Hakimi im Formtief - was dem BVB-Rechtsverteidiger jetzt helfen könnte

mlzBorussia Dortmund

Achraf Hakimis Leistungsabfall steht sinnbildlich für die Schwächephase des BVB. Die Leihgabe von Real Madrid steckt im Formtief – da kommt das Spiel in Nürnberg gerade recht. Oder nicht?

Dortmund

, 16.02.2019, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vielleicht hilft die schöne Erinnerung. Am Montag geht es gegen den 1. FC Nürnberg. Für Achraf Hakimi wird der „Club“ immer ein besonderer Gegner bleiben. Gegen Nürnberg feierte die Leihgabe von Real Madrid in der Hinrunde sein Pflichtspieldebüt für Borussia Dortmund. Am Ende stand ein 7:0 für den BVB – und Hakimi hatte in seinem ersten Bundesliga-Spiel gleich sein erstes Tor geschossen.

Hakimi im Formtief - was dem BVB-Rechtsverteidiger jetzt helfen könnte

Erstes Spiel, erstes Tor: Ende September traf Achraf Hakimi beim 7:0-Sieg gegen Nürnberg. © imago

Knapp fünf Monate ist das jetzt her. Hakimi hat seitdem einen raketenhaften Aufstieg hingelegt. 22 weitere Pflichtspiele hat der Marokkaner bestritten, zwei weitere Tore geschossen und sieben Treffer aufgelegt. Zweimal wurde er zum Bundesliga-Rookie des Monats gewählt. Bereits Ende November verkündete BVB-Boss Hans-Joachim Watzke, der gerade den Daumen für eine feste Verpflichtung von Paco Alcacer gehoben hatte, auf der Jahreshauptversammlung: „Mit Dir werden wir das Gleiche wie bei Paco versuchen, aber das wird nicht ganz einfach.“ Dafür gab es viel Applaus.

In der Rückwärtsbewegung hat Hakimi noch viel Luft nach oben

Lucien Favre hat in all diesen Monaten, in denen Hakimi zum Stammspieler gereift ist und Marcel Schmelzer als Linksverteidiger Nummer eins abgelöst hat, stets gesagt, dass der 20-Jährige noch viel lernen müsse. Vor allem in der Rückwärtsbewegung gebe es noch Luft nach oben, betonte der BVB-Trainer immer wieder – und in den vergangenen Wochen ist sehr deutlich geworden, warum Favre diese Einschätzung gebetsmühlenartig beteuerte.

Hakimi durchschreitet aktuell, die Eingewöhnungszeit in Dortmund mal ausgeklammert, seine erste schwierige Phase beim BVB. Beim Pokalaus gegen Werder Bremen hing er beim 3:3 mit drin, als er Martin Harnik nicht entscheidend genug am Kopfball hinderte. Beim 3:3 gegen Hoffenheim ließ er Pavel Kaderabek vor dem 1:3 ungehindert flanken und beim 2:3 ungehindert einköpfen. Und beim 0:3 in London am vergangenen Mittwoch leitete Hakimi das 0:1 mit einem unnötigen Ballverlust ein und ließ vor dem 0:2 Jan Vertonghen laufen. Es war sein bisher schwächster Auftritt in Schwarz und Gelb.

„Achraf hat sicherlich nicht seinen besten Tag erwischt.“
Sebastian Kehl

„Achraf hat sicherlich nicht seinen besten Tag erwischt“, sagte Sebastian Kehl, Leiter der Lizenzspielerabteilung, zu Hakimis Auftritt im Wembley-Stadium, „es war aber nicht sein alleiniges Verschulden, dass wir hier 0:3 verloren haben. Wir haben individuelle Fehler gemacht und uns beim Verteidigen teilweise nicht clever und abgebrüht genug angestellt.“

Michael Zorc sprach noch allgemeiner über die schwache Defensivleistung, Hakimi durfte sich allerdings trotzdem angesprochen fühlen. „Wir machen einfach zu viele Fehler, vor allem im Defensivverhalten. Da sind wir nicht konsequent genug“, sagte der BVB-Sportdirektor.

Hakimis Leistungsabfall steht sinnbildlich für die jüngste Serie des BVB

Hakimis plötzlicher Leistungsabfall, der einem so jungen Spieler mit Sicherheit zugestanden werden muss, steht fast sinnbildlich für die jüngste Serie des BVB von vier Spielen ohne Sieg (zwei Niederlagen, zwei Unentschieden). Beim 5:1 gegen Hannover Ende Januar war noch alles super, seitdem wurde es eigentlich kontinuierlich schlechter.

Vielleicht kommt Nürnberg da ja wirklich gerade recht. Für den BVB, aber auch für Hakimi – oder er bekommt die Pause, die er ziemlich dringend zu benötigen scheint.

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