Gehaltsverzicht wegen Coronavirus-Krise: BVB-Profis setzen das einzig richtige Signal

mlzKommentar

Der Gehaltsverzicht der BVB-Profis wegen der Coronavirus-Krise ist ein wichtiges Signal und wird Borussia Dortmund nicht nur wirtschaftlich stärken. Ein Kommentar.

Dortmund

, 24.03.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Bosse schritten voran, jetzt zogen auch die Profis des BVB nach. Sie verzichten freiwillig auf einen Teil ihrer Gehälter und federn somit die finanziellen Extrembelastungen der Corona-Krise für den Klub ab. Am Montag hatte Borussia Dortmunds Führung den Spielern entsprechende Vorschläge unterbreitet, keine 24 Stunden später stand die Zusage des kompletten Teams fest.

BVB kann Mitarbeitern Sicherheit geben

Der BVB spart dank seiner solidarischen Profis und Führungskräfte mehr als 10 Millionen Euro ein und darf aufatmen. Nicht, weil trotz heftiger Einnahme-Ausfälle nun Fußball-Millionäre leichter bezahlt werden könnten. Nein, weil die Borussia nun den rund 850 Mitarbeitern im Unternehmen die Sicherheit geben kann, im Laufe der Corona-Krise keine Kündigungen aussprechen zu müssen. Wir sprechen über Putzkräfte, Verwaltungsangestellte, Physiotherapeuten, Köche, Serviceleute – über ganz normale Jobs. Über hunderte Familien, die jetzt ein starkes Signal für einen sicheren Arbeitsplatz bekommen haben. Die aufatmen dürfen.

Die Borussen haben so etwas schon einmal getan. 17 Jahre ist es her, die existenzbedrohende Finanzlage des BVB schob damals den Klub an den Abgrund, die Spieler verzichteten sodann auf 20 Prozent ihrer Gehälter. Zwei Jahre später arbeiteten der zurück an Bord geholte Präsident Dr. Reinhard Rauball und der neue Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke monatelang ohne Salär für den BVB, und trugen so zur finanziellen Rettung bei.

Gehaltsverzicht passt zur DNA des BVB

Damals wie heute passt der Verzicht auf Bezüge in stürmischen Tagen zur DNA des Klubs, der für viele Fans weit mehr ist als das. Er ist Lebensgefühl, Herzkammer, Zweitfamilie. Und darum ist er auch für seine Angestellten oftmals kein gewöhnlicher Arbeitgeber. „Wir gehören zusammen, in guten wie in schlechten Zeiten“, so beschreibt die Borussia selbst das Verhältnis zu ihren Angestellten.

Jetzt, in den schlechten Zeiten, haben die Profis bewiesen, dass sie genau das verstanden haben. Dass sie genau so handeln müssen, wie sie es getan haben. Mit einer Stimme, mit einer klaren, schnellen Entscheidung. Jedes andere Signal, jedes längere Zögern oder gar eine Ablehnung des Verzichtsvorschlags wären zwar juristisch unantastbar gewesen. Moralisch aber hätte das kein Fan verstanden. Eine extreme Belastung der Liebesbeziehung von der Kurve zur Mannschaft wäre die Folge gewesen.

Borussia Dortmund auch neben dem Platz gestärkt

Jetzt ist dem Gegenteil der Weg geebnet: Die Chance, dass der BVB gefestigt aus der verzwickten Lage hervorgehen wird, ist groß. Zusammengerückt auf und neben dem Platz, es gibt wahrlich schlechtere Aussichten, eine Krise zu meistern.

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