Stuttgarts Gonzalo Castro verpasst das Wiedersehen mit dem BVB, rechnet seinem Team aber Chancen aus. © imago images/Pressefoto Baumann
Borussia Dortmund

Gonzalo Castro vor BVB-Spiel: „Köln hat gezeigt, wie es geht“

Gonzalo Castros Kontakte zum BVB sind noch immer eng. Das Wiedersehen mit seinem Ex-Klub verpasst Stuttgarts Kapitän am Samstag. Auch ohne ihn verfolgt der VfB einen Plan gegen die Borussen.

Normalerweise wäre Gonzalo Castro morgen nach Dortmund zurückgekehrt. Doch der Mittelfeldspieler des VfB Stuttgart, der zwischen 2015 und 2018 das BVB-Trikot trug, verpasst das Treffen mit seinen ehemaligen Weggefährten. Denn nicht nur das Corona-Virus verhindert den engen Austausch mit den Ex-Kollegen, sondern auch eine Gelbsperre. Castro, gebürtiger Wuppertaler, muss auf die Reise in Richtung Heimat verzichten.

Castro über BVB-Kollegen: „Es ist immer ein schönes Wiedersehen“

Das ärgert ihn, denn so eine Rückkehr ist immer „etwas besonderes“, sagt er im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten. „Es sind immer noch viele Jungs da, mit denen ich noch gespielt habe. Auch viele Leute aus dem Betreuerstab sind noch mit dabei.“ Die alten Gesichter zu sehen, ein wenig zu plaudern und zu scherzen, das wird ihm dieses Mal abgehen. Er sagt: „Es ist immer ein schönes Wiedersehen, auch wenn man für 90 Minuten der Gegner ist. Aber vor und nach dem Spiel führt man immer wieder Gespräche, gerade wenn man jahrelang viele Dinge geteilt hat und durch gute als auch schlechte Zeiten gegangen ist.“

Obwohl für ihn in den drei Jahren in Dortmund nicht immer alles rund lief, pflegt er nach wie vor Kontakt zu einigen Borussen, „zum Beispiel zu Marco Reus, Marcel Schmelzer oder auch Mats Hummels, auch wenn der zwischendurch mal kurz weg war“, sagt Castro. „Ich habe auch noch ein bisschen Kontakt zu den Physiotherapeuten und den Mitarbeitern aus dem Betreuerstab.“

Seit Saisonbeginn ist führt Castro Stuttgart als Kapitän aufs Feld

Während er sich beim BVB nur schwer etablieren konnte, ist er in Stuttgart mittlerweile komplett angekommen und etabliert. Seit Beginn dieser Saison ist er Kapitän, stand in zehn Partien von Beginn an auf dem Platz und erzielte zwei Treffer. Dabei war auch die Anfangszeit für ihn in Stuttgart schwer. „In der zweiten Liga war es nicht leicht, weil ich dort vorher noch nie gespielt hatte. Ich wusste nicht, was auf mich zukommt. Es wird ein anderer Fußball gespielt. Aber ich war immer überzeugt von diesem Wechsel nach Stuttgart.“

Sportlich sind die Schwaben zurzeit auf einem guten Weg. Der Aufsteiger weiß bislang komplett zu überzeugen. „Vor allem spielen wir sehr konstant und bewegen uns schon auf ein gutes Niveau zu“, sagt Castro. Dabei wird auf einen offensiven und erfrischenden Fußball gesetzt. „Wir haben einfach die passenden Typen und die Truppe ist dafür gemacht. Im Moment machen wir es einfach generell als Team sehr gut und finden immer die Räume, die wir brauchen.“

Der Plan gegen den BVB: „Wir müssen die wenigen Chancen nutzen“

Und wie soll nun der BVB geschlagen werden? An der Einstellung werde es bestimmt nicht scheitern, aber man müsse sehr effizient sein, sagt Castro. „Viele Chancen bekommt man gegen den BVB nicht. Die muss man dann nutzen – so, wie es der 1. FC Köln gemacht hat. Sie hatten zwei, drei gute Ecken und haben so ihre Tore gemacht. Natürlich braucht man auch Glück, dass Dortmund nicht sofort die eigenen Chancen nutzt. Es kommen also mehrere Faktoren zusammen.“ Stuttgart müsse „ähnlich gut zusammenarbeiten wie gegen die Bayern und dem BVB das Leben so lange wie möglich schwer machen“, sagt Castro. „Dann müssen wir mit ein bisschen Glück die wenigen Chancen nutzen, die wir gegen so einen Gegner bekommen. Das ist der Plan, den wir verfolgen werden.“

Aber: Auch wenn die Dortmunder momentan auf der letzten Rille zu gehen scheinen, weiß er um die Fähigkeiten seines Ex-Klubs. „Selbst wenn Erling Haaland ausfällt, haben sie immer noch Spieler wie Sancho, Reus, Hazard oder Reyna dabei. Diese Jungs können immer Spiele entscheiden – egal, wie gut sie spielen.“

Gelassenheit, die Castro zu BVB-Zeiten abging

Denen wird er nicht auf den Füßen stehen können, sich die Partie aber ganz sicher anschauen. Anders als das BVB-Spiel am Dienstagabend in St. Petersburg. „Da habe ich meine Tochter ins Bett gebracht“, sagt er mit einem Lachen und strahlt dabei die Gelassenheit aus, die ihm zu BVB-Zeiten ein wenig abging.

Über den Autor
Freier Autor
Jahrgang 1980, ging schon als Jungspund den lokalen Sportgrößen in seiner Heimat auf den Keks. Im Handball überall unterwegs und meist wie früher auf dem Rasen ganz vorne zu finden, in der Mixed Zone beim Fußball ganz hinten. Seit 2016 die schwarzgelbe Stimme der Ruhr Nachrichten, seit Sommer 2020 Teil der BVB-Redaktion.
Zur Autorenseite
Sascha Staat

Ahaus, Heek und Legden am Abend

Täglich um 18:30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.

Lesen Sie jetzt