Freiburg rüstet sich schon für die Zeit nach Dutt und Cissé

Der BVB-Gegner

Es gibt Klubs auf dieser Welt, die sich den sonst marktüblichen Mechanismen im Fußball verschließen. Weil sie anders sein wollen, manchmal auch, weil sie nicht anders können. Aber sie machen aus den Rahmenbedingungen, die ihnen zur Verfügung stehen, das Beste. So wie der sonntägliche BVB-Gegner SC Freiburg.

FREIBURG

von Von Dirk Krampe

, 16.04.2011, 06:58 Uhr / Lesedauer: 2 min
ARCHIV - Der damalige Freiburger Trainer Marcus Sorg, aufgenommen 03.12.2011 im Badenova-Stadion in Freiburg. Der U19-Coach wird nach den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro 2016 die U21 übernehmen und somit Nachfolger von Horst Hrubesch. Foto: Bernd Weissbrod/dpa (zu dpa "Beförderung vor dem EM-Start: Sorg wird Hrubesch-Nachfolger" am 06.07.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++

ARCHIV - Der damalige Freiburger Trainer Marcus Sorg, aufgenommen 03.12.2011 im Badenova-Stadion in Freiburg. Der U19-Coach wird nach den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro 2016 die U21 übernehmen und somit Nachfolger von Horst Hrubesch. Foto: Bernd Weissbrod/dpa (zu dpa "Beförderung vor dem EM-Start: Sorg wird Hrubesch-Nachfolger" am 06.07.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Die Art und Weise, wie der Sportclub den Wechsel von Dutt zu Sorg handhabt, ist auch so eine Geschichte, die typisch ist für diesen Verein, der im Breisgau beheimatet ist – eine der lebenswertesten Ecken der Republik. Dutt, der sich Schritt für Schritt aus dem großen Schatten seines Vorgängers Finke herausgewagt hatte, informierte den Verein schon vor fast einem Jahr von seinen Überlegungen, seinen Vertrag (Laufzeit bis 2012) vorzeitig aufzulösen. Das war lange, bevor im Rheinland Bayer Leverkusen die Fühler nach Dutt ausstreckte. „Die Szenarien“, sagte Dutt dem kicker-Sportmagazin, „wie wir den Trainerwechsel reibungslos hinbekommen, haben wir bereits damals besprochen. Genau das macht diesen Verein aus.“ Als sich Sportdirektor Dirk Dufner und der Vorstand auf Sorg, einen ehemaligen Ulmer Zweitliga-Profi (34 Einsätze/2 Tore), verständigt hatten, „wurde mir warm ums Herz“, bekannte Dutt. Es war diese interne Lösung, die er präferiert hatte. Sorg, der 2008 aus Ulm zum SC Freiburg wechselte, arbeitete dort zunächst als Scout und Trainer der U17. Schon im Winter 2008 übernahm er die U23 des Klubs und beendete seine erste Saison in der Regionalliga Süd auf Rang 14.

Im Jahr darauf verpassten die Freiburger als Dritter nur knapp den Aufstieg in die 3. Liga. Momentan rangiert die U23 im Mittelfeld. Noch bevor Sorg am 1. Juli seinen Dienst antreten wird, wird sich die drängendste offene Personalie im Kader des SC geklärt haben. Bei Papiss Demba Cissé (25) sieht sich der SC in einer Zwickmühle. Der Senegalese hat nicht nur wegen seiner 20 Saisontreffer das Interesse aus dem In- und Ausland geweckt. Scouts aus England sitzen bei Freiburger Heimspielen regelmäßig auf der Tribüne, es wäre, bekannte der Stürmer, für ihn die Erfüllung eines Kindheitstraums, im Mutterland des Fußballs zu spielen. Anfragen gibt es auch aus Russland und aus der Bundesliga, wo der VfL Wolfsburg im Winter mit einer Offerte von 12 Millionen Euro noch abblitzte.

Was also macht der SC Freiburg mit Cissé (Vertrag bis 2014)? „Wir müssen entscheiden, was wichtiger ist für den SC Freiburg“, sagt Dufner, „die betriebswirtschaftlichen Erwägungen oder der sportliche Wert des Spielers.“ Vorsichtshalber sichern sich die Breisgauer schon mal ab und haben ihr Interesse an Cottbus-Torjäger Nils Petersen bekundet. Auch er würde zur Freiburger Philosophie passen. Eine andere Personalie ist seit dieser Woche vom Tisch. Johannes Flum (23) verlängerte vorzeitig bis 2014. Auf ihn hatte auch Borussia Dortmund ein Auge geworfen.

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