Jetzt auch offiziell: Borussia Dortmund II ist Drittliga-Aufsteiger. © Thomas Bielefeld
Borussia Dortmund

Geschafft! BVB-U23 macht den Drittliga-Aufstieg endlich offiziell perfekt

Geschafft. Endlich. Die BVB-U23 hat im Schlussspurt der Regionalliga-Saison den Aufstieg in die Dritte Liga perfekt gemacht. Trotz vieler Widerstände hat sich der BVB nie beirren lassen und ist cool geblieben.

Der BVB II ist durch, die BVB-U23 ist Regionalliga-Meister. Zwar hat der BVB den Aufstieg wegen des Einspruchsverfahrens offiziell erst nach dem letzten Spieltag perfekt gemacht, verdient ist er dennoch allemal. Die Jungs von Trainer Enrico Maaßen haben eine nahezu makellose – aufgrund vieler Umstände aber auch komplizierte – Regionalliga-Spielzeit mit dem Drittliga-Aufstieg gekrönt.

Am Samstag hatte der BVB mit einem 2:1-Sieg beim Wuppertaler SV den Titel schon einmal sportlich perfekt gemacht. Nachdem zuletzt noch die Einsprüche von RW Essen und vom SV Bergisch Gladbach von Verbandsseite bearbeitet werden mussten. Essen zog seinen Einspruch zurück, Bergisch Gladbach ging nicht in Revision, wie der Klub am Samstagmorgen mitteilte.

Endlich offiziell! BVB II steigt in Liga 3 auf

Damit ist es perfekt: Herzlich willkommen in Liga 3, lieber BVB II. Erstmals seit der Saison 2014/15 kickt die schwarz-gelbe Reserve nun also wieder in der 3. Liga, wird künftig auf absolute Traditionsklubs wie 1860 München, den 1. FC Kaiserslautern oder den MSV Duisburg treffen. Zuschauer, Staff und Spieler werden es wohl kaum erwarten können.

Aber wie ist dem BVB dieser Aufstieg gelungen? Wie ist aus einer Ansammlung vieler Sommerneuzugänge eine solch verschworene Einheit geworden, die auf dem Spielfeld einen Fußball präsentiert hat, den man vom BVB II schon lange nicht mehr gesehen hat?

Der BVB ist schlussendlich zwar durch die Liga marschiert, hatte aber eine Vielzahl an Hürden zu überqueren. Hürden wie Verletzungssorgen, Verbal-Angriffe von der Konkurrenz, intensive Englische Wochen und zuletzt die Corona-Quarantäne, wegen der der BVB fast einen Monat lang kein Spiel bestreiten durfte.

Der Erfolg ist – neben der Mannschaft und den Spielern natürlich – vor allem mit einem Mann verknüpft, der stets die Ruhe bewahrt hat, sich nicht hat verunsichern lassen und aus jeder ach so schwierigen Situation noch das maximal Positive ziehen möchte: Trainer Enrico Maaßen.

BVB-U23-Coach Enrico Maaßen legt großen Wert auf Zusammenhalt

Der Fußballlehrer – als Meistertrainer vom SV Rödinghausen gekommen – trat im vergangenen Sommer seine Mission beim BVB an. Gemeinsam mit seinem Trainerteam – unter anderem Co-Trainer Pascal Bieler, Torwarttrainer Thomas Feldhoff und Athletiktrainer Benjamin Schüßler – wollte Maaßen aus einem im Sommer mit Qualitätsspielern rundum erneuerten Kader ein Kollektiv formen, eine Einheit auf und neben dem Platz zusammenstellen. Schon im August 2020 – im ersten großen Interview mit unserer Redaktion – betonte Maaßen, wie wichtig der Zusammenhalt einer Mannschaft sei.

„Der Umgang miteinander ist sehr wichtig. Jeder soll gern zum Training kommen, jeder soll auf dem Platz lachen dürfen und dennoch konzentriert arbeiten. Wenn wir diese Atmosphäre erreichen, ist schon wirklich viel erreicht“, sagte der 37-Jährige im Sommer. Von großen Meisterschafts-Kampfansagen keine Spur. Maaßen wollte erst einmal arbeiten.

Dass er dieses Ziel mittlerweile mehr als erreicht hat, demonstriert die Mannschaft Woche für Woche. Nach jeder Partie findet sich der gesamte Kader zum großen Kreis zusammen, selbst Reservespieler und verletzte Akteure sind dabei. Von Stinkstiefeln im Kader ist keine Spur. Neben den flexiblen Spielideen, die Taktikfuchs Maaßen immer wieder austüftelt, ist die Stimmung im Team sicherlich ein entscheidender Erfolgsfaktor für den jungen BVB-Kader.

BVB-U23 konnte Ausfälle kompensieren

Apropos BVB-Kader: Der soll natürlich nicht zu kurzkommen, haben doch die Spieler die Tore erzielt und die Punkte eingefahren. Angeführt von Kapitän Steffen Tigges und seinem Stellvertreter Franz Pfanne haben die jungen Wilden Woche für Woche Höchstleistungen gezeigt, haben selbst die Ausfälle langzeitverletzter Spieler wie Moritz Broschinski, Patrick Osterhage oder zuletzt Taylan Duman und Maximilian Hippe durch ihre Qualität und mannschaftliche Geschlossenheit kompensieren können.

Doch nicht nur das: Von so mancher Konkurrenz als Wettbewerbsvorteil bezeichnet, haben sich mehrere BVB-Spieler im U23-Kader so gut entwickelt, dass sie gar für den Profi-Kader interessant geworden sind. Die beiden Keeper Luca Unbehaun und Stefan Drljaca standen im Kader, als der BVB gegen RB Leipzig den DFB-Pokal gewonnen hat. Selbiges gilt auch für Steffen Tigges und Ansgar Knauff, die sogar in der Champions-League und in der Bundesliga auf dem Feld standen. Standen sie dem U23-Kader mal nicht zur Verfügung, sind andere in die Bresche gesprungen und haben die Punkte geholt – auch im März, der mit Englischen Wochen überaus komplex gefüllt war oder zuletzt nach der langen Quarantäne-Zeit.

Verbale Spitzen gegen die BVB-U23 – vor allem von RW Essen

Dass zwischendrin immer mal wieder verbale Spitzen aus der Richtung von vor allem RW Essen den BVB erreichten, die letztlich sogar in einem Einspruchsverfahren mündeten, davon haben sich weder die Spieler, das Trainerteam noch Teammanager Ingo Preuß beunruhigen lassen. Die BVB-Verantwortlichen haben sich auf das Wesentliche konzentriert. Auf den Sport, auf den Erfolg und schlussendlich dann auch auf den Aufstieg in die Dritte Liga.

Ob der Aufstieg ein Ziel sei, hatten wir Maaßen im Sommer noch gefragt. Nein, sagte der Coach. „Zu planen, in einer so ausgeglichenen Liga letztlich ganz oben zu stehen, ist sehr schwierig. Für mich ist es daher wichtiger, dass wir uns jede Woche neue Ziele setzen. Was wir uns unter der Woche erarbeitet haben, muss am Wochenende ganz deutlich zu sehen sein. Das fordere ich ein“, so Maaßen. Die Spieler sind seinen Worten gefolgt und haben abgeliefert – mit der Folge: Drittliga-Aufstieg. Herzlichen Glückwunsch dazu, Borussia Dortmund.

Borussia Dortmund: Luca Unbehaun, Stefan Drljaca, Krystian Wozniak, Jan-Pascal Reckert, Haymenn Bah-Traore, Niklas Dams, Lennard Maloney, Henri Weigelt, Maximilian Hippe, Albin Thaqi, Migel-Max Schmeling, Malte Wengerowski, Franz Pfanne, Aday Ercan, Tobias Raschl, Patrick Osterhage, Marco Hober, Florian Krebs, Taylan Duman, Kolbeinn Finnsson, Alaa Bakir, Philipp Harlaß, Cebrail Mackreckis, Ansgar Knauff, Dominik Wanner, Steffen Tigges, Richmond Tachie, Moritz Broschinski, Ingo Preuß, Enrico Maaßen, Pascal Bieler, Benjamin Schüßler, Thomas Feldhoff, Harald Völkel, Markus Langer, Daniel Zolinski, Paul Jankowski, Jan Frederik Luig

Über den Autor
Sportredaktion Dortmund
Ist bereits seit Kindesbeinen an von Ballsportarten – insbesondere Fußball – fasziniert. Stets neugierig auf der Suche nach Geschichten, auch abseits des Ballsports. Die Liebe zum Journalismus entdeckte er über sein großes Hobby: Fotografie. Gebürtig aus Selm, mittlerweile in Lünen wohnhaft.
Zur Autorenseite
Patrick Schröer

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.