Borussia Dortmund

Große BVB-Ratlosigkeit: Erhält Favre die Chance auf die schnelle Trendwende?

Ein Punkt aus drei Liga-Spielen, ein Desaster gegen Stuttgart und eine leblose Mannschaft. Beim BVB herrscht große Ratlosigkeit. Erhält Lucien Favre die Chance auf die schnelle Trendwende?
Fassungslos (v.r.): Lucien Favre, Michael Zorc und Matthias Kleinsteiber. © imago / Witters

Lucien Favre hockte auf dem Podium des Pressekonferenz-Raums im Signal Iduna Park und versuchte zu erklären, was nur schwer zu erklären war. Was fehlte im Spiel seiner Borussia, das war für alle ersichtlich. „Zu schlecht bei Balleroberungen“ sei der BVB gewesen, das wiederholte der Schweizer gleich mehrfach, er monierte immer wieder auch die „große Ungeduld“ seiner Mannschaft, die zu leichten Ballverlusten geführt und Stuttgart zu Kontern eingeladen hatte. Im Verlauf des zwölfminütigen Pressegesprächs rang sich der 63-Jährige sogar das Wort „Katastrophe“ ab.

Der BVB liefert gegen Stuttgart einen Offenbarungseid

Über die Gründe für eine so nicht zu erwartende Nicht-Leistung aber gab es wenig zu hören vom Dortmunder Coach. Eine Analyse sei nötig, „wir werden sprechen müssen“, sagte Favre, und wollte er entschlossen klingen in dieser Antwort, so misslang dies gründlich. Favre war nach diesem Offenbarungseid seiner Mannschaft mindestens so angeschlagen wie seine Spieler in der zweiten Hälfte ab dem Tor zum 1:2, das ein echter Wirkungstreffer war. Ein Tor „absolut zum falschen Zeitpunkt“, wie der Trainer gestand. In der Pause habe er auf die Dringlichkeit, besser verteidigen zu müssen, explizit hingewiesen. Sieben Minuten nach Wiederanpfiff klingelte es erneut im Dortmunder Tor. „Das hat uns richtig weh getan, ist aber kein Grund, so ungeduldig nach vorne zu spielen und in Konter zu laufen.“

Dass da eine Mannschaft auf dem Platz stand, die gemeinsam leidenschaftlich um den Sieg fightete, und eine zweite, die diese Geschlossenheit an diesem Tag nicht auf den Platz bekam, konnte Favre nicht bestreiten. Über die Gründe für die fehlende Einstellung und in Teilen auch Disziplinlosigkeit einiger Spieler seiner Mannschaft aber wollte der Schweizer „öffentlich nicht sprechen“. Klar sei, dass eine Aufarbeitung unumgänglich sei. „Wir haben nicht viel Zeit, und wir müssen im nächsten Spiel ein Zeichen setzen.“

BVB-Boss Watzke: „Wir müssen dieses Spiel analysieren“

Schon um 18.38 Uhr verließen Kapitän Marco Reus und sein Stellvertreter Mats Hummels das Stadion in ihren Privat-PKW. Die Aufarbeitung im Mannschaftskreis wird erst am Sonntag folgen, Sportdirektor Michael Zorc begab sich um 19.31 Uhr auf den Heimweg, gefolgt von Marketing-Geschäftsführer Carsten Cramer.

Auch eine interne Runde der Dortmunder Führungstroika gab es direkt nach dem Spiel noch nicht. Das verriet Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, als er um kurz vor 20 Uhr das Stadion verließ. „Ich habe mit meinen engsten Mitarbeitern zusammen ein bisschen das Bayern-Spiel geschaut.“ Ob er akuten Handlungsbedarf auf der Trainerposition sehe, wollte Watzke nicht kommentieren. „Es tut weh, wir müssen dieses Spiel natürlich analysieren.“

Bei Borussia Dortmund herrscht das Gefühl großer Ratlosigkeit

So endete der Samstag bei Borussia Dortmund mit dem allgemeinen Gefühl großer Ratlosigkeit, die auch während der 90 Minuten auf dem Rasen zu spüren war. Es gibt viel aufzuarbeiten, dabei drängt die Zeit. Am Dienstag spielt Dortmund in Bremen, bis dahin muss die Klubspitze für sich klären, ob man dem Trainer eine schnelle Trendwende zutraut – weitere Punktverluste darf sich Dortmund nicht erlauben. Die Alternative wäre, sofort die Reißleine zu ziehen. Von den letzten fünf Pflichtspielen hat Dortmund nur eines gewonnen, in der Liga läuft die Borussia nach dem dritten sieglosen Spiel in Serie der Musik schon hinterher.

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