BVB gegen Hoffenheim: Als Kevin Großkreutz zwischen den Pfosten stand

Zeitspiel

Das kuriose Ende der Saison 2012/2013: Hoffenheim muss gegen den BVB gewinnen, um die Klasse zu halten – plötzlich steht Kevin Großkreutz im Tor. Unser Zeitspiel.

Dortmund

, 12.02.2021, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kevin Großkreutz musste im letzten Spiel der Saison 2012/2013 ins Tor, weil Roman Weidenfeller die Rote Karte gesehen hatte.

Kevin Großkreutz musste im letzten Spiel der Saison 2012/2013 ins Tor, weil Roman Weidenfeller die Rote Karte gesehen hatte. © imago images/Fotostand

Unweigerlich fühlte man sich am 34. Spieltag der Saison 2012/2013 an die Schlacht zurückerinnert, die sich Bayern und Dortmund im Jahr 2002 geliefert hatten. Nach einer Roten Karte für Jens Lehmann musste damals Jan Koller ins Tor, weil der BVB nicht mehr wechseln konnte. Wie damals der Tscheche zog sich Kevin Großkreutz zehneinhalb Jahre später im Spiel gegen die TSG Hoffenheim das Trikot seines Keepers über. Nur stand nicht Lehmann, sondern Weidenfeller auf dem Rücken. Und das Trikot saß es beim schlaksigen Großkreutz deutlich lockerer als damals beim groß gewachsenen Koller.

BVB-Torwart Weidenfeller war nach einem Foul vom Platz geflogen

Roman Weidenfeller hatte in der 82. Minute beim Stand von 1:1 im Strafraum Hoffenheims Sven Schipplock gelegt und die Rote Karte gesehen. Elfmeter für die TSG. Auch diesmal hatte Dortmund schon dreimal gewechselt, Großkreutz musste ins Tor. Ausgerechnet Großkreutz, der Junge aus der Kurve und ein Verfechter des Traditionsfußballs.

BVB-Schlussmann Roman Weidenfeller sah nach einem Foul an Hoffenheims Sven Schipplock als letzter Mann die Rote Karte.

BVB-Schlussmann Roman Weidenfeller sah nach einem Foul an Hoffenheims Sven Schipplock als letzter Mann die Rote Karte. © picture alliance / dpa

Vielen BVB-Fans ist die Bundesliga-Zugehörigkeit der TSG ein Dorn im Auge, beruht sie doch maßgeblich auf der Finanzspritze von Mäzen und Milliardär Dietmar Hopp. Die schwarzgelbe Anhängerschaft hätte es deshalb wohl nur zu gerne gesehen, wenn der eigene Verein die Kraichgauer im Signal Iduna Park in die zweite Liga schießt.

Hoffenheim stand an diesem 34. Spieltag auf Tabellenplatz 17 der Bundesliga. Nur mit einem Sieg konnte sich die TSG noch vor dem Abstieg retten, wenn sowohl der FC Augsburg als auch Fortuna Düsseldorf ihre Spiele verlören. Der FCA sollte damals gegen Fürth gewinnen, die Fortuna mit 3:0 in Hannover verlieren.

BVB wollte wenigstens das Remis: Großkreutz im Torwart-Trikot im Hoffenheimer Strafraum

Das reichte der TSG bei einem eigenen Sieg für die Relegation. Sejad Salihović legte sich nach Weidenfellers Foul den Ball auf den Punkt, lief an und drosch ihn unter die Latte. Nichts zu halten für Ersatz-Keeper Großkreutz. Hätte er diesen Schuss gehalten, die Szene wäre wohl nach seinem Karriereende noch Jahrzehnte Thema gewesen.

Aber so war es der zweite Elfmeter den Hoffenheims Salihović an diesem Nachmittag verwandelte. Fünf Minuten zuvor hatte er schon gegen Weidenfeller getroffen. Plötzlich führte Hoffenheim. Zuvor hatte nichts auf diese Wende hingedeutet.

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Die Borussen hatten die Chance, den Sack zuzumachen, trafen das Tor aber nicht. Und als sie es dann in der Nachspielzeit taten, zählte es nicht. Robert Lewandowski hatte bei einem Fernschuss von Marcel Schmelzer wohl im Abseits gestanden und eine Bewegung zum Ball gemacht. Torwart Kevin Großkreutz war in diesem Moment längst im Strafraum zu finden. Es blieb beim 1:2 und Hoffenheim dank zwei Siegen in der Relegation gegen Kaiserslautern in der Liga.

BVB empfängt Hoffenheim: Aktuelle Saison ist zerfahren

Auch die aktuelle Saison ist ziemlich zerfahren für die TSG. Das hat hast sie mit dem BVB gemeinsam. Die Kraichgauer sind fünf Punkte vom Relegationsplatz entfernt, die Borussen vier Punkte von den Champions League Plätzen. Dortmund muss gegen Hoffenheim gewinnen (Samstag 15.30 Uhr, live bei Sky), um den Anschluss nicht gänzlich zu verlieren. Das Spiel damals im Jahr 2013 war übrigens das letzte des BVB vor dem Champions-League-Finale im Wembley-Stadion gegen die Bayern.

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