Ist Peter Bosz noch der richtige Trainer für den BVB?

Pro & Kontra

Auch in der Champions League haben Borussia Dortmund und Trainer Peter Bosz nicht die Kurve bekommen. Von den letzten neun Pflichtspielen hat der BVB nur eins gewinnen können, die Krise nimmt immer dramatischere Züge an. Das gibt wenig Hoffnung für das Revierderby, für viele Fans das wichtigste Spiel des Jahres. Wir diskutieren: Ist Peter Bosz noch der richtige Trainer für den BVB?

DORTMUND

, 22.11.2017, 16:25 Uhr / Lesedauer: 2 min
BVB-Trainer Peter Bosz gerät zunehmend in die Schusslinie. Wir fragen: zu recht?

BVB-Trainer Peter Bosz gerät zunehmend in die Schusslinie. Wir fragen: zu recht? © dpa

Ja, Bosz ist der richtige - Die Spieler müssen liefern

Nein, so schnell schießen die Preußen nicht, dass sie bei heftigem Gewitter gleich die Flinte ins Korn oder in diesem Falle sofort den Trainer hinauswerfen. Die Dortmunder Borussia wollte nach den unseligen internen Scharmützeln mit Thomas Tuchel endlich Ruhe an der Trainer-Front. Mit Peter Sylvester Bosz haben sie in dieser Hinsicht die richtige Wahl getroffen.

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Und es wäre in diesen unruhigen Tagen jetzt auch die richtige Entscheidung, auf Vorstandsebene die Ruhe zu bewahren. Denn die BVB-Spieler werden nicht müde zu betonen, dass sie den Karren in den Dreck gefahren haben, dass sie vorne die Tore nicht schießen und hinten nicht verhindern. Der Trainer habe sie gut eingestellt.

Extra-Motivation?

Die Selbstkritik ist ehrenwert. Tatsächlich fehlt es den Protagonisten auf dem Platz derzeit an elementaren Tugenden und vielleicht sogar an Qualität. Dass Bosz glaubt, seine Elf gegen Schalke nicht extra motivieren zu müssen, lässt tief blicken, sagt das doch auch, dass die höchstbezahlten Herren Profis normalerweise einen Extra-Tritt in den Allerwertesten oder eben ein Derby brauchen, um ihre Höchstleistung „abzurufen“ (Fußballer-Sprech!).

Bei Thomas Tuchel fühlten sich viele BVB-Kicker gegängelt, Peter Bosz schenkt ihnen mehr Freiheit. Ob sie damit nicht umgehen können? Es ist an den Spielern, zu liefern. Punkt!

Von Petra Nachtigäller

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Nein, Bosz ist gescheitert - Nett alleine reicht nicht

Die Situation ist vertrackt. Wen man im engen Umfeld von Borussia Dortmund auch fragt, man erhält immer gleichlautende Antworten: Peter Bosz soll ein richtig netter Kerl sein. Quasi der wohltuende Gegenentwurf zu seinem komplizierten Vorgänger Thomas Tuchel, mit dem schon alltägliche kleinste Absprachen ein Problem darstellten.

Doch das ist nicht das Kriterium, nach dem seine Arbeit beurteilt werden muss und wird dem Holländer nicht helfen, seinen Job zu behalten. Der BVB steht vor der harten Entscheidung, seinem Trainer nach nicht einmal einem halben Jahr die Papiere in die Hand zu drücken.

Im Abwärtssog gefangen

Bosz‘ Zeit beim BVB wird wohl viel schneller enden, als man das vor vier Wochen noch für möglich gehalten hat. Nicht zuletzt das Spiel gegen Tottenham hat gezeigt, dass die Borussia in einem Abwärtssog gefangen ist, der an Stärke immer noch zunimmt und dem auch der Trainer nichts entgegenzusetzen hat.

Es fällt leicht, jetzt zu sagen, ein Klub wie der BVB sei eine Nummer zu groß für Bosz. Es gelingt ihm allerdings seit Wochen nicht, die Talfahrt aufzuhalten. Man vermisst eine klare Handschrift und Führung, man muss sich vor allem wundern, dass die Mannschaft in fast jedem Spiel ab der 60. Minute nicht mehr zulegen kann. Es funktioniert nicht mehr mit Peter Bosz – auch wenn das viele schade finden.

Von Dirk Krampe

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