BVB-Sportdirektor Michael Zorc. © imago / Revierfoto
Borussia Dortmund

Haaland bastelt an unfassbarer BVB-Quote – Zorc lobt und fordert

Der BVB geht in Leipzig „einen großen Schritt“ in die richtige Richtung. Erling Haaland bastelt weiter an einer „unfassbaren Quote“ - Michael Zorc lobt und fordert.

Wer dieses Fußballspiel verstehen wollte, dem half ein Blick in die Statistik des Matchwinners. Er hieß einmal mehr Erling Haaland, der das erste Dortmunder Tor des Abends durch Jadon Sancho (55. Minute) entschlossen eingeleitet, die Treffer zwei und drei (71. und 84.) selbst beigesteuert und zuvor auch noch einmal gegen die Latte des Leipziger Tores (65.) geschossen hatte.

BVB gelingt ein fast überraschender Sieg gegen RB Leipzig

Am Ende stand ein 3:1 (0:0)-Sieg des BVB beim Tabellenzweiten aus Sachsen auf der Anzeigetafel des Leipziger Stadions, auf den zur Halbzeit vermutlich nur die größten Optimisten gesetzt hätten. Haalands norwegischer Landsmann Alexander Sörloth, das sei der Vollständigkeit halber erwähnt, betrieb mit seinem ersten Bundesliga-Tor kurz vor dem Schlusspfiff ein wenig Ergebniskosmetik für RB Leipzig.

Doch zurück zu Haaland, seiner Statistik und der beeindruckenden Wendung in diesem Fußballspiel. Denn als Schiedsrichter Daniel Siebert nach 45 Minuten die erste Halbzeit abpfiff, hatte der Dortmunder Stürmer nur fünfmal den Ball am Fuß gehabt und kein einziges Mal aufs gegnerische Tor geschossen. RB Leipzig kontrollierte bis dahin Ball, BVB und Haaland fast nach Belieben, auch wenn große Torchancen für die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann ausblieben, weil die Roten Bullen vor dem Dortmunder Tor zu oft falsche Entscheidungen trafen und der BVB diszipliniert verteidigte.

BVB-Stürmer Haaland dreht in Hälfte zwei gegen Leipzig auf

Als Siebert dann nach gut 90 Minuten zum Schlusspfiff ansetzte, stand nicht nur das 3:1 für Borussia Dortmund auf der Anzeigetafel, auch Haalands persönliche Bilanz las sich ganz anders als noch zur Halbzeit. 26 Ballkontakte sammelte der 20-Jährige in Durchgang zwei und traf doppelt. Insgesamt schoss er fünfmal aufs Leipziger Tor. Seine beiden Treffer markierten die Bundesliga-Tore 24 und 25 seit seinem Wechsel aus Salzburg nach Dortmund vor einem Jahr, in der Liga traf er in seinen ersten 25 Spielen genau 25 Mal (Bundesliga-Rekord!), wettbewerbsübergreifend in 34 Partien für den BVB sogar 35 Mal.

Dafür gab’s dann auch Lob vom gegnerischen Trainer. „Das ist eine unfassbare Quote, und es war ja leider auch nicht das erste Tor, das er gegen uns geschossen hat“, sagte Julian Nagelsmann. „Der hat richtig Qualität, ist dazu noch sehr, sehr jung. Sprich: Der hat – ich kann ihn schlechter bewerten als Edin Terzic – wahrscheinlich noch Entwicklungspotenziale und wird noch besser werden.“

Haaland nach BVB-Sieg in Leipzig: „Ein sehr schöner Abend“

Haaland selbst hielt sich nach Nagelsmanns Lob und seinen Treffern drei und vier im zweiten Spiel gegen die roten Bullen, die ihn vor einem Jahr auch sehr gerne verpflichtet hätten, gewohnt kurz. „Ein sehr schöner Abend“ sei das gewesen, sagte der BVB-Stürmer nur – und dann noch: „Wir haben Qualität und wir müssen diese Qualität aus uns rausholen.“

Edin Terzic wollte nach dem Spiel lieber das Kollektiv als einzelne Spieler lobend hervorheben. „Am besten gefallen hat mir die Leidenschaft, mit der die Spieler aufgetreten sind“, sagte der Dortmunder Cheftrainer, der nun vier seiner ersten fünf Pflichtspiele mit dem BVB gewonnen hat. Seine Mannschaft sei auf dem Platz „viele kleine Schritte“ für „einen großen Schritt“ in der Tabelle gegangen. „Wir wussten, dass heute keine Entscheidung fällt, aber eine Richtung vorgegeben wird“, meinte Terzic.

BVB darf nach Sieg in Leipzig wieder vorsichtig nach oben blicken

Mit nun drei Punkten Vorsprung auf Platz fünf und „nur“ noch fünf Punkten Rückstand auf Tabellenplatz eins ist die Richtung klar. Borussia Dortmund darf den Blick vorsichtig wieder ein wenig nach oben schweifen lassen, vorausgesetzt, die Mannschaft kann die Leistung, vor allem aber die Einstellung des Leipzig-Spiels konservieren.

„Die wichtige Erkenntnis ist, dass wir erst einmal gut verteidigen müssen, wenn es mal nicht so gut läuft“, sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc am Sonntag im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten. Und weiter: „Wenn alle diszipliniert arbeiten, dann belohnen wir uns dafür irgendwann in der Offensive. Wir werden nicht immer so gut Fußball spielen wie in der zweiten Hälfte in Leipzig, aber die Herangehensweise muss der Maßstab sein. Wenn wir als Gruppe so auftreten wie nach der Pause am Samstagabend, dann sind wir eine richtig gute Fußballmannschaft.“

Über den Autor
BVB-Redaktion
Tobias Jöhren, Jahrgang 1986, hat an der Deutschen Sporthochschule in Köln studiert. Seit 2013 ist er Mitglied der Sportredaktion von Lensing Media – und findet trotz seines Berufes, dass Fußball nur die schönste Nebensache der Welt ist.
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Tobias Jöhren

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