „In St. Petersburg kann man sich wohlfühlen, es ist eine wunderbare Stadt und Zenit ist der herausragende Klub im russischen Fußball, er verfügt über ein gutes Umfeld mit wirtschaftlich großen Möglichkeiten“, erklärt Beiersdorfer, der zwei Jahre lang als Sportdirektor in der Metropole an der Newa arbeitete.

Witsel und Semak standen noch gemeinsam auf dem Rasen

Wenn sich die beiden Klubs am Mittwoch im Signal Iduna Park begegnen, dürfte Axel Witsel einen Mann aus dem gegnerischen Tross besonders herzlich begrüßen: Sergey Semak. Denn Zenits heutiger Trainer und Witsel spielten noch eine Saison lang für St. Petersburg gemeinsam, bevor Semak seine Profilaufbahn beendete und dann zunächst als Assistenztrainer von Luciano Spalletti bei Zenit fungierte.

Axel Witsel spielte von 2012 bis 2017 für Zenit St. Petersburg.

Axel Witsel spielte von 2012 bis 2017 für Zenit St. Petersburg. © imago / Revierfoto

Dietmar Beiersdorfer hält große Stücke auf den 44-jährigen Semak: „Ein sehr guter Trainer und rundum feiner Mensch, der viel internationale Erfahrung mitbringt.“ Semak, Vater von sieben Kindern, führte die russische Nationalmannschaft als Kapitän an, bestritt über 400 Spiele in der russischen Premjer Liga. Als Trainer Zenits feierte er den Meistertitel 2019 und das Double 2020. „Er zeigt ein gutes Handling für seine Spieler“, so Beiersdorfer.

BVB-Gegner St. Petersburg erfügt über „gutes europäisches Niveau“

Wie stark der russische Champion einzuschätzen ist? „Gutes europäisches Niveau“, analysiert Beiersdorfer, „in Russland wird physisch stark gespielt, St. Petersburg hat eine eingespielte Mannschaft. Dortmund wird gut dagegenhalten müssen. Aber wenn der BVB die Zenit-Abwehr in Bewegung bringen und seine schnellen Außen nutzen kann, dann ist er der klare Favorit.“ Beide Teams haben den Auftakt der Königsklasse in den Sand gesetzt.

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Entscheidend dürfte am Mittwochabend auch sein, welcher Sturm-Hüne den besseren Abend erwischt. Dortmunds Erling Haaland (1,94 Meter) oder Zenits Artem Dzyuba (1,96 Meter). Die norwegische Naturgewalt (20) oder der routinierte Russe (32), der in elf Spielen der laufenden Saison schon an zehn Zenit-Treffern beteiligt war. „Haaland ist schneller, beweglicher“, weiß Beiersdorfer, „aber Dzyuba ist vor dem Tor eiskalt. Das könnte spannend werden.“

ZUR PERSON:
  • Dietmar Beiersdorfer, geboren 1963 in Fürth, spielte als Defensivakteur vornehmlich für den Hamburger SV und den SV Werder Bremen mehr als 240 Mal in der Fußball-Bundesliga. Er gewann 1993 die Deutsche Meisterschaft und zweimal den DFB-Pokal (1987/1994).
  • Als Sportdirektor lenkte er von 2002 bis 2009 den Hamburger SV. Danach arbeitete er als „Head of Global Soccer“ für Red Bull und als Vorstandsvorsitzender von RB Leipzig. 2012 heuerte er als Sportdirektor bei Zenit St. Petersburg an. 2014 kehrte er nach Hamburg zurück als Vorstand der HSV Fußball AG. Ende 2016 erfolgte die Trennung.
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