Frauenfußball beim BVB? Geschäftsführer Carsten Cramer äußert sich

mlzBorussia Dortmund

Borussia Dortmund beschäftigt sich mit dem Thema Frauenfußball, BVB-Geschäftsführer Carsten Cramer will auf die Wünsche der Mitglieder eingehen. Verschiedene Szenarien sind möglich.

Dortmund

, 04.07.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

FC Barcelona, FC Bayern München, Paris Saint-Germain, FC Arsenal und FC Chelsea. In dieser namhaften Nachbarschaft könnte Borussia Dortmund bald mitmischen. Denn der BVB denkt daran, genau wie es andere europäische Topklubs längst umgesetzt haben, ein eigenes Fußball-Frauenteam auf die Beine zu stellen.

Frauenfußball beim BVB? Online-Umfrage läuft

Aus der Idee ist bereits ein konkreter erster Schritt geworden: Die Borussia hat eine Online-Umfrage unter seinen Mitgliedern, Anhängern und mehr als 900 Fanklubs ins Feld geführt, um herauszufinden, welchen Stellenwert Frauenfußball unter dem schwarzgelben Dach genießen würde. „Unser Ziel ist es, mit einem klaren Konzept, das die Wünsche unserer Mitglieder beinhaltet, in die nächste Mitgliederversammlung zu gehen“, erklärte BVB-Geschäftsführer Carsten Cramer gegenüber den Ruhr Nachrichten. Ein entsprechender Beschluss der Versammlung Ende November könnte dann grünes Licht bringen für ein BVB-Frauenteam.

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Noch bis zum 9. Juli läuft die Online-Umfrage, die abklopft, wie stark das Interesse für Frauenfußball ist und wie sehr es sich erhöhen würde, falls die Borussia ein eigenes Team formieren würde. Würde ich einem Spiel der BVB-Frauen zuschauen? Wie gut und wichtig fände ich es, wenn BVB-Frauen irgendwann in der Bundesliga spielen? Neben diesen Fragen bildet die Erhebung mehrere mögliche Szenarien ab.

Frauenfußball beim BVB: Verschiedene Szenarien sind möglich


A) Unten starten: Borussia Dortmunds Frauen könnten in der Kreisliga starten und sich Liga um Liga hocharbeiten.

B) Nur Freundschaftsspiele: Frauenfußball beim BVB bekäme nur einen Breitensport-Status mit Freundschaftsspielen.

C) Ein bestehendes Team unterstützen: Die Borussia unterstützt ein bereits bestehendes Frauenteam in Dortmund.

D) Lizenz erwerben: Der BVB kauft einem anderen Klub die Spiellizenz ab und verschafft sich so die Chance, direkt höherklassig einzusteigen. Umfrage-Teilnehmer können angeben, welches Szenario ihnen am liebsten wäre.

Frauenfußball: BVB könnte mit dem SV Berghofen kooperieren

Für die Szenarien C) und D) ist in Dortmund aktuell eine vielversprechende Situation entstanden. Denn die Frauen des SV Berghofen dürfen in die 2. Bundesliga aufsteigen. Dank einer pikanten Entwicklung: Der 1. FC Köln steigt in die 2. Liga ab und verhindert somit quasi, dass die zweite Mannschaft des FC aus der Regionalliga in die 2. Liga aufsteigen darf. Zwei Teams aus einem Klub in derselben Spielklasse, das gestattet der DFB nicht. Die Folge: Der Tabellendritte SV Berghofen aus Dortmund rückt auf den Aufstiegsplatz, und er nimmt dieses Recht auch wahr. „Unser langfristiges Ziel war die 2. Liga. Schön, dass es bereits jetzt geklappt hat“, freute sich Berghofens sportlicher Leiter Stephan Gebling. Die Zweitligapartien werden im Aplerbecker Waldstadion ausgetragen, das dem Sicherheitskonzept des DFB standhält.

Der Klub will sich mit seinem Frauenteam möglichst in der 2. Liga etablieren. Allein oder mit Hilfe des BVB? Oder gar mittelfristig sogar unter dem Dach der Borussia? All das ist noch offen. „Es gibt eine Tendenz in den Rückläufern unserer Umfrage, aber die verrate ich nicht, um die Umfrage nicht zu manipulieren“, erklärt Carsten Cramer. Spätestens im November aber soll Klarheit herrschen, ob ein Frauenteam in Schwarzgelb Realität werden kann.

Wir wollen unsere BVB-Berichterstattung mit Ihrer Hilfe verbessern. Es wäre daher super, wenn Sie an unserer kurzen Umfrage teilnehmen: Hier entlang.
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