Hoffenheim spielt unter Nagelsmann taktisch versiert

BVB-Gegner in der Taktikanalyse

Borussia Dortmund erwartet heute Abend (17.30 Uhr) einen schwer einzuschätzender Gegner - mit dem jüngsten Bundesliga-Trainer der Geschichte an der Seitenlinie. Wahrscheinlich wird 1899 Hoffenheim den Versuch unternehmen, im Signal Iduna Park mitzuspielen. Der BVB-Gegner in der Taktikanalyse.

DORTMUND

von Martin Rafelt (spielverlagerung.de)

, 28.02.2016, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Julian Nagelsmann ist der jüngste Trainer der Bundesliga-Geschichte.

Julian Nagelsmann ist der jüngste Trainer der Bundesliga-Geschichte.

1.) Was macht Julian Nagelsmann aus?

Seit zwei Spielen wird die TSG Hoffenheim nun von Julian Nagelsmann trainiert. Der 28-jährige ist mit viel Vorschusslorbeeren gestartet und untermauerte bei seinen ersten beiden Partien direkt seinen Anspruch, aktiven Fußball spielen zu wollen. Wie seine A-Jugend-Mannschaften zeigten sich die Hoffenheimer mutig im Aufbauspiel und intensiv im Pressing.  

Nagelsmann ist taktisch sehr versiert, hat klare Vorstellungen vom Fußball und wechselt häufig die Systeme. Im ersten Spiel stellte er direkt ein 5-3-2-System auf, im zweiten wechselte er auf ein 4-3-3. Besonders die taktische Flexibilität und Anpassungsfähigkeit ist ihm wichtig. So betont er die Bedeutung von herausrückenden Spielern - ein Spieler, der auf seiner Position nicht als Absicherung gebraucht wird, soll überraschend vorstoßen, um aggressiv Bälle zu erobern. Im Ballbesitzspiel wird das Kombinationsspiel groß geschrieben.

 

2. Wie agiert Hoffenheim bei eigenem Ballbesitz?

Bisher zeigte sich die TSG unter Nagelsmann sehr ambitioniert und mutig im Spielaufbau. Gegen Mainz versuchte man sich selbst bei gegnerischem Angriffspressing spielerisch zu lösen. Dafür rückten die Innenverteidiger bei eigenem Abstoß sogar häufig neben den Strafraum zurück und bildeten eine Dreierkette mit dem Torwart.

Im folgenden Angriff schalteten sich die Außenverteidiger viel nach vorne ein und es wurde versucht, viel Druck auf die letzte Linie des Gegners auszüben. Zuweilen rückten bis zu fünf oder sechs Spieler in die Angriffsreihe auf - das war dann natürlich nicht mehr optimal abgesichert. Ansonsten sind die Bewegungen in Ballnähe bereits überraschend gut, sodass es viele Kombinationsansätze gibt.

 

3. Wie agiert Hoffenheim gegen den Ball?

Auch gegen den BVB darf man erwarten, dass die Hoffenheimer aktiv den Ball jagen. Nagelsmann lässt seine Spieler im Deckungsverhalten nicht zurückfallen, sondern die Mannschaft schiebt aus einer kompakten Stellung heraus nach vorne. Auf welcher Höhe des Spielfelds das passiert, kann variieren. Bisher formierte sich die TSG meist um die Mittellinie herum.

Besonders innerhalb der Mannschaftsteile agierte man dabei sehr geschlossen. Die Angriffsreihe im 4-3-3 agierte sehr kompakt, ebenso das Dreiermittelfeld im 5-3-2. So wird vor allem das Zentrum sehr massiv verteidigt. Wenn man versucht, auf dem Flügel aufzubauen, kommt man nur schwer wieder in die Mitte.

 

4. Welche Möglichkeiten bieten sich dem BVB?

Nach den bisherigen Eindrücken könnte eine passivere Herangehensweise mit Fokus auf das Konterspiel gut zu Hoffenheim passen. Gegen Mainz kassierten sie bereits ein klares Kontergegentor, da sie eben viele Spieler nach vorne bringen und für das Gegenpressing nicht immer optimal gestaffelt sind. Gegen das mutige Aufbauspiel könnte man mit einer guten Pressingstruktur auch frühe Ballverluste provozieren.

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Natürlich ist denkbar, dass Nagelsmann gegen Reus, Mkhitaryan und Aubameyang etwas zurückhaltender spielen lässt. Auch sonst ist quasi jede Art von Ausrichtung und Anpassung denkbar. Schnelle Umstellungen könnten die Kräfteverhältnisse auf dem Platz kippen.

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