Intensität und Geschwindigkeit sind die großen VfB-Stärken

BVB-Gegner Stuttgart

Trainer Hannes Wolf lässt in Stuttgart "Vollgasfußball" der Marke Klopp spielen. Diese Punkte sind dabei von entscheidender Bedeutung - die Taktikanalyse des heutigen BVB-Gegners.

DORTMUND

von Martin Rafelt

, 17.11.2017, 15:35 Uhr / Lesedauer: 2 min
Stets gefährlich: Stuttgarts Stürmer Simon Terodde (l.) und Daniel Ginczek.

Stets gefährlich: Stuttgarts Stürmer Simon Terodde (l.) und Daniel Ginczek. © dpa

1.) Das System:

Wie bereits als Trainer der Dortmunder A- und B-Junioren, setzt Hannes Wolf häufig auf die 4-2-3-1-Formation. In den vergangenen beiden Bundesliga-Partien kehrte er einmal mehr zu dieser Anordnung zurück. Dortmunds Leihgabe Dzenis Burnic gab dabei den spielmachenden Part der Doppelsechs, er fehlt allerdings nach einer Gelb-Roten Karte.

In den Wochen zuvor hatte Wolf auf ein 5-2-2-1-System umgestellt. Hier verzichtete er auf einen Spieler in der Offensivreihe zugunsten eines zusätzlichen Abwehrspielers. Stattdessen konnten die Außenverteidiger sehr frühzeitig herausrücken.


2.) Hohes Pressing mit viel Tiefe:

Wolf nutzt somit ein relativ defensiv erscheinendes System sehr offensiv. Trotz fünf Verteidigern spielten die Stuttgarter ein hohes Pressing. Oft setzten sie den Gegner schon an dessen Strafraum unter Druck. Im 4-2-3-1 passiert das ebenfalls. Das typische Problem bei einem solchen Angriffspressing erlebt man in Dortmund gerade in Reinform: Die Abwehrspieler müssen hoch stehen und nach vorne verteidigen.

Ein gut gespielter Ball in die Tiefe kann das ganze System aushebeln. Wolf aber umgeht dieses Problem: Seine Abwehrreihe steht weniger hoch als die von Bosz oder Klopp. Um das zu erreichen, bleibt einer der beiden Sechser tief und sichert den Raumvor der Abwehr, der andere rückt nach vorne und presst hinter der Dreierreihe. Die Tiefe wird dadurch besser gesichert. Dafür sind die Abstände zwischen den Spielern im Mittelfeld größer. Stuttgart ist weniger kompakt als vergleichbare Mannschaften.


3.) Spielmachende Innenverteidiger und lange Bälle:

Bei eigenem Ballbesitz variiert das Spiel der Stuttgarter. Wolfs Mannschaft kann gegen tiefstehende Gegner auch über längere Phasen den Ball halten und in die Räume zwischen den Linien gelangen. Dabei profitieren sie von einer spielstarken Innenverteidigung. Timo Baumgartl, Benjamin Pavard und Holger Badstuber sind gute Strategen.

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Wenn die Gegner im Pressing aufrücken, versuchen die Stuttgarter, schnell und zielgerichtet in die Tiefe zu spielen. Oft passiert das mit langen Bällen auf die Stürmer. Simon Terodde und Daniel Ginczek sind große, robuste Stürmer, die stark darin sind, den Ball auf nachstoßende Spieler abzulegen. Ginczek kann auch viel Tempo einbringen.



4.) Vollgasfußball nach Wolf:

Nach langen Bällen und nach Balleroberungen zeigt sich dann der "Vollgasfußball", den Hannes Wolf schon beim BVB parallel zu Jürgen Klopp kultiviert hat. Der Ball wird vor allem schnell vertikal gespielt. Wenn die Stuttgarter Konter funktionieren, werden sich Dortmunder Fans an die Ära Klopp erinnert fühlen.

Die Intensität und Geschwindigkeit im Spiel ist Wolfs größte Stärke. In jedem Fall muss sich der BVB aber erneut auf viele, schnelle Bälle hinter die Abwehrlinie gefasst machen.

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