Für den BVB geht es am "Super-Sonntag" um alles

Intensives Vorspiel

Dem BVB droht am Sonntag die pikante Konstellation, dass er beim Anpfiff der Partie gegen den SC Freiburg (17.30 Uhr) nur noch zwei Punkte Vorsprung auf Bayer Leverkusen mit ins Spiel nimmt - ein Sieg der Werkself in München vorausgesetzt.

DORTMUND

von Von Dirk Krampe

, 15.04.2011, 20:14 Uhr / Lesedauer: 2 min
Robert Lewandowski (l.): Auf der "Zehn" ohne Bindung, im Sturmzentrum ohne Praxis. Eine schwierige Situation.

Robert Lewandowski (l.): Auf der "Zehn" ohne Bindung, im Sturmzentrum ohne Praxis. Eine schwierige Situation.

Wenn sich der BVB am Sonntag vor dem Heimspiel gegen den SC Freiburg (17.30 Uhr, Signal Iduna Park) auf den Weg vom Teamhotel zum Stadion macht, wird sich Verfolger Bayer Leverkusen im Nachmittagsspiel bei Bayern München schon darum bemühen, den Druck auf den Bundesliga-Tabellenführer zu erhöhen. Also rief Klopp seine Spieler am Montag zusammen, „wir haben uns damit beschäftigt, was das mental bedeutet“. Druck will er das nicht nennen, dieses Wort mag er nicht. Spaß sollen sie haben, „wir wollen unseren Fußball auf den Platz bringen“, und es gebe für die Spieler nichts Besseres als so eine Situation. „Es ist ein Super-Sonntag!“, sagt er. „Es geht um alles. Und wir sind mit dabei. Das ist doch viel besser, als wenn wir uns als Siebter Gedanken machen müssten, wie wir uns noch motivieren können.“

Für Jürgen Klopp sind die Spieler in erster Linie mündige Erwachsene. „Ich kann ihnen ja im Bus nicht die Handys wegnehmen“, sagt er. „Und wie soll ich verhindern, dass sie im Stadion mitbekommen, wie es in München steht?“ Also bereitet er seine Spieler lieber darauf vor, was sie dann erwarten könnte. Nach einer Woche, in der ein möglicher Wechsel Nuri Sahins die Schlagzeilen bestimmte und kaum jemand darüber sprach, dass sich Borussia Dortmund schon in Freiburg gegen das ungewohnte 4-1-4-1-Spielsystem der Gastgeber lange sehr schwer tat, wird Klopp froh sein, wenn am Sonntag wieder der Ball rollt. Erstmals seit dem 22. Januar (1:1 gegen Stuttgart) wird dann Robert Lewandowski (22) wieder im Sturmzentrum seine Chance von Beginn an bekommen und versuchen, den verletzungsbedingten Ausfall von Lucas Barrios (13 Saisontreffer) zu kompensieren.

Lewandowski, dessen Verpflichtung sich der BVB im Sommer 2010 4,5 Millionen Euro kosten ließ, spielt erst zum zweiten Mal bei Anpfiff auf der Position, die er selbst als die für ihn ideale bezeichnet. „An einem fitten Barrios vorbeizukommen“, sagt Klopp, „würde vielen anderen auch schwer fallen.“ Er gesteht aber ein, „dass es eine Situation ist, in der Robby besonders gefordert sein wird. Doch er hat bereits bewiesen, dass er gehobenes Bundesliga-Niveau darstellt.“ Diese Meinung – das ist kein Geheimnis – teilen längst nicht alle Experten.

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