Hopp nimmt "Ruhestörer" in Schutz

Akustik-Attacke

Nach der Akustik-Attacke eines Angestellten von 1899 Hoffenheim gegen Fans des deutschen Fußball-Meisters Borussia Dortmund hat Vereinsmäzen Dietmar Hopp den "Ruhestörer" in Schutz genommen.

Frankfurt/Main

von dpa

, 17.08.2011, 14:38 Uhr / Lesedauer: 2 min
Aus diesen Lautsprechern sollen die BVB-Fans beschallt worden sein.

Aus diesen Lautsprechern sollen die BVB-Fans beschallt worden sein.

Der Vereinsmitarbeiter hatte sich am Dienstag bei der Polizei Sinsheim gemeldet und gestanden, zusammen mit einem Bekannten der Verantwortliche für die Installation der Lautsprecheranlage beim Bundesligaspiel gegen die Borussia gewesen zu sein. Mit der selbst konstruierten Apparatur hatte er die Schmähgesänge der BVB-Fans gegen Hopp übertönen wollen. Die polizeilichen Ermittlungen zu dem Vorfall am vergangenen Samstag werden sich wohl mehrere Wochen hinziehen. Nach Angaben eines Sprechers der Polizei Heidelberg gegenüber «Kurpfalz Radio» seien bis zum Mittwochmittag elf Anzeigen wegen Körperverletzung eingegangen. Alle Anzeigensteller müssten nun vernommen werden. Zudem prüfe ein Gutachter, ob das eingesetzte Gerät überhaupt eine Körperverletzung verursachen könne.

Wegen der beleidigenden Sprechchöre gegen seine Person zeigte Hopp kein Verständnis für die Anzeigen. «Diese Leute sollten mal darüber nachdenken, wie es ist, vor 30 000 im Stadion und Millionen Fernsehzuschauern als "Sohn einer Hure" beschimpft zu werden», sagte der 71-Jährige. «Das Schlimme ist, man fühlt sich total hilflos. Ohnmächtig.» Er könne die Beleidigungen nicht ignorieren. «Ich bin auch nur ein Mensch. Wer meine Mutter kannte, weiß: Sie war eine herzensgute Frau. Es tut weh, so beleidigt zu werden.» Trotz der jahrelangen Beschimpfungen sei ein sofortiger Ausstieg als Mäzen der Hoffenheimer für ihn jedoch kein Thema. «Diesen Gefallen werde ich meinen Gegnern nicht tun. Für mich ist Hoffenheim kein Spielzeug, an dem man irgendwann die Lust verliert, sondern eine Herzensangelegenheit. Wenn es zu schlimm wird, gehe ich halt nicht mehr ins Stadion», erklärte Hopp.

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, der Hopp 2009 verbal scharf attackiert hatte, räumte eine Mitschuld an den Hass-Tiraden der Dortmunder Fans gegen den Milliardär ein. «Du hast immer 100 bis 200 völlig Verstörte, die man nicht eingefangen kriegt. Ich kann mir heute vorstellen, dass meine damaligen Worte sicher einige verrückte Menschen zusätzlich beflügelt haben, Herrn Hopp kritisch zu sehen», sagte Watzke in einem Interview der «Sport Bild». Er sei damals mit der einen oder anderen Aussage vielleicht über das Ziel hinaus geschossen. Watzke: «Dafür entschuldige ich mich.»

Lesen Sie jetzt