Für die BVB-Abwehr gilt heute Abend Alarmstufe Rot

Pokalspiel in München

Dortmunds Trainer Peter Stöger kokettiert nicht als ein allwissender Zampano. Er entwickelt vor dem Pokalspiel in München (20.45 Uhr) einen nüchternen Blick auf die Dinge beim BVB - und beim FCB.

DORTMUND

, 20.12.2017, 07:00 Uhr / Lesedauer: 3 min
Sind unter Peter Stöger in der BVB-Defensive gesetzt: Ömer Toprak (l.) und Jeremy Toljan.

Sind unter Peter Stöger in der BVB-Defensive gesetzt: Ömer Toprak (l.) und Jeremy Toljan. © Guido Kirchner

Seine Antwort gefiel ihm gut, da hängte er spontan noch ein kurzes Lachen an. In aller Kürze hatte Peter Stöger die Frage nach den Stärken der Bayern und speziell von Arjen Robben abgehandelt. "Es gibt nicht viele Dinge, die man über die Bayern nicht weiß", sagte der Österreicher. "Trotzdem ist Etliches schwer zu verteidigen. Das hat möglicherweise mit Qualität zu tun." Dann feixte er kurz. Schwächen und Bayern, das passe ja gar nicht zusammen.

Keine dummen Gegentore

Schwächen und Borussia Dortmund, das wiederum passte zum Herbst wie fallendes Laub und Nieselregen. Vor allem defensiv, wo es in 13 Spielen 28 Gegentore hagelte. Diesen phlegmatischen Blues beim Spiel ohne eigenen Ballbesitz hat Stöger den Borussen ausgetrieben. Weniger wild, dafür zurückgezogener und kontrollierter verteidigt Dortmund mittlerweile. Schönspielerei ist erstmal nicht gefragt, sondern keine dummen Gegentore zu kassieren. Mehr denn je heute Abend im Achtelfinale des DFB-Pokals beim FC Bayern München.

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Der BVB auf dem Weg zum Pokalspiel nach München

19.12.2017
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Der BVB auf dem Weg nach München.© Groeger
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Der BVB auf dem Weg nach München.Der BVB auf dem Weg nach München.© Groeger
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"Es gibt leichtere Aufgaben, das ist klar", sagt Stöger. Die auf seiner Prioritätenliste ganz oben angesiedelte Forderung nach mehr Stabilität wird geprüft, und damit auch die hinterste Deckungsreihe. Hier setzt der neue BVB-Trainer auf zwei Kandidaten, die unter seinem Vorgänger kaum noch eine Rolle spielten.

Konstrukt soll robuster werden

Ömer Toprak innen und Jeremy Toljan rechts haben in ihren vorherigen Klubs in Leverkusen und Hoffenheim gehobenes Bundesliga-Niveau nachgewiesen, so langsam sollten sie sich dieses Testat auch beim Borussia Dortmund verdienen. Beide offenbarten bisher Schwächen. Toprak fehlt Tempo, und der 28-jährige vermeintliche Routinier präsentierte in der größten Krise ähnlich fehlerbehaftet wie der junge Toljan (23), der sich vor allem in Eins-gegen-Eins-Auseinandersetzungen nur schwer behaupten konnte.

Nun soll das torverteidigende Konstrukt robuster werden, mit den zwei vorherigen Wackelkandidaten. Einer, der den Kollegen mit aufmunternden Worten von gelungenen Pokalabenden gegen die Super-Bayern berichten kann, ist Sokratis. Der Manndecker hat in vielen heißen Kämpfen seine grimmige Maske aufgesetzt und nichts und niemanden geschont.

"Da muss man aber viel richtig machen"

Zweimal überstand der BVB zuletzt K.o.-Spiele in München. Auch wegen dieser Attitüde. "Von Dingen in der Vergangenheit kann man ein Gefühl mitnehmen", bestätigte Trainer Stöger, schränkte aber ein, dies habe "auf die Partie am Mittwoch keinen Einfluss". Für die eigene Zielsetzung, das Finale in Berlin zu erreichen, müsse man in der Regel die Bayern aus dem Weg räumen, "in diesem Fall relativ früh".

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Seine Borussen werden, so erwartet es Stöger, im Läuferischen und Spielerischen Möglichkeiten haben, den Spielverlauf zu den eigenen Gunsten zu drehen. "Da muss man aber viel richtig machen, das ist ja auch keine ganz neue Überlegung." Vor allem in der Abwehr gilt Alarmstufe Rot, wenn Spieler wie der humorlose Robert Lewandowski oder der schlaue Thomas Müller angreifen, wenn der pfeilschnelle Kingsley Coman oder der unberechenbare Franck Ribéry losdribbeln.

Fähigkeiten eindämmen

Es gebe sicher Wege, deren Fähigkeiten etwas einzudämmen. Grundsätzlich fände er es "zielführender, sich mit Dingen zu beschäftigen, die noch nicht so gut gelaufen sind", sagte Stöger. Seine "Jungs" Toprak und Toljan werden das gerne hören.

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