Gündogan: "Ich bin sehr stolz!"

Nach Nationalelf-Debüt

Auf dem Podium wirkte Ilkay Gündogan (20) am Dienstagabend völlig entspannt. 30 Minuten vorher, gab der Mittelfeldspieler zu, sei das noch ganz anders gewesen.

DÜSSELDORF

von Von Dirk Krampe

, 12.10.2011, 22:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Moment, in dem sich für Ilkay Gündogan ein Traum erfüllte: Ein letzter Schluck aus der Wasserflasche, danach bat ihn Co-Trainer Hansi Flick zur Einwechslung.

Der Moment, in dem sich für Ilkay Gündogan ein Traum erfüllte: Ein letzter Schluck aus der Wasserflasche, danach bat ihn Co-Trainer Hansi Flick zur Einwechslung.

Sechs Minuten durfte der BVB-Neuzugang neben Mesut Özil im deutschen Mittelfeld spielen, kurz vor dem Ende bot sich ihm zentral vor dem belgischen Tor sogar noch eine gute Schusschance. Wichtiger als die ersten Minuten im Team von Bundestrainer Joachim Löw dürfte auch in zukünftigen Betrachtungen allerdings die Tatsache sein, dass dieser Kurzeinsatz eine Diskussion beendete, in der Gündogan neben anderen in Deutschland geborenen Talenten mit türkischen Wurzeln eine Hauptrolle spielte. Seit 20.40 Uhr am Dienstagabend ist Ilkay Gündogan ein deutscher Nationalspieler und dort „festgespielt“. Die Türkei, die auch ein Auge auf den in Gelsenkirchen geborenen Gündogan geworfen hatten, schauen in die Röhre. „Ich wusste, dass die Frage danach kommt“, meinte er in Düsseldorf, „aber ich habe immer gesagt, dass es mein Ziel ist, für die deutsche Nationalmannschaft zu spielen.“ Man merkte: So ganz konnte er die Aufregung um seine Person nicht nachvollziehen.

In diesem Moment war es Gündogan auch egal, dass seine Berufung und die Art, wie sich der DFB die Dienste des U21-Nationalspieler endgültig „sicherte“, in der Öffentlichkeit durchaus auch kritisch gesehen wurde. Gündogan will keine Eintagsfliege bleiben. „Mein großes Ziel“, meinte er „ist es, dass ich weitere Chancen bekomme. Dafür werde ich Gas geben. Ich bin bereit, hart dafür zu arbeiten.“ Vorerst wird der 20-Jährige wohl aber weiterhin zu den Stützen Rainer Adrions in der U21 zählen – angesichts der großen Konkurrenz auf der Doppel-Sechs im defensiven Mittelfeld wird Gündogans Zeit in der DFB-Elf – wenn überhaupt – erst nach der Europameisterschaft im kommenden Jahr in Polen und der Ukraine schlagen.

Ob er sein Standing bei Löw noch steigern kann, wird auch davon abhängen, wie Gündogans Entwicklung bei Borussia Dortmund verläuft. „Ilkay“, sagte BVB-Trainer Jürgen Klopp dem kicker Sportmagazin, „ist mir noch nicht dominant genug für das, was er kann. Er soll seinen Möglichkeiten entsprechend mehr Anteil am Spiel nehmen und sich zur Offensive öffnen. Das ist der Entwicklungsschritt, den wir mit ihm gehen dürfen.“ Vielleicht ein gutes Omen für den Dortmunder: Mesut Özils Nationalmannschafts-Karriere begann am 11. Februar 2009 gegen Norwegen (0:1) – mit einem Zwölf-Minuten-Einsatz. Heute ist er ein Weltstar.

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