Unfassbar! Die so verheißungsvolle Königsklassen-Kampagne des BVB steht vor einem jähen Ende. Dieses 0:3 von Wembley markiert den bislang bittersten Moment dieser Spielzeit. Sascha Klaverkamp kommentiert.

London

, 14.02.2019, 11:45 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die deftige Niederlage gegen Tottenham zeigt deutlich, was den jungen Himmelsstürmern noch fehlt, um mit den Großen des Geschäfts mithalten zu können: Kaltschnäuzigkeit und Erfahrung.

Keinen Plan, den Rückstand umzubiegen

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Die neu formierte Abwehrkette ließ sich im zweiten Durchgang mehrmals überrumpeln, die Dortmunder Unordnung nach dem 0:2 nutzten die nachsetzenden Spurs für die endgültige Entscheidung. Und die Borussen ließen ihre guten Möglichkeiten selbst fahrlässig liegen. So steht am Ende ein 0:3 auf der Anzeigetafel, das dem Spielverlauf eigentlich nicht gerecht wird. Denn dafür war der BVB über 45 Minuten mindestens ebenbürtig, gestattete Tottenham kaum ein Durchkommen.

Darüber zu sinnieren, wie die Partie mit einem gesunden Marco Reus oder einem fitten Lukasz Piszczek gelaufen wäre, ist müßig. Denn auch Tottenham fehlten die gefährlichsten Akteure - und der BVB zeigte ja vor der Pause, zu welch stabilem, klugen Spiel er auch ohne einige Stammkräfte in der Lage ist. Dass der Abend von Wembley aber in einem desaströs klingenden 0:3 mündete, das ehrlich gesagt jegliche Hoffnung aufs Viertelfinale zerstörte, das müssen sich die Schwarzgelben ankreiden. Sie waren nicht mehr so bissig, nicht mehr zu 100 Prozent konzentriert, manchmal zu überhastet nach dem plötzlichen 0:1. Einen richtigen Plan, den Rückstand noch umzubiegen, hatten sie nicht.

Schmerzhafter Tiefschlag

Keine Frage, dieser Abend in London, der sich anfühlte wie ein schmerzhafter Tiefschlag im Boxring, er wird sehr schwer zu verdauen sein, denn er bestätigte einen Abwärtstrend, der jüngst schon das Pokal-Aus gegen Bremen und eine aus den Händen gegebene 3:0-Führung gegen Hoffenheim in der Liga verzeichnete.

Fahrlässig, überhastet und angeknockt: Der BVB befindet sich in Schieflage

BVB-Trainer Lucien Favre muss sein Team bis zum Nürnberg-Spiel mental wieder in die Spur bringen. © dßa

Lucien Favre muss sein angeknocktes Team bis zum Bundesligaspiel am Montag in Nürnberg vor allem mental wieder in die Spur bringen. Denn auch beim Schlusslicht wird der BVB-Anführer Marco Reus noch fehlen. Die Borussia darf dort nicht auch noch stolpern, sonst gerät eine bis dato so grandiose Spielzeit komplett in Schieflage.

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